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Umland Burgwedel Nachrichten Arbeitskreis Alte Bäume plant seine Strategie
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00:15 16.11.2017
Großburgwedels Ortsbürgermeister Rolf Fortmüller (von links), Arbeitskreis-Gründer Burghard Lüers, Baumpfleger Marcus Fortmüller und der städtische Umweltkoordinator Malte Schubert im Gespräch. Quelle: Benjamin Behrens
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Burgwedel

 Für drei alte Bäume an der Hermann-Blanke-Straße waren Anfang September schon Fällaufträge erteilt, als Burghard Lüers die Initiative ergriff. Der aktive Rentner aus Fuhrberg setze sich für den Erhalt der Bäume ein und trommelte Unterstützer zusammen – mit Erfolg. Aus den Unterstützern bildete sich ein Arbeitskreis.  Bei einem ersten Treffen haben die elf Teilnehmer jetzt eine gemeinsame Strategie erarbeitet. Der Arbeitskreis will weiter Grundstückseigner und Anlieger beraten, unterstützen und aufklären.

„Aller Anfang ist schwer. Ich habe von vielen Seiten Unterstützung bekommen“, sagte Lüers mit Blick in die Runde. Großburgwedels Ortsbürgermeister Rolf Fortmüller habe ihm bei der Formulierung des Anschreibens an die Anwohner geholfen, Baumpfleger Marcus Fortmüller erklärte sich bereit, mit seinem Betrieb die Pflege der drei Bäume zu besonders günstigen Konditionen zu übernehmen. „Ich möchte nicht, dass der Eindruck von Vetternwirtschaft entsteht“, betonte der zertifizierte Baumkontrolleur und Cousin des Großburgwedeler Ortsbürgermeisters. Der 51-Jährige pflegt für Firmen- und Privatkunden über 100 Bäume im Einzugsgebiet Burgwedels, drei betreut er auf eigene Kosten. Wenn er einen Baum übernehme, „dann mit Herz“. Die in Hannover ansässige Hausverwaltung und die Hauseigentümer seien im Fall in der Hermann-Blanke-Straße falsch beraten worden, sagte Marcus Fortmüller. 

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Genau dort will der Arbeitskreis ansetzten und Ansprechpartner für Grundstückeigentümer sein. Die Idee, einen Verein zu gründen, hat Lüers aufgrund des hohen Aufwands und der Auflagen verworfen. Auch die Idee, ein größeres Budget aufzubauen, das man dann für weitere Rettungen nutzen könnte, hat keine Priorität. „Wir wollen ja nicht, dass alle kommen und morgen kein Geld mehr da ist“, betonte Lüers. Ähnlich beurteilte Malte Schubert, Umweltkoordinator der Stadt Burgwedel, die Situation: „Das ist die große Gefahr.“ 

Stattdessen will man vor allem Aufklärungsarbeit leisten, denn gerade nach den schweren Schäden durch Sturm „Xavier“ seien viele Eigentümer verunsichert. Dafür werde jetzt nach einem unabhängigen Gutachter gesucht. Sollte nach der Beratung vor Ort ein Anwohner trotzdem auf einer Fällung beharren, werde man das sachlich akzeptieren. „Der Eigentümer hat das letzte Wort“, sagte Schubert. Und falls die Entscheidung eine Geldfrage sei, will sich der Arbeitskreis auf das besinnen, was auch schon in der Hermann-Blanke-Straße funktioniert hat: ein Spendenaufruf für den konkreten Fall. Das nächste Treffen ist für Mitte bis Ende Januar geplant.

 

 

Von Benjamin Behrens