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Burgwedel Das Geld ist alle: Stiftung zahlt letzte Zinsen für Sportförderung aus
Umland Burgwedel

Burgwedel: Sportförderung: Sportstiftung zahlt die letzten Zinsen aus

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17:54 14.01.2020
Die Stadt Burgwedel unterstützt ihre Sportvereine auch weiterhin. Hier ist die Deutsche Meisterin im Passrennen für Islandpferde, Claudia Rinne, neben dem stellvertretenden Sportring-Vorsitzenden Guido Conrad (links) und Rainer Fredermann vom Kuratorium der Sportstiftung zu sehen. Quelle: Sandra Köhler (Archiv)
Burgwedel

Die Sportförderung ruht in Burgwedel auf drei Säulen. Zum einen können Vereine die städtischen Sportanlagen kostenfrei nutzen. Zum anderen unterstützt die Kommune Investitionen der Vereine auf Antrag mit 10 Prozent der Summe. Darüber hinaus verteilt die städtische Sportstiftung die Zinsen, die sie mit der Anlage ihres Stiftungsvermögens erwirtschaftet hat.

Diese letzte Säule bricht nun zumindest vorerst komplett weg. Aufgrund der Nullzinspolitik sind bereits seit einigen Jahren keine Erträge mehr zu erzielen. In diesem Jahr erhalten die Vereine die letzten Reste des Teiles der Zinsen, welche die Kommune von 2012 an wohlweislich zurückgehalten hatte. Danach ist komplett Schluss mit dem warmen (und freiwilligen) Geldregen.

2 Millionen Euro beträgt der Kapitalstock der 2004 vom damaligen Stadtdirektor Hannes Schönhoff und Bürgermeister Karsten Hoppenstedt in Leben gerufenen Sportstiftung. In Spitzenzeiten konnte die Stiftung mehr als 80.000 Euro an die Burgwedeler Sportvereine verteilen. Doch damit ist längst Schluss. Als Reaktion auf den Sinkflug der Zinsen hatten die Verantwortlichen ab 2013 jeweils ein Viertel der Auszahlungen zurückgehalten. Insgesamt 80.000 Euro umfasste diese Reserve, von der die Burgwedeler Sportvereine in diesem Jahr die letzten Reste erhalten.

Dann ist Schluss. „Es gibt keine Zinsen, die wir ausschütten könnten“ sagt Götz-Gero Moeller, der als Hauptamtsleiter bei der Stadt für das Thema Sport zuständig und gleichzeitig Vorstandsmitglied der kommunalen Stiftung ist. „Nun müssen Bürgermeister Düker und ich abwarten und schauen, wie sich der Finanzmarkt entwickelt.“

Vereine dürfen nicht ausschließlich auf die Kommune setzen

„Ich bin gespalten, was die Förderung der Stadt angeht“, sagt Ulrich Friedrich, Vorsitzender des Sportrings Burgwedel. Einerseits wäre es schön, wenn die Vereine auch weiterhin von Zinserträgen der Sportstiftung profitieren könnten. Andererseits stelle die Stadt ihre Sportstätten den Aktiven kostenfrei zur Verfügung. „Sportförderung ist ein ganz individuelles Thema“, sagt Friedrich. „Das handhabt jede Kommune anders: Es gibt welche, die fördern die Vereine, verlangen im Gegenzug aber von ihnen Nutzungsgebühren.“ Was für die Sportvereine günstiger wäre, sei nicht so einfach abzuwägen.

Zudem komme hinzu, dass die Stadt Burgwedel Vereine bei Investitionen mit 10 Prozent unterstütze. „Das ist bisher auch immer anstandslos gezahlt worden – besonders wenn es um Investitionen in die Sportanlagen geht.“ Als Beispiel dafür nennt Friedrich die Einrichtung neuer elektronischer Schießstände. Sicherlich fehle das Geld, das früher aus den Zinserträgen der Sportstiftung floss, dem einen oder anderen Verein schon. Andererseits wisse jeder Vorstand, dass sich ein Verein aus sich selbst heraus tragen müsse – also aus den Mitgliedsbeiträgen. „Da ist ein Verein nicht anders als ein Geschäft.“

Unterstützung auch durch andere Stiftungen

Bei geplanten größeren Investitionen gebe es zudem die Möglichkeit, etwa über den Regions- und Landessportbund sowie die Lotto-Sport-Stiftung Zuschüsse zu erhalten. „Aber man benötigt eben auch ein gewisses Eigenkapital – oder einen Kredit, der dann hinterher aus eigenen Mitteln zurückgezahlt werden muss“, so Friedrich. In den vergangenen Jahren sei das Ende der Förderung aus der Sportstiftung bei den Vereinen noch kein Thema gewesen. „Aber wie es immer ist: Wenn es so weit ist, kann es zum Thema werden.“

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