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Nachrichten Avacon ertüchtigt Stromnetz für 4,4 Millionen Euro
Umland Burgwedel Nachrichten Avacon ertüchtigt Stromnetz für 4,4 Millionen Euro
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16:59 22.01.2018
Umspannwerk zwischen Thönse und Großburgwedel.
Umspannwerk zwischen Thönse und Großburgwedel. Quelle: Martin Lauber
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Burgwedel

  Die Wirtschaft in Burgwedel brummt – und braucht mehr Strom. Mit einer Großinvestition will der Energieversorger Avacon zwischen kommendem  März und Ende 2019 sein Leitungsnetz dafür ertüchtigen. Für insgesamt 4,4 Millionen Euro wird desbalb in diesem und im nächsten Jahr die Leitungskapazität vervielfacht – und ganz nebenbei die Infrastruktur für den Ausbau des digitalen Neztes verbessert. Burgwedeler werden sich auf Baustellen einrichten müssen. 

Avacon: „Umfassende Umstrukturierung“

Vor allem durch die Ansiedlung neuer Gewerbebetriebe nimmt Avacon zufolge die Belastung des Stromnetzes, das zum Teil noch aus den 60-er Jahren stammt, stetig zu. Im Jahr 2017 wurde mit der Erschließung des großen Gewerbegebietes westlich der A 7 begonnen. Die Ansiedlung des Logistikers Fiege war erst der Anfang, für neue Betriebe stehen noch rund 20 Hektar Gewerbeland zur Verfügung –was zu einem mit weiteren Anstieg führen wird.  „Um den steigenden Anforderungen an das Stromversorgungsnetz gerecht zu werden, ist eine umfassende Umstrukturierung des 20 Kilovolt-Mittelspannungsnetzes nötig“, erklärte Michaela Fiedler, Sprecherin des Helmstedter Energieversorgers, am Montag auf Anfrage.

Neue Kabel mit 300 statt 35 Millimeter Querschnitt 

Es wird eine Erneuerung von Grund auf: So sollen die vorhandenen Zuleitungen aus dem Umspannwerk, das zwischen Thönse und Großburgwedel liegt, gegen neue Mittelspannungskabel ausgetauscht werden – 35-Millimeter-Kupferkabel werden dabei ersetzt durch Kabel mit einem Querschnitt von 300 Millimetern. Das bedeutet eine Vervielfältigung der Übertragungsmöglichkeiten. Zudem werden laut Avacon in Großburgwedel insgesamt zehn Trafostationen sowie mehrere Mittelspannungskabel ausgetauscht.

Schub fürs schnelle Internet?

Zwar ist Avacon kein Internet-Betreiber, trotzdem wird der Ausbau seines Stromnetzes in Burgwedel der Versorgung der Stadt mit Breitbandanschlüssen wohl einen Schub geben. Denn die Helmstedter  wollen die anstehenden Tiefbauarbeiten dazu nutzen, 5,5 Kilometer Lehrrohre für Glasfaser mitzuverlegen. „Prophylaktisch“, wie Sprecherin Michaela Fiedler erklärt. Telekommunikationspartner wie htp oder t-mobile, die sie nutzen sollen,  würden noch gesucht. „Wir hoffen, dass sich da was bewegt“, so Fiedler.

Die Trassenführung der Leerrohre werde mit der  Stadtverwaltung abgestimmt, berichtet Bauamtsleiter Oliver Götze. Während die Stadt die Infrastruktur für eine leistungsstarke digitale Versorgung des Gewerbegebietes bei Rossmann selbst vorgerüstet habe, hoffe man im Zuge des Avacon-Stromnetzausbaus auf Glasfaser für möglichst viele Wohnstraßen, wo die Versorgung teilweise noch problematisch sei.

Es wird gegraben und gespült

Verbuddelt werden die Millionen auf unterschiedliche Art und Weise: Abhängig von den örtlichen Verhältnissen würden die Kabel sowohl in offener Bauweise verlegt –das heißt: aufgraben mit entsprechenden Baustellen auch im Innenstadtbereich- wie auch in geschlossener Bauweise im Spülbohrverfahren, so Sprecherin Fiedler. Die Hauptarbeiten würden in Großburgwedel und Kleinburgwedel stattfinden. Dort sollen sage und schreibe circa 23 Kilometer Mittelspannungskabel verlegt werden. Parallel werden in Teilabschnitten außerdem Niederspannungskabel und Gasleitungen saniert. 

Von Martin Lauber