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Burgwedel Düker verspricht: Keine Steuererhöhungen
Umland Burgwedel Düker verspricht: Keine Steuererhöhungen
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00:15 02.01.2019
Der Medienentwicklungsplan wird umgesetzt. Bürgermeister Axel Düker kündigt die Anschaffung digitaler Geräte für die Schulen an. Quelle: Thomas Oberdorfer
Burgwedel

2018 ist Geschichte. Am Dienstag beginnt das neue Jahr. Warum es noch zu früh ist, schon jetzt über einen möglichen Standort für den geplanten Klinikneubau zu spekulieren und warum es auf absehbare Zeit keine weiteren Steuererhöhungen geben wird, erklärt Burgwedels Bürgermeister und Verwaltungschef Axel Düker im Gespräch mit Redakteur Thomas Oberdorfer. Außerdem werfen wir einen kleinen Blick zurück auf das Jahr 2018. Und damit begínnt das Interview.

Herr Düker, wie fällt Ihre Bilanz für das Jahr 2018 aus?

Ganz ordentlich. Es ist immer ein gutes Zeichen, wenn ein Jahr wie im Flug vergeht. Und genau solch ein Jahr hatten wir. Wir haben viel geschafft und einige wichtige Weichen gestellt.

Welche waren das?

Allen voran die Entscheidung, dass Gymnasium Großburgwedel zu sanieren und zu erweitern. Das war wirklich wichtig. Außerdem haben wir grundsätzliche Beschlüsse für die Zukunft der Sportstätten gefasst. Die große Vier-Feld-Halle wird saniert, und am Gymnasium wird zudem eine Drei-Feld-Halle mit Platz für Zuschauertribünen gebaut. Das waren wichtige, wegweisende Entscheidungen.

Das wird viel Geld kosten. Wie lief das Finanzjahr 2018 für die Stadt?

Gut. Wir werden am Ende auf jeden Fall eine schwarze Null schaffen. Ob es für einen Haushaltsüberschuss reichen wird, werden wir erst in ein paar Wochen sehen. Da müssen wir auf den Jahresabschluss warten.

Lassen Sie uns zur Zukunft kommen. Was werden die großen Themen für das Jahr 2019 werden?

Das Gymnasium wird uns auf jeden Fall weiter beschäftigen. Wir brauchen jetzt gute Pläne für Ausbau und Sanierung. Daran arbeiten derzeit mehrere Planungsbüros. Im Frühjahr werden die Entwürfe auf dem Tisch liegen. Wir wollen aber nicht nur in die Gebäude investieren, wir wollen auch etwas für die Ausstattung unserer Schulen tun. Der Medienentwicklungsplan wird im kommenden Jahr umgesetzt, dann werden iPads und weiteres digitales Equipment an den Burgwedeler Schulen eingesetzt. Außerdem dürfte uns bereits der geplante Neubau des Großburgwedeler Klinikum beschäftigen.

An welchem Standort könnte das gebaut werden?

Es ist zu früh, jetzt schon darüber zu spekulieren. Klar ist nur, dass es sicher nicht in unmittelbarer Nähe zum jetzigen Standort gebaut werden kann. Zum einen reicht der Platz dort nicht aus, zum anderen ist es schwierig, in direkter Nachbarschaft über Jahre hinweg ein Krankenhaus zu betreiben und auf dem gleichen Gelände ein Neues zu bauen. Jetzt ist erst einmal die Krankenhausleitung am Zuge. Sie muss sagen, wie viel Platz sie benötigt, und welche weiteren Anforderungen sie an einen Bauplatz hat.

In Burgwedel wird derzeit viel gebaut. Aber ist es auch das Richtige? Es fehlt an günstigen Wohnungen. Junge Familien ziehen weg, da sie sich die teuren Mieten nicht mehr leisten können. Droht Burgwedel zu der Rentnerkommune der Region zu werden?

Burgwedel ist ein hervorragender Standort für Firmen, aber auch ein toller Wohnort. In den vergangenen Jahren wurde viel in hochpreisigen Wohnungsbau investiert. Solchen Wohnungen sind am Markt nachgefragt. Auf dass, was auf dem privaten Sektor passiert, haben wir als Stadt keinen Einfluss. Aber ja, wir brauchen günstige Wohnungen. Am Pöttcherteich planen wir mit einem Bauträger neben dem Bau von Einfamilienhäusern auch die Errichtung von Mehrfamilienhäusern.

Reicht das? In Hannover werden bei größeren Neubauprojekten mittlerweile 25 Prozent der Wohnungen mit öffentlicher Förderung errichtet und anschließend als günstige Sozialwohnungen vermietet. Das schreibt die Stadt in ihren Bebauungsplänen vor. Ein Modell auch für Burgwedel?

So etwas kann die Verwaltung nicht allein entscheiden. Da hat die Politik das letzte Wort.

Die Verwaltung will sich um Fördermittel des Landes bemühen und die Innenstadt Großburgwedels als Sanierungsgebiet ausweisen lassen. Jüngst hat der Rat ihr den Auftrag zu einer vorbereitenden Untersuchung erteilt. Welche Ziele verfolgt die Stadt?

Wir sehen den Bedarf nicht in erster Linie in der Sanierung von Häusern. Wir würden gerne in das Förderprogramm Stadtumbau aufgenommen werden. Es geht uns darum, die Innenstadt an die Bedürfnisse der heutigen Zeit anzupassen. Sie mit ihren Geschäften attraktiv zu machen. Der Alte Markt ist das Herz von Großburgwedel, aber als solches nicht mehr zu erkennen. Dazu drücken uns massive Verkehrsprobleme. 1800 Menschen pendeln jeden Tag in die Stadt, um hier zu arbeiten. Dafür sind unsere Straßen nicht ausgelegt. Jeden Morgen staut sich der Verkehr an der Ikea- und jeden Nachmittag an der Vatter-Kreuzung. Außerdem brauchen wir ein Konzept für den Radverkehr. Es muss viel getan werden, um die Stadt fit für die Zukunft zu machen.

Burgwedel will in den kommenden Jahren viel investieren. Das kostet Geld. Gewerbe- und Grundsteuer wurden ja gerade erst angehoben. Steht uns die nächste Erhöhung mit dem Etatentwurf für 2020 ins Haus?

Nein, das kann man nicht jedes Jahr machen. Die Politik hat durch ihre Zustimmung die Einnahmesituation der Stadt verbessert. Schließlich kann man Investitionen nicht immer nur aus den Rücklagen bezahlen. Irgendwann ist dann die Kasse leer. In den kommenden Jahren wird es keine weiteren Erhöhungen geben.

Wie gut ist das Stadtsäckel zurzeit noch gefüllt?

Wir haben noch rund 7 Millionen Euro auf der hohen Kante. Aber wir hatten auch schon mal Rücklagen von 18 Millionen Euro. Es ist wichtig, dass die Stadt liquide bleibt und in wichtigen Situationen handeln kann.

Wie etwa bei dem Kauf der 80 Hektar Land in der Nähe von Uetze in diesem Jahr?

Ja, für solche Gelegenheiten muss Geld da sein. Das war eine einmalige Chance. Wir haben gute Flächen gekauft, die wir jetzt Landwirten und anderen Grundeigentümern im Tausch gegen Flächen in Stadtnähe anbieten können. Sie bekommen beim Tausch größere Flächen, wir potentielles Bauland für Wohnen und Gewerbe. Das ist dann eine Win-Win-Situation.

Ein ganz anderes Thema. Am Würmsee ist die Stadt sehr aktiv. Der See wurde zum Teil ausgebaggert, derzeit wird ein Erlebnispfad dort errichtet. Was sind die Pläne?

Der See hat ein enormes Potential. Wir wollen ihn aus seinem Dornröschenschlaf aufwecken. Aber er soll nicht einfach ein Ausflugsziel werden, es soll ein Ort werden, an dem man die Natur genießen kann. Und das Konzept geht auf. Obwohl alles noch in Bau ist, steigen schon die Besucherzahlen. Was uns jetzt noch fehlt ist das Wasser. Leider ist der See derzeit fast ausgetrocknet. Nun brauchen wir einfach schlechtes Wetter, einen feuchten Winter und am besten auch noch einen nicht minder feuchten Frühling.

Eine, oder besser gesagt zwei abschließende Fragen. Was sind Ihre Wünsche für 2019? Zum einen als Bürgermeister der Stadt und zum anderen als Privatmann?

Wohnen, Schule und Krankenhaus – das sind die großen Themen unserer Stadt. Diese Projekte müssen wir voranbringen. Privat mache ich mir viele Gedanken um Europa. Der Brexit bereitet mir Sorgen. Ich wünsche mir, dass wir die Einheit Europas nicht gefährden.

Von Thomas Oberdorfer

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