Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Burgwedel General-Wöhler-Stiftung: Finanzierung ist für zwei weitere Jahre gesichert
Umland Burgwedel

Burgwedel Wedemark: General-Wöhler-Stiftung investiert in Fonds

Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
Jetzt kostenlos Testen Zur Anmeldung
17:54 09.01.2020
Der Vorsitzende der General-Wöhler-Stiftung, Jürgen Veth, vor dem baulichen Herzstück der Stiftung, der Heimatstube auf dem Deiken-Wöhlerschen Hof in Großburgwedel. Quelle: Sandra Köhler
Großburgwedel/Meitze

Bedürftige in Großburgwedel und Meitze unterstützen und die beiden eigenen Immobilien betreiben und unterhalten: Diesen Aufgaben hat sich die General-Wöhler-Stiftung verschrieben. Doch dafür bedarf es nicht unwesentlicher finanzieller Mittel.

„Pro Geschäftsjahr benötigt die Stiftung etwa 75.000 Euro“, sagt Jürgen Veth, Vorsitzender der General-Wöhler-Stiftung. Diese Summe resultiere aus Reparaturen, dem Betrieb der Heimatstube, der Unterstützung bedürftiger Bürger und dem Verwaltungsaufwand. Mit 20.000 Euro schlugen für die Stiftung im Geschäftsjahr 2019 Reparaturen an den Immobilien – zwei alten Bauernhöfen – sowie Investitionen in das Inventar, etwa Stahlschränke, Beamer und Leinwand für die Heimatstube, zu Buche. 31.000 Euro hat die Stiftung für die Unterstützung Bedürftiger aufgewendet. 19 Burgwedeler und zwei Meitzer erhielten und erhalten eine monatliche Zuwendung in Höhe von je 50 bis 150 Euro – zusätzlich zu ihren Sozialleistungen.

Helfen, wenn Menschen in Not sind

„Wir wollen etwas on top geben“, sagt Veth. Unter den Unterstützten finden sich nicht nur schwer erkrankte Bürger, sondern auch viele Senioren. „Damit folgen wir ausdrücklich den Gedanken der Stiftungsgründer, die sich dafür einsetzten, dass Menschen auch im Alter würdig leben können.“ Zusätzlich leiste die Stiftung Hilfe in Einzelfällen, etwa als Zuschuss für den Kauf von Brillen, Zahnersatz und Winterkleidung. Um Menschen zu erreichen, die wirklich dringender Hilfe bedürfen, gibt es eine Zusammenarbeit mit der Stadt Burgwedel und der Gemeinde Wedemark sowie dem Diakonischen Werk der evangelischen Kirche.

Wie alle Stiftungen in Deutschland muss auch die General-Wöhler-Stiftung ihre Ausgaben ausschließlich aus Erträgen bestreiten; das Grundkapital darf sie nicht antasten. Ihre Erträge generiert sie aus Zinsen, Ausschüttungen aus Beteiligungen, Spenden, Vermietungen und Verpachtungen, dem Holzverkauf und Entschädigungszahlungen beispielsweise für Leitungsrechte oder Windkraftanlagen auf Stiftungsflächen. Mit dieser Splittung sieht Veth die Stiftung gut aufgestellt – auch wenn die Holzpreise ob der Trockenheit und des Ungezieferbefalls und dem damit einhergehenden Überangebot im Keller sind. Die weltweite Entwicklung auf den Finanzmärkten mache es gerade Stiftungen immer schwerer, Geld zu generieren, sagt Veth.

Stiftung investiert in Investmentfonds

„Bis vor etwa zehn Jahren haben die Zinsen aus überwiegend mündelsicheren Wertpapieranlagen nahezu zwei Drittel unseres jährlichen Finanzbedarfs gedeckt“, erklärt Veth. Bei dieser konservativen Art von festverzinsten Anlagen sind Wertverluste nahezu ausgeschlossen, wobei allerdings die Erträge nicht übermäßig hoch ausfallen. Doch die weltweite Finanzkrise sowie die Reaktion der Banken darauf habe laut Veth dazu geführt, dass es diese Form der Anlage seit einigen Jahren nicht mehr gebe. Im Gegenteil: Banken gingen immer mehr dazu über, gerade von Anlegern größerer Summen Gebühren dafür zu verlangen, dass sie deren Geld verwalteten.

Deshalb habe der Stiftungsvorstand bereits vor einigen Jahren beschlossen, Teile der frei werdenden Anlagen in seriösen Investmentfonds anzulegen, um mit den Gewinnen die verminderten Zinserträge zu kompensieren. Diese Strategieänderung sei bisher sehr erfolgreich gewesen, sagt Veth, der vor seinem Ruhestand beruflich selbst im Finanzsektor tätig war. „Die Stiftung kann deshalb 2020 und 2021 ihre Aufgaben sicher erfüllen.“ Der Vorstand habe in seiner Sitzung im Dezember deshalb einstimmig beschlossen, den Anteil der Anlagen im Investmentbereich von bis zu 20 Prozent des liquiden Vermögens auf maximal 50 Prozent zu erhöhen, um der negativen Zinsentwicklung entgegenwirken zu können.

Veranstaltungen in der Heimatstube

Mehr als 1200 Besucher haben die elf Veranstaltungstage der Heimatstube der General-Wöhler-Stiftung im vergangenen Jahr genutzt. Besonders beliebt war der Beamervortrag, bei dem der Vorstandsvorsitzende Jürgen Veth an mehreren Terminen anhand alter Ansichtskarten über Großburgwedel referiert hatte. Anstelle Eintrittsgeld zu zahlen spendeten die Gäste insgesamt 2500 Euro. Diese kamen dem ambulanten Hospizdienst Burgwedel-Isernhagen-Wedemark zugute. Auch 2020 will ihn die Stiftung unterstützen.

Wer bisher noch keine Gelegenheit hatte, Veths Vortrag zu sehen, bekommt im Frühjahr noch zwei Chancen: Er wird am 8. und 15. April angeboten. Die genauen Zeiten sowie weitere Termine werden demnächst auf der Stiftungshomepage www.heimatstube-grossburgwedel.de/veranstaltungen zu finden sein. Auch die Adventslesungen fanden 2019 viele Freunde. Sie stehen für dieses Jahr ebenfalls bereits fest im Stiftungskalender: am Sonnabend, 28., und Sonntag, 29. November.

Lesen Sie auch

Von Sandra Köhler

Prominenz im Doppelpack beim FDP-Neujahrsempfang in Isernhagen: Dirk Roßmann hat Hannover-96-Boss Martin Kind mitgebracht. Vor den Liberalen sprach der Drogeriekönig über soziale Verantwortung – und seine Männerfreundschaft mit Kind.

09.01.2020

Vor dem Landgericht Hannover muss sich seit Donnerstag ein 24-jähriger Mann aus Fulda verantworten. Rasched H. soll als Mitarbeiter eines Schlüsseldienstes einem Paar aus Burgwedel eine überteuerte Rechnung ausgestellt haben. Das Paar hatte sich ausgesperrt, doch die Tochter war noch in der Wohnung.

10.01.2020

Unfallflucht, obwohl im gerammten Auto ein Kind saß: Nach dieser Straftat sucht die Polizei nun dringend Zeugen. Ereignet hatte sich das Geschehen am Mittwochnachmittag in Burgwedel-Wettmar.

09.01.2020