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Umland Burgwedel Nachrichten Die Anwohner werden zur Y-Trasse gefragt
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12:16 14.11.2012
Von Ursula Cronjäger
Die Bürgerinitiativen stecken ihre Rolle offensiv ab.
Die Bürgerinitiativen stecken ihre Rolle offensiv ab. Quelle: dpa
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Burgwedel

Die Bürgerinitiativen (BI) der Y-Trassen-Gegner setzen auf Konsens mit der Bahn.„In vertrauensvoller und betont sachlicher Diskussion über die weitere Vorgehensweise“ habe man gesprochen. So fasste BI-Sprecher Dirk Eberle aus Bothel/Brokel am Dienstag - in mit der Bahn abgestimmter Lesart - das jüngste Treffen der vier Bürgerinitiativen mit der Deutschen Bahn in Hannover zusammen. Allerdings: Eberle spricht nicht für das Bürgerforum Burgwedel - das trübt die Harmonie.

Die Bürger früh mit einzubinden, das habe auch die Vertreterin des niedersächsischen Verkehrsministeriums befürwortet, berichtete Eberle. Sie wolle Hilfe leisten bei der Kontaktaufnahme in die betroffenen Regionen - auch in der Wedemark und in Burgwedel. Noch bestimme der bisher geplante Streckenverlauf diese Betroffenheit.

Zu künftig denkbaren Streckenverläufen einer Y-Trasse für Personen- und Güterverkehr bis nach Lehrte indes kamen bei dem „Werkstattgespräch“ in Hannover keine Details auf den Tisch , ebenso wenig zu einem alternativen Ausbau bestehender Strecken für den Containertransport. Nach dem nächsten Treffen Ende November jedoch werde die Bahn offenbaren, in welchen Untersuchungsräumen sie Trassenvarianten favorisiert.

Sobald diese Suchkorridore bestimmt sind, solle eine Art Projektbeirat vorrangig die Stimmen der direkt Betroffenen aufnehmen, fordert die BI. „Die Betroffenen kennen die örtlichen Probleme und Konflikte mit der Trassierung“, sagte Eberle. Nicht die „etablierte Politik“ solle dort das Sagen haben. Damit stecken die Bürgerinitiativen ihre Rolle offensiv ab. Die Grünen haben gleichwohl zum Thema Y-Trasse schon landesweit eine Resolution in mehrere politische Gremien eingebracht.

Das Bürgerforum Burgwedel beharrt auf eigenen Gesprächen, will sich aber nach Aussage ihres Vorsitzenden Ernst-Otto Thiesing weiter mit den anderen BI abstimmen.

Dass das Forum in Sachen Y-Trasse allein kommunizieren kann, hat es schon unter Beweis gestellt: Zur Irritation der übrigen Bürgerinitiativen hatten sich die Burgwedeler Anfang 2012 allein mit dem Konzernbevollmächtigten der Bahn, Ulrich Bischoping, getroffen. Dieses Vorgehen des Forums, das erst seit 2010 am Start ist, hatte zu einigem Aufruhr unter den langjährig aktiven Y-Trassen-Gegnern geführt. „Ob das zu Spannungen geführt hat, kann ich nicht sagen“, kommentiert Vorsitzender Ernst-Otto Thiesing. Jedenfalls habe sich sein Verein der vermeintlichen BI-Dachorganisation, wie sie jetzt von dem gewählten Sprecher vertreten werde, nie angeschlossen. Den Sprecher hätten die drei anderen Bürgerinitiativen bestimmt. „Wir reden selbst mit der Bahn und nicht über eine Dachorganisition“, sagt er. „Auch die Informationen bekommen wir von der Bahn direkt.“ Das Bürgerforum konzentriere sich auf die potenzielle Güteranbindung über Burgwedeler Stadtgebiet. „Wenn die nicht kommt, kommt die ganze Y-Trasse nicht“, so Thiesing.

Martin Lauber 14.11.2012
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