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Burgwedel Radfahrer dürfen Gehweg nicht mehr benutzen
Umland Burgwedel Radfahrer dürfen Gehweg nicht mehr benutzen
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00:17 20.01.2019
"Was soll das?" fragt sich Petra Reupke: Nach wenigen Metern beendet ein Schild den gemeinsamen Rad- und Gehweg an der Ramlinger Straße in Engensen. Quelle: Thomas Oberdorfer
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Engensen

Eigentlich gab es nach Abschluss der Sanierung der Engenser Ortsdurchfahrt Lob von allen Seiten. Eigentlich. Doch seit wenigen Tagen hat sich die Stimmung eingetrübt. „Ich bin richtig sauer“, sagt Petra Reupke, Vorstandsmitglied der Engenser CDU. Auf die Palme bringt Kommunalpolitikerin die neue Verkehrsregelung für Fahrradfahrer, die im Ort in Richtung Thönse unterwegs sind. Die dürfen seit kurzem an der Ramlinger und später auch an der Thönser Straße nicht mehr den Gehweg benutzen. Die Region stellte in den vergangenen Wochen neue Verkehrschilder auf. Seitdem dürfen Radfahrer den Gehweg nicht mehr mitbenutzen. „Das war anders abgesprochen“, sagt Reupke.

Ein Schildbürgerstreich? Nur für wenige Meter gibt es in Engenensen an der Ramlinger Straße einen gemeinsamen Geh- und Radweg. Quelle: Thomas Oberdorfer

Hintergrund: Vor der Sanierung der Engeneser Ortsdurchfahrt durften Radfahrer den Gehweg mitbenutzen. Und das in beiden Richtungen. Das ist auf Dauer zu gefährlich, hieß es bei der Vorstellung der Sanierungspläne im Ort von Seiten der Region. Der Lösungsvorschlag der Behörde: Für die Radfahrer, die in Richtung Ramlingen unterwegs sind, wird ein Schutzstreifen auf der sanierten Straße eingerichtet. In Gegenrichtung ist das nicht möglich, da die Straße für zwei Schutzstreifen einfach zu schmal sei. Deshalb sollten dort die Radfahrer die Fahrbahn benutzen.

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Diese Lösung fand allerdings bei den Engensern wenig Anklang. „Es gibt hier viel Verkehr. Senioren fühlen sich zwischen den Autos nicht sicher“, sagt Reupke. Und weiter: „Und auch Kinder mit ihren Rädern einfach auf die Straße zu schicken ist viel zu gefährlich.“ Darum einigten sich die Engensern mit Vertretern der Region auf eine andere Regelung. „Absprache war, dass die Radfahrer, die in Richtung Thönse unterwegs sind, die Wahl haben, ob sie den Gehweg benutzen oder auf der Straße fahren“, berichtet Joachim Schrader, Engenser CDU-Chef und Ortsratsmitglied, von der Absprache vor Beginn der Sanierungsarbeiten. Diese Regelung sollte dann für die gesamte, rund einen Kilometer lange Strecke zwischen dem Ortsein- und Ortsausgang gelten, so der Kommunalpolitiker weiter.

An diese Absprache kann sich auch Ortsbürgermeister Friedhelm Stein erinnern. „Wir hatten uns darauf geeinigt, dass Radfahrer, wenn sie langsam fahren, in Richtung Thönse den Gehweg benutzen dürfen“, sagt er. Bei der Region sieht man das anders: „Unsere Mitarbeiter können sich an eine solche Absprache nicht erinnern“, sagt Regionssprecher Klaus Abelmann und kündigt an, dass sich Conrad Vinken – im Regionsfachbereich Verkehr für die Infrastruktur Straße zuständig – „demnächst bei Ortsbürgermeister Friedhelm Stein melden will.“

Reupke und Schrader sehen in der neuen Ausschilderung aber noch etwas ganz anderes – nämlich einen Schildbürgerstreich: Denn nicht auf der ganzen Strecke ist den Radfahrern die Benutzung des Gehweges untersagt. Wenn sie von Ramlingen kommend Engensen erreichen, dann werden die Radfahrer am Ortschild auf einen gemeinsamen Geh- und Radweg geführt. Erkennbar an einem Verkehrsschild mit den Piktogrammen von zwei Fußgängern und einem Radfahrer. Allerdings: Gerade einmal 40 Meter weiter steht schon das nächste Schild und das beendet die gemeinsame Benutzung des Weges gleich wieder.

Von Thomas Oberdorfer

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