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Burgwedel Wie Großeltern in einem Kurs den Umgang mit Säuglingen neu lernen
Umland Burgwedel

Großeltern informieren sich im Babypflegekurs des KRH Großburgwedel

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16:55 31.10.2019
Brigitte Magdsack (links) probiert die neu gelernte Wickeltechnik aus. Quelle: Lisa Otto
Großburgwedel

Was früher einmal richtig war, das muss heute nicht mehr zwangsläufig als gut gelten: Aus Erfahrung greift Carina Kenner die beiden Beinchen der Babypuppe gleichzeitig – und wird gleich von Gabriele Potsch unterbrochen. „Diese Wickeltechnik ist veraltet“, sagt die Kinderkrankenschwester den Teilnehmern des Großelternkurses „Rund ums Baby“. Und sie gibt Tipps. Schließlich hat es sich das Klinikum Großburgwedel zur Aufgabe gemacht, die werdenden Großeltern über die Pflege und die Ernährung von Säuglingen zu informieren.

Großeltern lernen neue Wickeltechnik

Auch Brigitte und Hans-Joachim Magdsack kommen in die Gynäkologische Ambulanz des Krankenhauses. Die Großeltern erwarten bereits ihr zweites Enkelkind. „Mein Sohn und meine Schwiegertochter wohnen in Heidelberg, daher haben wir es beim ersten Enkel nicht so intensiv mitbekommen“, nenne die werdende Oma den Grund für ihre Teilnahme. Den beiden ist es jetzt vor allem wichtig, dass sie richtig mit dem Neugeborenen umgehen können.

Gabriele Potsch (zweite von rechts) besichtigt mit den Teilnehmern einen Kreißsaal. Quelle: Lisa Otto

Aus diesem Grund ließ es sich Brigitte Magdsack nicht nehmen, einmal selbst die neue Wickeltechnik auszuprobieren. So greift sie mit der einen Hand unter dem rechten Bein der Übungspuppe, um das linke Bein festzuhalten. Langsam hebt sie beide Beine an, um zunächst den Strampler auszuziehen und die alte Windel zu wechseln. Mit der gleichen Technik bekam die Puppe im Anschluss eine neue Windel und wurde wieder angezogen.

Neugeborenen sollen im Schlafsack schlafen

Doch nicht nur die Wickeltechnik hat sich geändert. Auch in der Pflege der Säuglinge hat sich einiges getan. Denn das ständige eincremen und einölen der Neugeborenen gehört der Vergangenheit an. Genau wie das Baden direkt nach der Geburt. „Wenn die Babys zu Hause gebadet werden, reicht auch klares Wasser aus“, erläuterte Potsch. „Wer möchte, kann aber Muttermilch mit ins Bad geben. Die hat eine schützende Funktion.“ Erstaunte Blicke bei den Teilnehmern. „Früher haben wir unsere Kinder immer mit Bübchenbadeschaum gebadet, den Po mit Penantencreme eingecremt und Puder benutzt“, erinnert sich Carina Kenner.

Gabriele Potsch (zweite von rechts) besichtigt mit den Teilnehmern einen Kreißsaal. Quelle: Lisa Otto

Ähnlich haben es auch die anderen Teilnehmer gemacht – genau wie das Zudecken der Neugeborenen. „Früher dachte man immer, dass man die Babys dick einpacken muss“, sagt Brigitte Magdsack. „Jetzt sollen sie in einem Schlafsack schlafen.“ Und das aus einem guten Grund: „Im ersten Jahr kann es immer noch zu einem plötzlichen Kindstod kommen. Daher ist es wichtig, einige Faktoren zu beachten, die das Risiko senken“, sagt Gabriele Potsch. Dazu gehört unter anderem, dass das Kind in keinem zu warmen Zimmer schläft. Außerdem seien ein eigenes Bett und das Schlafen auf dem Rücken wichtig. Die Kinderkrankenschwester weiß, dass dies kein schönes Thema ist. „Ich möchte aber darüber trotzdem informieren.“

Informationen von der Geburt bis zum Stillen

Außerdem informiert Potsch über die unterschiedlichen Arten der Geburt, den Ablauf nach der Geburt sowie die ersten Tage im Krankenhaus. Ein Thema ist das Stillen der Kinder. „Wir schauen mittlerweile, dass das Kind immer dann gestillt wird, wenn es Hunger hat. Und nicht mehr zu bestimmten Zeiten.“ Daraufhin wollte Carina Kenner wissen, ob man als stillende Mutter etwas bestimmtes essen oder trinken muss. „Es kann gegessen und getrunken werden, was man möchte“, erläuterte Potsch. „Man sagt aber, was bei der Mutter bläht, bläht auch beim Kind.“

Doch das Ehepaar Magdsack sowie die anderen Teilnehmer haben viel Neues erfahren. „Durch den Kurs wird man sicherer. Es ist uns schon wichtig, dass wir richtig mit dem Kind umgehen können, wenn es mal bei uns ist“, sagte der werdende Großvater. Und er ist sich sicher: „Vor 40 Jahren war doch einiges anders.“

Weitere Großelternkurse sind geplant

Wer sich auch über die Änderungen in der Pflege und der Ernährung von Säuglingen informieren möchte, hat dazu im nächsten Jahr wieder die Gelegenheit. Denn dann bietet Kinderkrankenschwester Gabriele Potsch wieder neue Großelternkurse an. Wann und wie viele es 2020 werden steht allerdings noch nicht fest. „Das hängt auch immer von der Nachfrage ab“, sagt Potsch Aber sie versichert: „Sie finden in einer gewissen Regelmäßigkeit statt.“

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Von Lisa Otto

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