Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Nachrichten Falscher Polizist will Details über Haussicherung
Umland Burgwedel Nachrichten Falscher Polizist will Details über Haussicherung
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
17:42 01.02.2018
Die Polizei warnt vor Trickbetrügern, die am Telefon Geldforderungen stellen oder personenbezogene Daten erfragen wollen.
Die Polizei warnt vor Trickbetrügern, die am Telefon Geldforderungen stellen oder personenbezogene Daten erfragen wollen. Quelle: dpa
Anzeige
Burgwedel

 „Herr Breuer von der Polizei Großburgwedel“ klang vertrauenserweckend. Mit diesem Namen meldete er sich am Donnerstagvormittag bei einer Großburgwedelerin am Telefon. Herr Breuer hatte Wichtiges mitzuteilen: An der Burgdorfer Straße, so der vermeintliche Ordnungshüter, sei soeben ein Auto mit zwei Osteueropäern gestoppt worden, in dessen Kofferraum sich Schmuck und anderes Diebesgut angefunden habe.

Aber nicht nur das, sondern auch eine Liste mit Adressen, auf der auch ihr Name stehe – das bekam die Anwohnerin der Königsberger Straße von einer „markanten Männerstimme“ zu hören. Das Telefon war auf laut gestellt, ihr Mann hörte aufmerksam mit.  Als der Anrufer seiner Frau dann erklärte, dass die Polizei präventiv tätig werden müsse und sich erkundigte „Wie sind denn Ihre Fenster gesichert?“, einigten sich beide per Handzeichen darauf, dass nun der Zeitpunkt fürs Auflegen gekommen sei. „Wir rufen zurück.“ „Kein Problem“, so die Männerstimme.

Natürlich lief der versuchte Rückruf ins Leere. Und das Paar hatte schnell A und B zusammen gezählt, dass da ein Trickbetrüger sein Glück versucht hatte. Eine vierstellige, also „alte“ Nummer sowie ein Vorname im Telefonbuch, der schon länger nicht mehr so modisch ist – das waren wohl die Kriterien, nachdem sie als potenziell ältere Opfer ausgesucht worden waren.

„Typisch“ nennt Polizeisprecherin Martina Stern den Großburgwedeler Fall. „Es gibt die vielfältigsten Varianten von Lügenmärchen der falschen Polizisten.“ Man spiele mit der Angst der Angerufenen, warne vor der Liste, gebe vor, Sorge tragen zu wollen für die vermeintlich gefährdeten Wertgegenstände im Haus. Allein in den ersten drei Januarwochen dieses Jahres hatten die beim Zentralen Kriminaldienst angesiedelten Fachleute für Trickbetrug 70 Fälle in Hannover und in der Region registriert. Erfolg hatten die falschen Polizisten aber nur in einem Fall.

Stern rät: „Machen Sie am Telefon keine Angaben zu Ihren Vermögensverhältnissen, Kontoverbindungen oder anderen persönlichen Daten!“  Polizeibeamte erfragten personenbezogene Daten niemals am Telefon. Auch solle man sich nicht durch trickreich aufgetische Lügengeschichten einschüchtern oder verängstigen lassen. Und: „Setzen Sie sich mit Ihrer örtlichen Dienststelle in Verbindung, wenn Sie einen Anruf von einem mutmaßlichen Polizisten erhalten haben oder wählen Sie den Notruf!“

Das Spektrum der Betrügereien ist groß, deshalb ist auch dieser Hinweis wichtig: „Gehen Sie in keinem Fall auf Geldforderungen oder die Übergabe von Wertgegenständen ein!“ Das hatte ein Unbekannter im vergangenen Jahr bei der Beamtin aus der Königsberger Straße versucht – ein vermeintlicher Verwandter, der mit dem Enkeltrick Geld loseisen wollte für eine Hauskauf-Rate. Stattdessen verständigte die Frau die Polizei. Erst vor drei Wochen war am Telefon eine Frauenstimme, die  eine Kontoverbindung verlangte – für die bisher kostenlose Lotterie würden jetzt regelmäßige Zahlungen fällig. 

Von Martin Lauber