Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Burgwedel Unfall vorgetäuscht: 58-Jähriger muss 600 Euro Strafe zahlen
Umland Burgwedel

Burgwedel: Unfall vorgetäuscht – nun muss ein 58-Jähriger Strafe zahlen

Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
16:31 14.10.2019
Zweifel an dem Unfall kamen schon den Polizisten, die den vermeintlichen Unfall aufnahmen. Sie erstatteten Anzeige wegen Vortäuschung einer Straftat. Quelle: Symbolbild
Großburgwedel

Dass man auch für das Vortäuschen einer Straftat richtig Ärger mit dem Gesetz haben kann, bekam jetzt ein Mann aus Burgwedel zu spüren. Er hatte bei der Polizei eine Unfallflucht angezeigt, die es – so das Gericht – gar nicht gegeben hatte. Dafür bekam der 58-Jährige einen Strafbefehl zugestellt, gegen den er sich jetzt vor dem Burgwedeler Amtsgericht wehrte.

Aber auch dort hatte er einen schweren Stand. „So wie Sie den Unfall schildern, kann es nicht gewesen sein“, erklärte Richter Michael Siebrecht dem Angeklagten nach dessen Schilderung der Geschehnisse. Angeblich hatte der Sohn des Angeklagten sich einen Leihwagen genommen und diesen auf seinem Grundstück abgestellt. Da dieses an einer viel befahrenen Straße liege, müsse ein unbekanntes Auto auf den Hof gefahren sein, um dort zu wenden. Das geschehe oft, sagte der Mann vor Gericht. Bei solch einem Manöver müsse dann der fremde Wagen das Leihauto touchiert und beschädigt haben, erklärte er den Vorfall aus seiner Sicht.

Unfallspuren passen nicht zur Schilderung des 58-Jährigen

Diesen Hergang der Geschehnisse schilderte der Mann in ähnlicher Form auch der Polizei. Bei dieser hatte er sich gemeldet, um eine Unfallflucht anzuzeigen. Zwei Beamte kamen hinaus zu seinem Grundstück. Aber sie zweifelten schnell an den Schilderungen des 58-Jährigen. Die Unfallspuren an dem Fahrzeug passten einfach nicht zu dessen Aussage.

Das Problem: Der Leihwagen war nicht nur an der kompletten Fahrerseite mit tiefen Kratzern überzogen, auch der linke Bereich der Frontpartie war in Mitleidenschaft gezogen. Eine Beschädigung, die – so die Polizisten – nicht durch einen Parkrempler entstanden sein kann, da vor dem Wagen ein anderes Fahrzeug abgestellt war. Von vorne konnte der Wagen nach Ansicht der Beamten so nicht beschädigt worden sein.

Und auch die Beschädigungen an der Fahrerseite ließen die Beamten stutzen. Die Kratzer gab es nur bis zu einer bestimmten Höhe. Darüber war das Fahrzeug unbeschädigt. So auch der Seitenspiegel. Wäre ein anderes Auto an dem Wagen entlang geschrammt, hätte es ein anderes Schadensbild geben müssen. Deshalb schrieben die Polizisten eine Anzeige wegen Vortäuschens einer Straftat.

Angeklagter hatte schon zehn Verurteilungen wegen Betrugs

Eine Einschätzung, der sich auch Richter Siebrecht anschloss. „Das sieht mir eher danach aus, dass jemand mit dem Wagen einen Poller angefahren hat und dann an ihm entlanggeschrammt ist“, erklärte er dem Angeklagten und bestätigte das Urteil aus dem Strafbefehl: 60 Tagessätze zu jeweils 10 Euro wegen Vortäuschung einer Straftat – das ergibt eine Geldstrafe von 600 Euro. Zudem muss der Angeklagte nun die Kosten des Verfahrens tragen. Wie sich sein Sohn mit dem Verleiher am Ende einigte, war nicht Bestandteil dieses Verfahrens vor dem Burgwedeler Amtsgericht. Was dem 58-Jährigen zudem vor Gericht auch nicht geholfen haben dürfte, ist seine Strafakte. Insgesamt zehnmal war er in den vergangenen Jahren wegen Betruges verurteilt worden.

Lesen Sie dazu auch

Drogendealer verkauft seine Ware auch an Jugendliche – Richter schickt ihn nicht in Haft

In einem Schnellverfahren verurteilt das Amtsgericht Burgwedel jetzt Zigarettendiebe

Vor Gericht: Mann lädt heimlich Nacktfotos seiner Ex auf einer Pornoseite hoch

Von Thomas Oberdorfer

Unverrichteter Dinge musste ein Einbrecher in Engensen wieder abziehen. Er schaffte es nicht, in ein Haus einzusteigen. Sowohl eine Tür als auch ein Fenster hielten seinen Einbruchsversuchen stand.

14.10.2019

In einer Serie stellt die HAZ historische und aktuelle Fotos von Großburgwedel gegenüber und zeigt so, wie sich die Stadt in den vergangenen Jahrzehnten gewandelt hat.

21.10.2019

Mit dem Film „Sunset Boulevard“ von Billy Wilder geht die Burgwedeler Classic-Cinema-Reihe am Freitag, 1. November, weiter. Der Vorhang öffnet sich um 20 Uhr im Amtshof in Großburgwedel.

14.10.2019