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Burgwedel Flinker Schafbock hält Polizei stundenlang in Atem
Umland Burgwedel

Burgwedel: Schafbock hält Polizei in Atem

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16:46 12.08.2019
Erwischt: Mitarbeiter der Tierrettung fangen den Schafbock ein. Quelle: Thomas Oberdorfer
Großburgwedel

Das war ein aufregender Sonntag für die Mitarbeiter des Polizeikommissariates Großburgwedel: Seit 6 Uhr früh versuchten sie, ein Schwarzkopfschaf einzufangen. Das gelang erst am Nachmittag, nachdem Feuerwehrleute der Tierrettung aus Hannover angerückt waren. Und auch diese hatten so ihre Probleme mit dem flinken Tier.

Schaf verursacht fast einen Verkehrsunfall

Der erste Alarm ging um 6 Uhr auf der Großburgwedeler Polizeiwache ein: Ein Schaf wurde auf dem Grundstück des Klinikums in Großburgwedel gesichtet. Ein Mitarbeiter des Krankenhauses meldete sich bei bei der Polizei. Als die Beamten anrückten, flüchtete das Tier in ein Gebüsch und war erst einmal verschwunden. Um 8.47 Uhr folgte die nächste Alarmierung, das Schaf war nun am Badener Weg und wurde eine knappe Stunde später an der Wiesenstraße in Großburgwedel erneut gesichtet. Und: Fast hatte das Schaf noch einen Verkehrsunfall verursacht: Ein Autofahrer konnte in letzter Sekunde noch ausweichen, als das Tier die Kleinburgwedeler Straße überquerte.

Landwirtin unterstützt die Polizei

Die Jagd ging weiter: Mittlerweile hatten sich die Beamten Hilfe geholt. Gemeinsam mit einer Landwirtin versuchten sie, das Tier mit einem Netz einzufangen. Aber auch dieser Versuch scheiterte, und der Schafbock verschwand erneut. Auf seiner Flucht sprang er über die Motorhaube eines Streifenwagen, „ohne sie zu beschädigen“, wie ein Polizeisprecher am Montag berichtete.

Polizei und Tierretter versuchen am Sonntag, einen Schafbock in Großburgwedel einzufangen. Quelle: Thomas Oberdorfer

Leitstelle alarmiert Tierretter der Feuerwehr

Bis er gegen 13.45 Uhr wieder auftauchte: diesmal auf einem Grundstück am Reiherweg. Nun wurde es der Großburgwedeler Polizei zu bunt – sie forderte Verstärkung über die Regionsleitstelle in Hannover an. Diese alarmierte die Tierretter der Berufsfeuerwehr. Gemeinsam mit dem Engenser Ortsbürgermeister und Heidschnuckenzüchter Friedhelm Stein verfolgten Polizei und Feuerwehr das Tier auf dem sehr großzügigen Grundstück. Doch das büxte abermals aus, flüchtete in Richtung Reiherwiesen. Diesmal allerdings ließen sich die Verfolger nicht abschütteln.

Ausreißer kommt in die TiHo in Hannover

Außerdem kam eine neue Technik zum Einsatz. Die Feuerwehrleute schossen zwei Betäubungspfeile auf das Tier. Die allerdings, so berichtete einer der Tierretter nach dem Einsatz, an der dicken und sehr dichten Wolle des Tieres abzuprallen schienen.

Erschöpft oder betäubt

Ob letztlich doch einer der beiden Pfeile Wirkung zeigte oder aber der Schafbock einfach nur erschöpft war, ließ sich vor Ort nicht klären. Einem der Tierretter gelang es schließlich, den Bock mit bloßen Händen einzufangen und festzuhalten. Damit war seine abenteuerliche neunstündige Flucht kreuz und quer durch Großburgwedel beendet. Mit einem dicken Seil banden die Feuerwehrleute ihm die Beine zusammen und verstauten den Ausreißer in ihrem Fahrzeug und brachten ihn nach Hannover. In der Tierärztlichen Hochschule wird der Schafbock nun erst einmal von den Medizinern untersucht. Und es gibt noch eine gute Nachricht: „Außer ein paar angeknabberten Büschen gab es keine Schäden“, so der Polizeisprecher.

Schaf trägt die Nummer „6“ auf dem Rücken

Ungeklärt ist bislang, wem das Tier gehört. Aber es gibt ein besonders auffälliges Merkmal: Auf dem Fell des Bocks ist mit schwarzer Farbe die Ziffer „6“ aufgesprüht. Ob sich der Besitzer allerdings melden wird, da hat Heidschnuckenzüchter Stein so seine Zweifel. „Das Tier trägt keine Ohrmarke, der könnte aus einer Schwarzzucht stammen“, erklärte er.

Weitere Polizei- und Feuerwehrmeldungen lesen Sie in unserem Ticker.

Von Thomas Oberdorfer

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