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Nachrichten Abendfüllend bei St. Petri: Lieder über die Liebe
Umland Burgwedel Nachrichten Abendfüllend bei St. Petri: Lieder über die Liebe
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15:34 23.10.2017
Mit ihrer wunderschön lyrischen Stimme verzaubert Ina Siedlaczek ihr Publikum in Großburgwedel.
Mit ihrer wunderschön lyrischen Stimme verzaubert Ina Siedlaczek ihr Publikum in Großburgwedel. Quelle: Jürgen Zimmer
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Großburgwedel

 Was, so fragt man sich, kann schon dabei rauskommen, wenn ein Mönch aus Unterfranken im 17. Jahrhundert ein Lied schreibt, das „Von den Weibsbildern“ erzählt? Valentin Rathgeber, so hieß der Mönch und ernsthafte Kirchenmusiker, schrieb auch heiter-frivole Liedchen, die im „Augsburger Tafelconfect“ aufgeschrieben sind. „Lieder über Frauen und Männer“ betitelten Ina Siedlaczek und Markus Gotthardt ihren Liederabend im Gemeindesaal der St.-Petri- Kirchgemeinde in Großburgwedel.

Den Anfang machten die barocken Meister wie der oben genannte Rathgeber, die die wichtigen Dinge des Lebens noch beim Namen nannten: „Ein Küsschen in Ehren“ von Philipp Krieger, die „Kunst des Küssens“ von Andreas Hammerschmidt oder auch „Weiber zu nehmen ist kein Pferdekauf“ aus unbekannter Feder. 

Ina Siedlaczek mit ihrer „wunderschön lyrischen und natürlichen Stimme“, wie der MDR über sie sagte, ist Spezialistin für stilgerechte Interpretation von Vokalmusik der Zeit von Johann Sebastian Bach und Trägerin eines Echo-Klassik und eines Grammy Awards. Aber was wäre die schönste Stimme ohne passende Begleitung. Die übernahm am Sonntagnachmittag der gleichfalls herausragende Pianist Markus Gotthardt. Der Lehrbeauftragte für Korrepetition an der Musikhochschule in Hannover gestaltete zum zweiten Mal einen Liederabend mit Siedlaczek. „Wir haben uns sehr über die Einladung von Christian Conradi gefreut und sind gerne hier, bei einem tollen aufgeschlossenen Publikum“, bestätigten beide.

60 Besucher erlebten eine Darbietung der Sonderklasse. Mozart war mit sechs Liedern dabei, unter anderem mit „Der Zauberer“, geschrieben von Christian Felix Weisse: „…er führte mich in dies Gesträuch. ich wollt´ ihm flieh´n und folgt´ ihm gleich…“ - da geht es mystisch-erotisch zu. Natürlich fehlte auch der König des Liedes, Franz Schubert, nicht. Und auch die Briten Dowland und Purcell trugen das Ihre zu dem unerschöpflichen Thema der Liebe bei.

Hochkarätig geht es weiter: Am Freitag,  1. Dezember, tritt die „Capellea-de-le-Torres“ zusammen mit der St.-Petri-Kantorei auf. Und auch im nächsten Jahr soll es wieder zwei Liederabende geben.

Von Jürgen Zimmer