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Nachrichten Wettmarer Sommerspaziergang ist ein Erfolgsrezept
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Beim Sommerspaziergang in Wettmar genießen die Besucher Dorfidylle und Kunst

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00:20 03.07.2019
Christine Hahne zeigt ihrer Tochter Merle (1) die kleine Ausstellung von Sigrid Bierstedt zum ehemaligen Hofladen von Else Bock. Quelle: Sybille Heine
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Wettmar

Die einfachen Rezepte sind oft die besten. Beim Sommerspaziergang in Wettmar heißen die Zutaten Dorfidylle und Kunst. Acht Höfe und Häuser hatten am letzen Wochenende vor den Sommerferien ihre Türen geöffnet, um Kunst und Kunsthandwerk zu präsentieren.

Auch die St.-Marcus-Kirche, der erste Sakralbau des Architekten Conrad Hase, die Bockwindmühle und die Heimatdiele konnten besichtigt werden.

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Der Sommerspaziergang in Wettmar, bei dem Höfe Kunsthandwerk und Dorfgeschichte präsentieren, soll nicht noch größer werden, sind sich die Veranstalter ganz sicher.

Orangefarbene Fahnen wiesen den Weg zu den insgesamt elf Anlaufpunkten des Rundgangs. Jede beteiligte Familie hatte sich ihre Künstler selbst ausgesucht, was überall für eine ungezwungene Atmosphäre sorgte. Dazu trug auch das Musikprogramm bei, das ausgebaut worden war. Jazz, Saxofonmusik und Hits der Siebziger- bis Neunzigerjahre waren auf den Straßen zu hören.

Die Organisatoren freuten sich, wie auch schon in den Jahren zuvor, über gute Besucherzahlen trotz brennender Sonne am blauen Himmel. „Unser Hofcafé wird sehr gut angenommen. Vom Kuchen war am Ende des Tages kein Krümel übrig“, sagte Sigrid Bierstedt. Für erschöpfte Sommerspaziergänger hatte sie eine Zinkwanne mit kaltem Wasser zum Füße kühlen bereitgestellt. Auf großes Interesse stieß ihr kleiner Rückblick auf Else Bock, die 1948 mitten im Dorf einen Milchladen eröffnet hatte. Passend zu diesem Thema gab es für Besucher Milchmixgetränke und Buttermilch auf Hof Bierstedt.

Christine Hahne aus Laatzen war mit ihrer kleinen Tochter Merle nach Wettmar gekommen und fühlte sich auf den Ausstellungshöfen sichtlich wohl. „Wir genießen unseren Ausflug. Es wird viel geboten zum Beispiel schöne Stickereien und Kreatives für den Garten, viel individuelles Kunsthandwerk. Es ist sehr familiär und nicht so überlaufen“, sagte sie.

„Auch für Männer ist etwas dabei“, sagte Klaus Stabel aus Neuwarmbüchen freudig. Er hatte gemeinsam mit seiner Frau Annegret bei Hans Jürgen Liptow vom Ebelingshof Wildschweinspezialitäten gekauft und einen sogenannten Spatentisch für den Garten. Liptow hatte auch einen ausgestopften Wolf mitgebracht. Es handelte sich um das Tier, das auf der Straße zwischen Fuhrberg und Celle zu Tode gekommen war und das nach dieser einmaligen Ausstellung beim Sommerspaziergang an die Gemeinde Burgwedel geht.

Bei Birgit Bode-Stüring, die zu den Initiatorinnen der Veranstaltung gehört, bildeten sich Schlangen vor der Eismaschine. „Wir kommen mit dem Sommerspaziergang an unsere Kapazitätsgrenze. Das Ganze soll nicht noch größer werden“, sagte sie. Es gehe neben Kunst und Handwerk auch darum zu zeigen, dass es sich lohne, alte Bausubstanz auf den Höfen zu erhalten und das Miteinander im Dorf zu stärken.

Zum letzten Mal dabei war Maler und Landwirt Georg Wilhelm Brenneke. Der Autodidakt zeigte Zeichnungen, Aquarelle, Radierungen, Holzschnitte und Ölgemälde auf Beckers Hof. Der 82-Jährige traut sich die Mühen, die die Organisation einer Ausstellung mit sich bringt, in seinem Alter nicht mehr zu, und möchte darum aufhören.

Der Erlös des Sommerspaziergangs soll diesmal in die Anlage eine Streuobstwiese fließen und wird dazu beitragen, dass an der Dorfidylle in Wettmar weiter gebastelt wird.

Von Sybille Heine

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