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Burgwedel Unfallstatistik: Radfahrer leben gefährlich
Umland Burgwedel

Burgwedel und Isernhagen: Polizei stellt Unfallstatistik 2018 vor

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00:17 23.05.2019
Stellt die Verkehrsunfallstatistik 2018 vor: Polizeioberkommissar René Lange. Quelle: Thomas Oberdorfer
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Großburgwedel

Dieser Trend ist erfreulich: Seit zehn Jahren sinkt der Anteil von Verkehrsunfällen mit verletzten Personen in Burgwedel und Isernhagen stetig. Gab es 2007 noch 198 solcher Unfälle, so ging ihre Zahl bis zum vergangenen Jahr auf 127 zurück. Dabei wurden 151 Menschen verletzt. Diese Zahlen stellte René Lange, Leiter des Einsatz- und Streifendienstes beim Kommissariat in Großburgwedel, bei der Präsentation der Verkehrsunfallstatistik 2018 vor.

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Dem gegenüber gab es bei Verkehrsunfällen insgesamt in diesem Zeitraum nur geringfügige Änderungen. 2007 waren es 1150, im vergangenen Jahr 1166. „Die Autos sind einfach sicherer geworden“, sagte Lange, der erst vor wenigen Wochen seinen Dienst in Großburgwedel angetreten hat. „Außerdem können wir beobachten, dass immer mehr Leute den Sicherheitsgurt anlegen.“

Unfall mit einer Toten macht betroffen

Betroffen macht ihn die Tatsache, dass auch im vergangenen Jahr bei einem Unfall im Bereich des Burgwedeler Polizeikommissariats ein Mensch gestorben ist. Bei einem frontalen Zusammenstoß zweier Fahrzeuge war im Oktober auf der L 383 bei Oldhorst eine Frau tödlich verletzt worden. Auch in den Jahren 2016 und 2017 hatte es im Bereich des Polizeikommissariats jeweils einen Unfall mit einer getöteten Person gegeben.

Radfahrer haben hohes Risiko, verletzt zu werden

Und noch etwas zeigt die Unfallstatistik: Für Radfahrer besteht in Burgwedel und Isernhagen ein hohes Risiko, bei einem Verkehrsunfall verletzt zu werden. Auch das belegen die Zahlen: Radfahrer waren im vergangenen Jahr an insgesamt 70 der 1166 bei der Polizei gemeldeten Unfälle beteiligt. Das sind rund 6 Prozent. Aber: Schaut man auf die Zahl der bei Unfällen verletzten Personen, dann stieg deren Anteil rasant an. Von den 2018 verletzten 151 Personen waren 47 Radfahrer – das war ein Anteil von mehr als 31 Prozent.

Viele Unfallflüchtlinge werden erwischt

Und Lange räumt auch mit einer weit verbreiteten Fehleinschätzung auf: Nach einem kleinen Rempler auf dem Supermarktparkplatz fahren viele Autofahrer einfach davon. „Wir werden ja doch nicht erwischt, scheinen viele zu denken.“ Ein Irrtum, wie ein Blick in die Unfallstatistik verrät. Bei den gemeldeten 1166 Unfällen machten sich 312 Fahrer aus dem Staub. 126 von ihnen, das sind immerhin mehr als 40 Prozent, konnten die Polizeibeamten im Anschluss ermitteln. Und wer erwischt wird, der muss mit einer empfindlichen Strafe rechnen. „Es ist eine Straftat, und das kann richtig teuer werden“, erklärt Lange. „Haben wir einen Unfallflüchtigen ermittelt, landet die Akte auf jeden Fall bei der Staatsanwaltschaft in Hannover.“

Und das sind die Hauptunfallursachen

Außerdem haben die Beamten die Unfälle des Jahres 2018 nach ihren Ursachen aufgeschlüsselt. Klare Spitzenreiter sind dabei eine zu hohe Geschwindigkeit und ein nicht eingehaltener Sicherheitsabstand. Die Zahlen im Einzelnen:

Fahren unter Alkoholeinfluss: 35 Fälle

Missachtung der Vorfahrt: 117 Fälle

Zu hohe Geschwindigkeit und zu geringer Abstand: 423 Fälle

Abbiegeunfälle: 23

Und noch eine Zahl präsentiert Lange: 267 Autofahrer wurden im vergangenen Jahr in Burgwedel und Isernhagen mit dem Handy in der Hand am Steuer erwischt. Wie oft allerdings die Benutzung des Mobiltelefons Auslöser für einen Unfall war, das kann er nicht belegen: „Hat es gekracht, dann gibt niemand hinterher zu, dass er am Handy herumgespielt hat.“

Von Thomas Oberdorfer