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Burgwedel SPD-Diskussion: Sollte Organspende zur Bürgerpflicht werden?
Umland Burgwedel SPD-Diskussion: Sollte Organspende zur Bürgerpflicht werden?
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18:15 25.02.2019
Die SPD lädt zu einer Podiumsdiskussion über Organspenden ein. Quelle: dpa
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Burgwedel

Es ist ein umstrittenes Thema, über das die SPD Burgwedel am Mittwoch, 6. März, mit vielen Bürgern und Experten diskutieren möchte: Organspende. Ab 19.30 Uhr gilt es im Amtshof in Großburgwedel Argumente auszutauschen. Die Frage des Abends: Sollte Organspende zur Bürgerpflicht werden?

10.000 Menschen warten in Deutschland auf eine Organspende

Laut Angaben der Deutschen Stiftung Organtransplantation gab es 2018 bundesweit 955 Organspenden. Im Vergleich zu 2017 entspricht das zwar einer Steigerung um 20 Prozent, in Anbetracht der 10.000 Menschen, die auf ein Organ, wie eine lebensrettende Niere, eine Lunge oder ein Herz warten, scheint die Zahl allerdings viel zu gering. Um dieser Entwicklung entgegenzuwirken, spricht sich Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) nun für die sogenannte Widerspruchslösung aus. Dies bedeutet, dass jeder Mensch automatisch Organspender ist, solange er zu Lebzeiten nicht ausdrücklich widerspricht.

Hat der Mensch eine moralische Pflicht zur Organspende?

Ziel der Widerspruchslösung ist es, die Zahl der Organspender in Deutschland zu erhöhen und damit die Versorgung mit Transplantationsorganen entscheidend zu verbessern. Doch inwieweit ist die Widerspruchslösung sowohl ethisch als auch rechtlich vertretbar? Hat der Mensch eine moralische oder solidarische Pflicht, seine Organe zu spenden? Belebt eine solche Regelung die Spendenbereitschaft in Deutschland tatsächlich oder liegen die eigentlichen Probleme vielmehr im bestehenden Melde- und Organisationsverfahren der Krankenhäuser?

Ärzte, Theologen und Politiker auf dem Podium im Amtshof

So sieht Andreas Vietgen, Seelsorger der MHH und Gegner der Widerspruchsregelung, die Ursachen für die zurückgegangenen Zahlen der Organspende in den Strukturen der Finanzierung der Krankenhäuser. Es sind die Entnahmekrankenhäuser, die vor organisationsethischen Problemen stünden. Martin Wrasmann, Pastoralreferent in der Katholischen Pfarrei St. Altfrid in Gifhorn, spricht sich hingegen für die Einführung der Widerspruchsregelung aus und sagt: „Der Grundsatz der Freiwilligkeit bleibt mit der Widerspruchsregelung erhalten. Der entscheidende Unterschied zur jetzigen erweiterten Zustimmungslösung: Die Erklärungslast wird umgekehrt. Für Ärzte bedeutet dies eine große Entlastung.“

Die Diskussionsrunde in Burgwedel wird neben den beiden Hauptrednern Andreas Vietgen und Martin Wrasmann ergänzt durch die SPD-Landtagsabgeordnete und Palliativärztin Dr. Thela Wernstedt, den Sprecher der Arbeitsgemeinschaft der Sozialdemokraten im Gesundheitswesen (ASG Niedersachsen) und Arzt Andreas Hammerschmidt, die Theologin und Referentin am Zentrum für Gesundheitsethik in Hannover (ZfG) Ruth Denkhaus sowie Dr. Sven Schwabe, Referent am Landesstützpunkt Hospizarbeit und Palliativversorgung Niedersachsen.

Bürger sind aufgerufen, kräftig mitzudiskutieren. Jeder ist willkommen. Der Eintritt ist frei.

Von Carina Bahl

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