Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Burgwedel Wettmars Volkskönig Stephan Krüger legt eine Pause ein
Umland Burgwedel

Burgwedel: Wettmar: Volkskönig Stephan Krüger legt Pause ein

Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
19:00 26.05.2019
Volkskönig Stephan Krüger zeigt seine Scheibe. Quelle: Katerina Jarolim-Vormeier
Anzeige
Wettmar

Eigentlich lehnt Stephan Krüger Waffen kategorisch ab. Aber als sein Nachbar Rico Hädrich ihn fragte, ob er zum Schießstand mitkommen würde, sagte Krüger nicht Nein. Das war im vergangenen Jahr. „Damals habe ich schlecht abgeschnitten“, berichtete der 53-Jährige als der Schützenumzug am Sonntag vor seiner Haustür einen Stopp einlegte, um seine Scheibe an die Außenfassade anzunageln. „Diesmal ist alles anders.“ Krüger ist Volkskönig – und er trägt die schwere Kette stolz um den Hals.

Aus Liebe zum Dorf

Krüger und seine Frau Eva Schlenska sind in Wettmar Neubürger. Vor vier Jahren zogen sie dort hin. „Aus Liebe zum Dorf“, sagte Krüger. Aber so ganz stimmt es nicht. Der Gebürtige Scharbeutzer hat in Hannover seine Liebe gefunden und deshalb zog er aus Schleswig Holstein weg. „Wir fühlen uns hier wohl.“

Anzeige

Krüger ist nicht Mitglied im Schützenverein Gut Ziel. Das will er auch nicht werden. Der dreifache Vater ist als Vertriebsbeauftragter in einem IT-Unternehmen mit Sitz in München bundesweit unterwegs. „Dafür habe ich keine Zeit.“ Ein Tag für den Schießsport sei für ihn in Ordnung, oder auch jetzt das Wochenende könne er dabei sein. „Aber morgen früh bin ich schon wieder in Richtung Süden der Republik unterwegs.“ Zudem hat er bereits ein Hobby, in das er viel Zeit investiert, nämlich das Segeln.

Bei der dreitägigen Sause der Schützen führte der Festumzug am Sonntag nicht die Hauptstraße entlang. Grund dafür ist die Baustelle mitten durchs Dorf, die im Juli nach zwölfmonatiger Bauzeit fertiggestellt werden soll. Die Baustelle ist ein dominantes Thema in Wettmar. Weil es in der Vergangenheit Probleme mit der Ausschilderung sowie Kritik vonseiten der Geschäftsleute gegeben hatte, wählte der Schützenverein als Bild für die Volksscheibe in diesem Jahr ein Baustellenschild aus. „Aktueller könnte es nicht sein“, sagte Vereinssprecherin Petra Reinike.

Hilfe der Dorfgemeinschaft ist großartig

Als Volkskönig war Krüger am Sonntag Gastgeber des ganzen Umzugs. Er schätzte die Besucherzahl auf rund 250 Leute. Die Bewirtung könne man nicht alleine stemmen. „Die Unterstützung auf allen Ebenen und die Hilfe der Dorfgemeinschaft ist in Wettmar großartig“, lobte der leidenschaftliche Segler. Beispielsweise den Toilettenwagen organisierte der Feuerwehrchef Karsten Weigt. Nachbarn und die Töchter Louise und Antonie halfen beim Kuchen- und Wurststand.

Krüger sprach bei Annageln der Scheibe davon, dass Wettmar am Wochenende gezeigt habe, wie schön man feiern könne – in Frieden, Freiheit sowie mit Toleranz untereinander. Gleichwohl steht für den neuen Volkskönig Stephan Krüger definitiv fest: „Im nächsten Jahr möchte ich pausieren.“

Vereinsprecherin der Wettmarer Schützen ist Petra Reinike. Quelle: Katerina Jarolim-Vormeier

Petra Reinike: „Wir nutzen alle Veranstaltungen für uns“

Wie schwer ist es als Vereinsexterne zum Mitmachen zu bewegen?

Ja, das ist schon nicht einfach. Aber wir nutzen alle Veranstaltungen im Dorf, um auf uns aufmerksam zu machen. Beispielsweise wenn die Feuerwehr feiert, oder auch wenn andere Vereine und Verbände ein Fest auf die Beine stellen.

Woran liegt die geringe Beteiligung?

Viele denken, dass sie als Majestät der Volksscheibe viel Geld bezahlen müssen. Der Verein sponsert die Könige mit jeweils 250 Euro. Wobei jeder 70 Euro für die Getränke beim Kommers am Freitag zahlt. Ich war auch schon zwei Mal Volkskönigin – und die Ausgaben waren überschaubar.

Womit wollen sie für die Teilnahme werben?

Wir gestalten die Volksscheibe Jahr für Jahr attraktiv. Künstler Klaus Müller bemalt sie und sucht sich ein aktuell beherrschendes Thema in Wettmar – und das ist diesmal die Baustelle mitten durchs Dorf.

Interview: Katerina Jarolim-Vormeier

Von Katerina Jarolim-Vormeier