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Burgwedel Viel Durchgangsverkehr belastet die Fuhrberger
Umland Burgwedel Viel Durchgangsverkehr belastet die Fuhrberger
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00:16 11.04.2019
Kurz hinter dem Ortseingang aus Richtung Burgwedel sollte nach Ansicht des Fuhrberger Ortsrates eine Verkehrsinsel gebaut werden, um damit den Verkehr zu bremsen. Quelle: Sandra Köhler
Fuhrberg

Zu viel, zu schnell, zu laut: Die Fuhrberger ächzen unter den Massen an Autos, Lastwagen und Motorrädern, die sich Tag für Tag durch den Ort bewegen. Von der Region Hannover fühlen sie sich allein gelassen, Unterstützung von der Stadt Burgwedel gibt es auch nicht in erwünschtem Maße.

Lärmaktionsplan ist in Arbeit

Mit zwei Anträgen hatte die SPD-Ortsratsfraktion im Vorfeld der Ortsratssitzung am Donnerstagabend versucht, dem leidigen Thema abzuhelfen. Der von ihr geforderte Lärmaktionsplan für Burgwedel sei in Arbeit, teilte die Stadtverwaltung mit. Er soll im September vorgelegt werden. Die Lärmkartierung, die das Niedersächsische Umweltministerium 2017 für die Landesstraße 310 Celle-Fuhrberg-Mellendorf vorgenommen hatte, ergab, dass mindestens 100 Einwohner nachts einem Lärmpegel von mehr als 60 Dezibel ausgesetzt sind. Genug, damit die Kommune Lärmschutzmaßnahmen planen muss. Zudem sei bei der Kartierung für die L310 mit durchschnittlich 10.270 Fahrzeuge pro Tag gerechnet worden. „Eine von der Stadt durchgeführte Zählung hat aber 21.288 Fahrzeuge, also doppelt so viele, ergeben“, gab SPD-Ortsratsmitglied Torsten Allert in der Sitzung zu bedenken: „Das sollte beim Erstellen des Lärmaktionsplans bedacht werden.“

Bürger sollen Tempolimit beantragen

Mit ihrem Wunsch, die Höchstgeschwindigkeit vor dem Ortseingang auf der Hannoverschen Straße auf 70 zu begrenzen, blitzten die Politiker komplett ab. Aus rein formalen Gründen: Lediglich Bürger, heißt es in der Antwort der Region sinngemäß, seien befugt, solche Anträge zu stellen. Somit müsse die Verkehrsbehörde nicht tätig werden. „Ich bitte Sie: Machen sie von Ihrem Recht Gebrauch und stellen Sie die Anträge, am besten zahlreich“, appellierte SPD-Politiker Allert an die Anwesenden. „Wir würden Ihnen gerne helfen, aber uns sind die Hände gebunden“, sagte Ortsbürgermeister Heinrich Neddermeyer (CDU).

Verkehr nervt die Fuhrberger sehr

Angesichts dieser Nachrichten schlugen bei den mehr als 20 Besuchern der Sitzung die Wogen der Empörung hoch. Man müsse hohe Mauern bauen, um wenigstens halbwegs vor dem Lärm geschützt zu sein, den der Verkehr auf der L310 nicht nur direkt an der Mellendorfer Straße, sondern auch in den anliegenden Bereichen mit sich bringe, hieß es. „Nicht leiser oder langsamer, ganz raus muss der Verkehr. Etwas anderes bringt nichts“, meldete sich ein anderer Bürger zu Wort und brachte damit das seit Jahrzehnten immer wieder heiß diskutierte Thema Ortsumgehung aufs Tapet. Beides zeige doch, wie sehr die Fuhrberger unter dem Verkehr litten, sagte Neddermeyer –auch wenn er selbst nicht daran glaubt, dass die Ortsumgehung je gebaut werden wird.

Verkehrsinsel auf der Hannoverschen Straße?

Zurück zum Ortseingang aus Richtung Großburgwedel, der Hannoverschen Straße (L381). Dort drücken Autofahrer der geraden Strecke wegen gern aufs Gas. Aus Richtung Großburgwedel gibt es häufig riskante Überholmanöver. Zudem wird der sogenannte „Spargelweg“, die Alte Burgwedeler Straße, von vielen Fußgängern, Reitern und landwirtschaftlichen Fahrzeugen genutzt, um die L381 zu überqueren – bei den geschilderten Fahrmanövern ist das gefährlich. Eine Verkehrsinsel im Bereich des Ortseinganges könne für Entschleunigung sorgen und die Gefahr für alle verringern, war sich der Ortsrat einig. „Das halte ich für realistisch“, sagte Neddermeyer: „Ich kümmere mich zügig darum.“

Von Sandra Köhler

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