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Umland Burgwedel Nachrichten Der Würmsee-Wirt ist verschnupft
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20:58 15.01.2013
Von Martin Lauber
Im Biergarten der Würmsee-Gaststätte Würmsee herrscht Winterpause.Aber wenn der Frost bleibt, kommen bald die Schlittschuhläufer.Lauber Quelle: Martin Lauber
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Kleinburgwedel

Mit ihm habe bisher niemand geredet, sagt der Seewirt. Die Stadtverwaltung nicht. Die Freiraumplanerin nicht. Und auch nicht der Realverband Kleinburgwedel, ohne dessen Zustimmung das am vergangenen Donnerstag empfohlene „Entwicklungskonzept Würmsee“ Makulatur ist. Dabei ist die Gastronomie bei der geplanten 400000 Euro teuren Wiederbelebung der Naherholung am See das A und O. Das hatte SPD-Ratsherr Axel Düker im Ausschuss für Gebäude, Umwelt und Städtebau unterstrichen.

Dietrich Schley, Würmsee-Wirt seit 1990, ist also der Mann, ohne den in puncto Gastronomie nichts geht. Sein Pachtvertrag mit dem Realverband läuft noch gut 30 Jahre. Und der 71-Jährige ist sauer. Dass das Würmsee-Konzept seine Gastronomie als „unstrukturiert“ und „wenig einladend“ charakterisiert, empfindet er nicht als Einladung zur Mitwirkung, sondern als „bodenlose Frechheit“.

Schleys Gastronomie ist sicher nicht das, was man als den letzten Schrei bezeichnen würde. Die Gaststube ist urig, aber ein wenig schummrig. Doch im Sommer stehen links und rechts neben dem Eingang Stühle und Tische. Und unter den Kiefern rücken die Sitzgruppen bis auf wenige Meter ans Seeufer. Hätte er nicht 2007 nach einem Sturmschaden den zu groß wieder aufgebauten Kiosk abreißen müssen, der Biergarten sähe heute attraktiver aus, sagt der 71-Jährige. Gleichzeitig habe die Behörde darüber hinweg gesehen, dass „andere Leute sich im Naherholungsgebiet große Häuser gebaut haben.

Der Wirt hatte es von Anfang an schwer am Würmsee: Keiner habe ihm, als er 1995 das Objekt kaufte, gesagt, dass kurz später der Bootsverleih und der Campingplatz dicht machen. Die neuen Pläne für den Würmsee begrüßt Schley. Aber bei den Umgestaltungswünschen zur Gastronomie „geht es um mein Geld. Die Leute müssen schon herkommen.“

Martin Lauber 14.01.2013