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Umland Burgwedel Nachrichten Klassen 7 bis 10 müssen auf ein Fach verzichten
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13:37 25.01.2018
Weniger Unterricht haben die Siebt- bis Zehntklässler  im zweiten Schulhalbjahr. Quelle: Oksana Kuzmina - stock.adobe.com
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Burgwedel

 Der Lehrermangel an niedersächsischen Grundschulen trifft jetzt auch das Gymnasium Großburgwedel. Die Schule muss Lehrkräfte abordnen – und das bleibt nicht ohne Folgen: Die Klassen 7 bis 10 müssen im zweiten  Schulhalbjahr jeweils auf ein Unterrichtsfach verzichten. Das haben die Jahrgangsleiter den Elternvertretern in dieser Woche mitgeteilt.

In so tiefschwarzen Farben malt das Landesschulamt in Lüneburg seine Prognose – bislang – nicht:  „Wir befinden uns noch mitten im Einstellungsverfahren für das zweite Halbjahr“, erklärte Sprecherin Bianca Schöneich auf Anfrage. „Noch minütlich“ könne es Veränderungen bezüglich der Personalausstattung der einzelnen Schulen geben. Verlässliche Angaben zu Abordnungen zum 1. Februar  seien daher nicht möglich.  Alle Schulen, die auf Grund ihrer guten Personalausstattung grundsätzlich für Abordnungen in Frage kommen, seien vor Weihnachten informiert worden.

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Das Gymnasium Großburgwedel , das im ersten Halbjahr von Abordnungen verschont geblieben war, gehörte zu jenen Schulen, bei denen eine solche Benachrichtigung eintraf – und zwar mit Ansage. Schon zu Schuljahresbeginn habe die frühere Direktorin Gesa Johannes den drohenden Unterrichtsausfall angekündigt, berichtet ein Elternvertreter. „Schön finden wir das alle nicht“, sagt der kommissarische Leiter des Gymnasiums, Matthias Heßbrüggen,  aber an den Grundschulen, die ihren Unterricht verlässlich erteilen müssten, sei der Bedarf riesengroß. Heßbrüggen, geht davon aus, dass er fünf bis sechs Lehrkräfte mit Kontingenten von vier bis acht Stunden wird abordnen müssen. 

Folgende Einschränkungen seien in großem Einvernehmen mit der Elternvertretung und dem Kollegium des Gymnasiums für das zweite Halbjahr vorgesehen: Das siebte Schuljahr wird auf den Musikunterricht, das achte auf Politik verzichten müssen. Die neunten Klassen haben bis zu den Sommerferien kein Bio, in der Jahrgangsstufe 10 trifft es den Erdkundeunterricht. „Das ist außerordentlich bedauerlich“, erklärt Heßbrüggen. „Den versäumten Stoff werden wir im nächsten Schuljahr nachholen müssen.“ Fächer, die nur epochal erteilt werden, kamen nicht in Frage, damit alle Kinder der betroffenen vier- bis fünfzügigen Jahrgangsstufen auf dem selben Stand bleiben.

Auch etwa die Hälfte der Arbeitsgemeinschaften wird der Stundenkürzung zum Opfer fallen. E-Learning – daheim mit  elektronischen Medien – ist nach Heßbrüggens Auffassung keine Ersatzlösung für ausgefallen Unterricht. Das würde  Mittelstufenschüler überfordern, meint er. 

 

Von Martin Lauber