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Burgwedel IGS bietet Anti-Rassismus-Workshop an
Umland Burgwedel IGS bietet Anti-Rassismus-Workshop an
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00:16 26.10.2018
Im Gespräch mit den Kindern: die Referenten Adama Quattara (links) und Rebecca Gotthilf mit Schülern aus dem siebten Jahrgang der IGS Burgwedel. Quelle: Thomas Oberdorfer
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Großburgwedel

„Aus was für einem Urwald kommst du denn?“ Diese und andere schlimme Beleidigungen, müssen sich Menschen, die keine weiße Hautfarbe haben, immer wieder anhören. Vor allem unter Jugendlichen. Um Schüler, aber auch Lehrer für dieses Thema zu sensibilisieren, veranstaltet die IGS Burgwedel derzeit eine Workshop-Reihe im siebten Jahrgang. Den Anfang machte jetzt die 7c.

Diese Woche war es soweit. Für einen Tag bleiben Deutsch-, Mathe- und Geschichtsbücher in den Schulranzen und die Zwölf- und 13-Jährigen sprechen in einem Workshop über Vorurteile, über Rassismus im Alltag und wie man diesem begegnet. „Unser Ziel ist es, dass sich die Schüler besser kennen lernen und, dass wir alle immer respektvoll miteinander umgehen“, erklärt Schuldirektorin Renate Koch. Und weiter: „Wir sehen in unserer Aktion ein präventives Angebot, um Rassismus erst gar keinen Platz an unserer Schule zu bieten.“ Darum sieht sie in dem Projekt einen wichtigen Beitrag. Zumal es an der IGS auch schon zu einer rassistischen Beleidigung unter Schülern gekommen ist. „Dieser Vorfall war letztlich der Auslöser für unsere Aktion“, berichtet Betreuungslehrerin Silke Melzer. Denn: „Alle Probleme, die es in einer Gesellschaft gibt, die gibt es auch an der Schule.“

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Sie hat den Kontakt zur städtischen Gleichstellungsbeauftragten Ilinda Bendler gesucht. Die hat den Workshop konzipiert, vorbereitet, die Dozenten vermittelt und sich auch gleich noch um die Finanzierung gekümmert. „Derzeit unterstützt das Land solche Projekte und hat 90 Prozent der Kosten übernommen“, sagt Bendler. Und es ging ganz fix: Von der Antragsstellung bis zur Bewilligung dauerte es lediglich vier Wochen.

Für sie sind solche Projekte wie das an der IGS besonders wichtig: „Rassismus ist eine Form von Gewalt. Ich kenne kaum einen Menschen aus der Gruppe ,People of Color’, der nicht schon eine Rassismuserfahrung gemacht hat“, sagt die Gleichstellungsbeauftragte weiter. Und diese Gruppe ist weiter gefasst als man denkt. „Ist man in Deutschland, gehören dazu beispielsweise auch Geflüchtete aus Syrien. Auch sie können rassistischen Angriffen ausgesetzt sein.“

Nach dem ersten Workshop mit den Siebtklässlern in dieser Woche will man in der IGS die Erfahrungen auswerten und dann die nächsten Projekte mit den Parallelklassen durchführen. Aber auch für Lehrer wird es einen Workshop geben. „Der ist noch in diesem Jahr geplant“, sagt Koch.

Sie hat bereits festgestellt, dass es für das Projekt an ihrer Schule durchaus reges Interesse im Kollegenkreis gibt. „Ich habe auf einer Schulleitertagung von unserem Anti-Rassismusprojekt berichtet. Viele Kollegen haben mich gebeten, sie über das Projekt im Anschluss zu informieren“, sagt IGS-Direktorin Renate Koch. Und das will sie gerne machen.

Von Thomas Oberdorfer