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Burgwedel Sonnefeld zum Ehrenortsbrandmeister von Kleinburgwedel berufen
Umland Burgwedel

Burgwedel: Sonnefeld zum Ehrenortsbrandmeister der Feuerwehr Kleinburgwedel berufen

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17:33 26.11.2019
Dank für 31 Jahre Dienst als Ehrenbeamter: Walter Sonnefeld ist zum Ehrenortsbrandmeister von Kleinburgwedel ernannt worden. Quelle: Thomas Oberdorfer
Kleinburgwedel

Kleinburgwedel hat mit Florian Leisenberg nicht nur einen Ortsbrandmeister, seit Neuestem hat das Dorf mit Walter Sonnefeld auch einen Ehrenortsbrandmeister. Bürgermeister Axel Düker überreichte dem 61-Jährigen die Ernennungsurkunde. Im Kleinburgwedeler Feuerwehrhaus sprach er jetzt über 31 Jahre im Ehrenamt, Einsätze und die Angst von Feuerwehrleuten.

Herr Sonnefeld, Sie haben vor wenigen Monaten den Posten des Ortsbrandmeisters an Florian Leisenberg abgegeben. Was machen Sie, wenn jetzt die Sirene aufheult?

Ich würde aufstehen, runter zu meinem Haken gehen, mich umziehen und den Einsatz fahren. Und müsste Sie allein hier sitzen lassen.

Sie machen als Feuerwehrmann weiter?

Ja. Wenn die Gesundheit mitspielt, dann will ich das noch sechs Jahre bis zu meinem 67. Geburtstag machen. Das ist mittlerweile die Altersgrenze für uns Feuerwehrleute, länger dürfen wir Stand heute nicht.

Und wer hat jetzt bei einem Einsatz das Sagen? Der Ortsbrandmeister oder der Ehrenortsbrandmeister?

Natürlich Florian Leisenberg. Er ist der Ortsbrandmeister und damit der Chef, ich fahre als ganz normaler Feuerwehrmann mit.

Haben Feuerwehrleute im Einsatz eigentlich Angst?

Ich weiß nicht, ob Angst das richtige Wort ist. In der Regel sicher nicht. Aber ich will es mal so sagen: Es gab Situationen, die zumindest beängstigend waren.

Haben Sie ein Beispiel?

Der große Waldbrand zwischen Engensen und Ramlingen 1975. Ich hatte gerade meine Ausbildung zum Feuerwehrmann abgeschlossen, und wir mussten nachts raus in den Wald. Es war stockdunkel. Die Fahrzeuge hatten ja längst nicht die Technik, die wir heute haben. Und: Wochen zuvor waren in der Heide drei Feuerwehrleute von Flammen eingeschlossen worden und starben. Das war beängstigend.

Sie sind seit 46 Jahren bei der Feuerwehr. Was hat sich verändert?

Heute gibt es wesentlich mehr Einsätze. Früher mussten wir fünf-, maximal zehnmal im Jahr ausrücken. Heute fährt die Freiwillige Feuerwehr Kleinburgwedel 30 Einsätze. Und die Art hat sich verschoben. Alarmierungen bei Bränden sind heute im Verhältnis weniger, am häufigsten werden wir zu Hilfeleistungen gerufen. Und gerade diese Einsätze fordern uns Feuerwehrleute. Wenn wir zum Beispiel einen Toten aus seinem Fahrzeug herausschneiden müssen, kann das an die Substanz gehen. Da habe ich schon gestandene Kameraden gesehen, die erst einmal in die zweite Reihe zurückgetreten sind.

Wie hat sich in den Jahren die Ausrüstung der Freiwilligen Feuerwehr Kleinburgwedel verändert?

Das ist eigentlich kaum noch zu vergleichen. Die persönliche Schutzausrüstung bestand früher nur aus einem Helm, heute wird da wesentlich mehr in Schutz investiert. Das einzige Fahrzeug war nur für Brandbekämpfung ausgerüstet. Heute sind es drei und ganz wichtig, zwei davon mit Wasser an Bord und wesentlich besserer Ausrüstung, gerade für Hilfeleistungen. So etwas gab es früher nicht.

Ein ganz anderes Thema: Wie macht man bei der Feuerwehr Karriere?

Zu meiner ersten Aufgabe in der Kleinburgwedeler Feuerwehr wurde ich eher gedrängt. Das war 1977. Ich wurde mit gerade einmal 19 Jahren als Gerätewart ins Kommando berufen. Als dann 1988 ein neuer stellvertretender Ortsbrandmeister gesucht wurde, wollte ich den Job. Ich habe meinen Hut in den Ring geworfen und wurde dann auch gewählt.

Sie waren jetzt 18 Jahre lang Ortsbrandmeister und zuvor 13 Jahre lang Stellvertreter, somit 31 Jahre lang Ehrenbeamter der Stadt. Warum machen Sie das?

Erst mal will ich etwas bewegen. Die Sache ist schließlich wichtig. Aber vor allen Dingen muss es einem persönlich Spaß machen. Und den hatte ich eigentlich immer.

Was waren damals Ihre ersten Aufgaben als neuer Chef?

Als Ortsbrandmeister habe ich bei Amtsantritt erst einmal ein wenig aufgeräumt. Wir hatten einige Kameraden der etwas fauleren Sorte. Die waren eigentlich nie beim Dienst und bei Einsätzen dabei. Die habe ich vom aktiven in den passiven Dienst versetzt. Das brachte mir ein wenig Ärger ein, tat aber letztlich der Kameradschaft gut. Und die ist in der Kleinburgwedeler Feuerwehr bestens. Mit mittlerweile 61 Feuerwehrleuten im aktiven Dienst – darunter sind übrigens fünf Frauen – haben wir heute eine richtig gute Truppe beisammen.

Was wird anders mit dem neuen Ortsbrandmeister?

Das muss Florian sagen. Der wird sicherlich eigene Ideen haben. Und das ist gut so. Aber revolutionär wird das sicher nicht – nehme ich zumindest mal an (schmunzelt).

Gab es etwas, was Sie in Ihrer Amtszeit noch gern erreicht hätten?

Ja. Es wäre schon schön gewesen, wenn das neue Feuerwehrhaus noch fertig geworden oder zumindest begonnen worden wäre. Nun wird hoffentlich im kommenden Jahr mit dem Bau begonnen. Und das ist dann auch in Ordnung so.

Und was werden Sie als Ehrenortsbrandmeister machen?

Eventuell kümmere ich mich um die Ehrenabteilung. Außerdem darf ich mich noch bei der Planung und dem Neubau des Gerätehauses einbringen. Und Feuerwehrmann bin ich ja weiterhin.

Zur Person – Walter Sonnefeld

Walter Sonnefeld wurde 1958 geboren, ist verheiratet und hat drei Kinder. Er arbeitet in einem Vertriebsbüro für Messtechnik. Seine Karriere bei der Kleinburgwedeler Feuerwehr: 1973 Eintritt, 1977 Gerätewart, 1983 Gruppenführer, 1988 stellvertretender Ortsbrandmeister, 2001 Orts- und 2019 Ehrenortsbrandmeister. to

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