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Nachrichten Stadt: Burgwedel ist bald schlaglochfrei
Umland Burgwedel Nachrichten Stadt: Burgwedel ist bald schlaglochfrei
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18:50 15.09.2014
Andrej Wyshimok kennt alle Löcher und Risse in Burgwedels Straßen. Quelle: Hartung
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Großburgwedel

Er war dann mal wieder weg. Zumindest in den ersten sechs Wochen seiner neuen Tätigkeit. „Ich wollte alle Straßen genau kennenlernen“, sagt Andrej Wyshimok. Die Besonderheit: Um sie auf Schäden zu prüfen, erkundete er sie zu Fuß. Insgesamt 325.

Seit dem 1. Mai dieses Jahres ist der zweifache Familienvater im Bauamt der Stadt Burgwedel angestellt, mit der Spezialisierung auf Straßenbau. Das Engagement von Wyshimok hat auch die Kollegen beeindruckt. „Natürlich arbeiten bei uns alle Mitarbeiter mit viel Einsatz. Aber es war bei uns schon ein Novum, dass jemand alle Straßen der Stadt zu Fuß abläuft“, sagt Oliver Götze. Der Bauamtsleiter betont aber auch, „dass das zeitlich möglich war, weil ihn die Bürger noch nicht kannten und er daher nicht angesprochen wurde“.

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Längst hat Andrej Wyshimok alle Straßen im Computer erfasst - das war Teil der täglichen Nacharbeit, wenn er von seinen Inspektionsgängen ins Rathaus zurückkehrte. In die Ortschaften selbst fuhr er, mit Ausnahme von Großburgwedel, natürlich mit dem Auto. Und die Umsetzung der Schadenserhebung erfolgt aktuell. „Ende dieser Woche sind wir schlaglochfrei“, verspricht der 42-Jährige.

Gemeint sind damit alle 325 Straßen, die der Stadt gehören - und keine Regions- oder Landesstraßen sind. Zuletzt waren schon die Ortsteile Fuhrberg, Wettmar, Kleinburgwedel und Thönse an der Reihe. In diesen Tagen erfolgt in Großburgwedel und Oldhorst das Stopfen von Löchern, in der Fachsprache als Straßeninstandhaltung bezeichnet. Davon zu unterscheiden sind Straßeninstandsetzungen, beispielsweise mit der Erneuerung der oberen Asphaltschicht. „Instandhaltung und Instandsetzung machen 80 Prozent meiner Tätigkeit aus“, sagt der gebürtige Kasache, der in den neunziger Jahren nach Deutschland aussiedelte und 2000 in Hannover sein Bauingenieur-Studium abschloss. Bleibt nur noch die Frage zu klären: Wie viele Paar Schuhe hat er auf seinen oft stundenlangen Spaziergängen verbraucht? Wyshimok lacht. „Ach, nein, ich habe die Schuhe von damals heute immer noch an.“

Von Stephan Hartung