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Umland Burgwedel Nachrichten Antonia Heinrich fliegt nach Uganda
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18:19 20.11.2015
Antonia Heinrich zeigt ein Bild von Joseph, der vomVerein Brasilien- und Uganda-Hilfe unterstützt wird. Quelle: Gerko Naumann
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Burgwedel

Wie wichtig die Arbeit der Ehrenamtlichen und die Unterstützung der Spender sind, zeigt sich in der aktuellen Flüchtlingskrise. „Unser Ziel war es schon bei der Vereinsgründung vor 22 Jahren, die Menschen vor Ort zu stärken“, betont Heinrich. Nur so sei es möglich, ihnen ein selbstbestimmtes Leben in ihrem Umfeld zu ermöglichen und damit auch Fluchtgründe zu verhindern.

Die Vorfreude auf die Reise nach Uganda ist bei der Vorsitzenden groß: „Ich werde alle 200 Patenkinder der Vereinsmitglieder treffen und ihnen ihre Weihnachtsgeschenke bringen“, berichtet Heinrich. Die Geschenke sind in diesem Jahr Rucksäcke. Die sollen den Kindern und Jugendlichen in dem ostafrikanischen Land den oft langen und beschwerlichen Weg zur Schule und wieder zurück erleichtern.

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Im Gegenzug bringt Heinrich den Paten in Deutschland Kopien der Zeugnisse der Jungen und Mädchen aus Uganda mit. Denn: „Die sind der Beleg, dass die Kinder wirklich zur Schule gegangen sind.“ Und die Bildung finanzieren die Paten schließlich, um den Kindern aus Familien von HIV-Infizierten eine Perspektive zu ermöglichen.

Besonderes Augenmerk will Heinrich bei ihrem Besuch auf ein Jugendzentrum legen, dessen Bau der Verein aus Großburgwedel bezahlt hat. Darin gibt es eine Bibliothek. Mit den Büchern dort sollen vor allem Mädchen aufgeklärt werden. „Das Risiko, sich mit HIV zu infizieren, und die Gefahr, in die Prostitution zu geraten, sind immer noch hoch“, sagt Heinrich. Ihr Verein benötige außerdem auch Geld, um Hygieneartikel für die Frauen in Uganda kaufen zu können.

Die St.-Paulus-Gemeinde in Großburgwedel richtet am Sonnabend, 28. November, den Weihnachtsbasar zugunsten der Brasilien- und Uganda-Hilfe aus. Dieser ist von 15 bis 18 Uhr geöffnet im Pfarrheim, Mennegarten 2. Die Besucher können sich unter anderem auf selbst gebackene Plätzchen, Adventskränze, Handarbeiten und eine Kaffeestube freuen.

Gerko Naumann

Jessy arbeitet jetzt als DJ

An manche Patenkinder erinnert sich Antonia Heinrich besonders gern. Weil sie ein ungewöhnlich hartes Schicksal gemeistert oder es besonders weit gebracht haben. Oder weil sie einen außergewöhnlichen Beruf gelernt haben. So wie Jessy, der jetzt als DJ in einer Bar arbeitet. Der junge Mann hatte es zunächst ohne den Verein bis zum Abitur geschafft. Allerdings brauchte er dafür länger als andere, weil er zwischendurch Geld verdienen musste – mit dem Herstellen von Ziegelsteinen. Nach seinem Abschluss wollte sich der Mann aus Uganda unbedingt einen beruflichen Traum erfüllen und DJ werden. Wirklich begeistert von dieser Idee war Heinrich nicht, weil sie sich für Jessy einen „etwas bodenständigeren Job gewünscht hätte“. Heute ist sie aber stolz auf ihren Schützling.

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