Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Nachrichten 30 Stufen zur Barrierefreiheit
Umland Burgwedel Nachrichten 30 Stufen zur Barrierefreiheit
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
18:05 31.03.2014
Von Martin Lauber
Vlaznim Bajra und Claudia Sobecki (verdeckt) schleppen den Kinderwagen die steile Treppe hinauf zum nördlichen Bahnsteig des Bahnhofs Großburgwedel.
Vlaznim Bajra und Claudia Sobecki (verdeckt) schleppen den Kinderwagen die steile Treppe hinauf zum nördlichen Bahnsteig des Bahnhofs Großburgwedel. Quelle: Martin Lauber
Anzeige
Burgwedel

Mit zwölf Prozent Steigung war die alte Rampe nicht behindertengerecht. Der 400 000 Euro teure Umbau soll sie auf sechs Prozent bringen, die auch für Gehbehinderte und Rollstuhlfahrer zu schaffen sind.

Gebaut wird seit April 2013 - seitdem führt der Weg auf den nördlichen Bahnsteig allein über 30 sehr steile Stufen. Nicht so schlimm: Im Herbst 2013 sollte die neue Z-förmige Rampe ja fertig sein. Doch dann ortete die Bahn im Sommer unterirdische Kabelverbindungen, die entfernt werden mussten - die erste längere Baupause folgte. Auf Ende 2013 korrigierte die Bahn damals die Frist für die Fertigstellung.

Zum Jahreswechsel waren die Rampen allenfalls sichtbar. Erst auf Anfrage offenbarte die Bahn ihr neues Problem: Für den nördlichen Bahndamm sei wegen der unerwarteten Bodenverhältnisse eine weitere Sicherung des Hangs erforderlich, Inbetriebnahme „spätestens Ende erstes Quartal 2014“.

Das ist seit Montag vorbei, und 13 Kilogramm schwer ist das Klapprad, das Nadine Schmidt auch weiter die Metalltreppe zum Bahnsteig morgens hinunter- und abends wieder hinaufschleppen wird. „Dafür habe ich eigentlich kein Verständnis mehr“, sagt die Ikea-Verkäuferin aus Celle. Auf der Baustelle, die zu drei Vierteln fertig zu sein scheint, hat sie schon lange keine Leute mehr gesehen. „Meistens ist keiner da“, sagt auch Berufspendler Vlaznim Bajra. Für seine Frau ist die Situation besonders misslich. Mit dem Kinderwagen kann sie Zugfahrten nach Hannover, wenn sie allein ist, glatt vergessen.

Bahnsprecher Egbert Meyer-Lovis verschob den Fertigstellungstermin am Montag einmal mehr - „spätestens im Mai“ werde die Rampe freigegeben. Offizieller Grund ist weiter die fällige Hangbefestigung. Die Aufträge seien unterschriftsreif, dann gehe es kurzfristig los ...

Kommentar

April, April? Leider nicht

Morgen ist der 1. April, aber die neuen schlechten Nachrichten von der Großburgwedeler Bahnhofsrampe sind leider kein Scherz. Pendler, die in ihrer Mobilität eingeschränkt sind, werden sich weiter mit der super-steilen Treppe abmühen müssen. Wie lange noch, ist offen. Denn so richtig glauben mag den Versprechungen der Deutschen Bahn niemand mehr. Dreimal schon hat sie zugesagte Fertigstellungstermine nicht eingehalten und ist damit stets erst auf Rückfragen herausgerückt. Wer Versäumnisse nicht offensiv kommuniziert und bei seinen Kunden dafür um Verständnis wirbt, darf sich über einen Vertrauensverlust nicht beschweren.

Martin Lauber 30.03.2014
28.03.2014