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Burgwedel Bieterschlachten im Dauerregen – Stadt versteigert Fundsachen
Umland Burgwedel

Burgwedel: Stadt versteigert Fundsachen

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00:22 25.05.2019
Und da 20 Euro: Auktionator Harald Rietz bei der Versteigerung. Quelle: Thomas Oberdorfer
Großburgwedel

Alt, vollkommen verrostet und dennoch das begehrteste Stück: Die Fundsachenversteigerung der Stadt Burgwedel endete am Dienstag mit einer kleinen Überraschung. Nicht eines der vergleichsweise modernen Fahrräder mit 27-Gang-Schaltung und Scheibenbremsen, sondern ein uralter Drahtesel der Firma Miele erzielte das höchste Auktionsergebnis. Für stolze 170 Euro gab Auktionator Hartmut Rietz schließlich den Zuschlag nach einer kleinen Bieterschlacht.

Fundsachen türmen sich im Rathauskeller

Die Versteigerung auf der Rathausterrasse ist schon seit Jahren Kult. Für ein paar Stunden schlüpft Bauamtsmitarbeiter Rietz in die Rolle des Auktionators. Mit weißem Hemd und schwarzem Sakko, mit rotem Halstuch und altem Zylinder preist er die Fundsachen an, die sich im Laufe eines Jahres im Rathauskeller angehäuft haben. Vor allem auf seine Kopfbedeckung ist er stolz. „Im Inneren des Zylinders ist noch ein Aufkleber mit dem Hinweis auf ein Reichspatent. Der ist also deutlich älter als ich“, sagte der 64-Jährige.

Auch Dauerregen konnte 70 Interessenten nicht davon abhalten, um die Fundsachen eines ganzen Jahres mitzubieten.

Zurück zu den Fundsachen: Für 67 Teile galt es, einen neuen Besitzer zu finden. Eine nicht ganz einfache Aufgabe für Rietz im Dauerregen hinter dem Rathaus. Rund 70 Bieter hatten sich eingefunden, und augenscheinlich waren fast alle mit dem Wunsch gekommen, ein neues Fahrrad zu ersteigern. Die Chancen standen nicht schlecht: 34 Fahrräder hatte Bauhofmitarbeiter Andrej Mayer gemeinsam mit einem Kollegen in zwei langen Reihen aufgebaut.

Straßentaugliche Räder sind gefragt

Neben dem alten Miele-Rad waren vor allem Cityräder gefragt. „Aber Schnäppchen sind das hier nicht“, sagte eine Bieterin, nachdem sie wiederholt überboten worden war. Für fahrbereite Räder kletterte der Preis dann auch schnell mal über die 100-Euro-Marke. Neben vielen Privatleuten beteiligte sich zumindest auch ein Händler an den Auktionen. Der hatte am Ende des Tages sein Warendepot um etliche Fahrräder aufgestockt. Dennoch: Nicht für alle Drahtesel konnte Rietz einen Bieter finden – und das bei einem Startpreis von nur einem Euro. Diese werden jetzt entsorgt.

Dieses Rad ist wirklich alt: Ein rostiges Miele-Fahrrad wechselte den Besitzer. Quelle: Thomas Oberdorfer

Kein Bieter für einen Ehering

Und es kam auch manch Kurioses unter den Hammer: ein gefüllter Koffer als Überraschungspaket und ein Ehering mit einem eingravierten Hochzeitsdatum aus dem Juli 1997. Ob dieser nun nach einer Trennung wütend wegschmissen oder doch nur einfach verloren wurde, lässt sich nicht mehr klären. Allerdings gelang es Rietz nicht, für das Schmuckstück in der Auktion einen neuen Besitzer zu finden. Niemand war bereit, den Startpreis von 90 Euro zu bieten. „Das ist der Materialwert des Goldes, darunter gebe ich ihn nicht weg“, sagte er.

1482 Euro für den Stadtsäckel

Über eine Tageseinnahme von 1482 Euro und endlich wieder Platz im Rathauskeller freute sich nach der gut dreistündigen Auktion Ordnungsamtsmitarbeiterin Laura Schulz. Das Geld wandert nun in den Stadtsäckel. Allerdings: Ganz leer wird der Keller im Rathaus nie. „Da liegen jetzt noch die Fundsachen der vergangenen sechs Monate“, erklärte sie. Denn: So lange muss die Stadt diese aufbewahren und versuchen, den Besitzer ausfindig zu machen. Erst danach dürfen sie entsorgt oder eben versteigert werden. Und das wird dann wieder der Mann mit dem Zylinder machen – im Mai kommenden Jahres. „Das wird dann meine letzte Auktion sein, danach gehe ich in Rente“, sagte Rietz.

Von Thomas Oberdorfer

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