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Nachrichten Ab 1. April müssen Hunde an die Leine
Umland Burgwedel Nachrichten Ab 1. April müssen Hunde an die Leine
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18:04 30.03.2015
Christopher Woodruff und Hund Bolle sind gern unterwegs.
Christopher Woodruff und Hund Bolle sind gern unterwegs. Quelle: Stephan Hartung
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Burgwedel

„Ich bin für die Anleinpflicht, aber nur in zentralen Lagen. Für außerhalb finde ich das nicht gut, die Hunde brauchen auch Auslauf“, sagt der Burgwedeler Christopher Woodruff, der mit seinem Hund Bolle spazieren geht. Die Stadt Burgwedel will dagegen die Umsetzung des Gesetzes kontrollieren. „Aber nicht gezielt“, sagt Christiane Concilio, Erste Stadträtin. Hinweisen aus der Bevölkerung oder von Jägern und Förstern würde man jedoch nachgehen. „Dann verteilen wir aber nicht sofort Geldstrafen, sondern weisen nur darauf hin.“ Gesonderte Auslaufflächen gebe es nicht.

Innerhalb der Gemeinden Isernhagen und Wedemark ist dies ähnlich: keine speziellen Auslaufflächen, Verwaltungsmitarbeiter kontrollieren stichpunktartig die Einhaltung der Leinenpflicht, aus der Förster- und Jägerschaft gibt es Unterstützung und gegebenenfalls Hinweise. „Die Jagdpächter haben schließlich ein ureigenes Interesse an der Anleinpflicht, daher werden sie genau aufpassen“, sagt der Wedemärker Sprecher Hinrich Burmeister. Das sieht auch Svenja Theunert, Sprecherin der Gemeinde Isernhagen, so. „Bei Hinweisen auf Verstöße stehen wir mit den Jägern und Förstern in Kontakt.“

Der Leinenzwang für Hunde soll Schutz und Ruhe bieten für bodenbrütende Wiesenvögel und trächtige Säugetiere wie Rehwild und Hasen. „Hunde, die frei laufen, jagen schon mal gern andere Tiere und fügen ihnen dann Leid zu“, sagt Detlef Pausch, Vorsitzender des Hegerings Isernhagen. „In Isernhagen gibt es ein gut ausgebautes Wegenetz, die freie Wildbahn braucht man nicht.“

Auch deswegen hat für den Isernhagener Jürgen Michaelis das Gesetz keine große Bedeutung. „Ich leine meine Hündin Kira sowieso an. Mit fast 13 Jahren ist sie aber ohnehin sehr langsam.“ Mit seinem Hund Artax habe er kein Problem mit der Anleinpflicht, sagt Thomas Fehlhaber. „Aber die Zeit bis 15. Juli ist ziemlich lang“, meint der Isernhagener.

Bußgeld bis 5000 Euro möglich

Das Niedersächsische Gesetz über den Wald und die Landschaftsordnung (NWaldLG) regelt die Anleinpflicht für Hunde. Nach Paragraf 33, Absatz 1, des NWaldLG müssen Hundebesitzer ihre Tiere in der Zeit vom 1. April bis 15. Juli in der freien Landschaft an der Leine führen. Ausnahmen gelten für Jagd-, Rettungs-, Polizei-, Zoll-, Bundesgrenzschutz- und Blindenhunde. Wer in diesem Zeitraum, der als allgemeine Brut-, Setz- und Aufzuchtzeit gilt, dagegen verstößt, begeht nach Paragraf 42, Absatz 4, des NWaldLG eine Ordnungswidrigkeit – egal ob vorsätzlich oder fahrlässig. Laut Gesetzestext sind Sanktionen bis zu 5000 Euro möglich, wenn man seinen Hund nicht in freier Landschaft anleint. Geldstrafen in dieser Höhe sind jedoch eher unrealistisch.

Von Stephan Hartung

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