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Umland Burgwedel Nachrichten Burgwedel wird E-mobil
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00:16 10.03.2017
Von Martin Lauber
285 reine Elektro-Autos gibt es in der Region Hannover, Zoes Familie in Thönse fährt einen davon.
285 reine Elektro-Autos gibt es in der Region Hannover, Zoes Familie in Thönse fährt einen davon. Quelle: Martin Lauber
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Burgwedel

Für drei Elektro-Tankstellen hat die Stadt einen Förderantrag gestellt. Eine vierte auf dem Domfrontplatz sponsert Stromversorger Avacon. Und für die Akkus eines E-Mobils, das laut Bürgermeister Axel Düker für die Bauverwaltung angeschafft werden soll, kommt eine Steckdose ans Rathaus.

Weil Förderanträge nach dem Windhund-Prinzip beschieden werden, hat die Stadtverwaltung sich bereits am 22. Februar über den Energieversorger Avacon für drei Ladesäulen im Rahmen des E-Mobilität-Bundesprogramms beworben. Die von der Stadt benannten Standorte könnten aber noch verändert werden, unterstreicht Düker mit Blick auf die ausstehenden politischen Beratungen.

Die Unterstützung der Mehrheitsgruppe im Rat hat die Verwaltung dabei schon Schwarz auf Weiß. In einem Antrag der CDU/FDP-Fraktion vom 7. März hat Vorsitzender Sebastian Müller auf das Bundesprogramm Ladeinfrastruktur hingewiesen. Das Thema E-Mobilität müsse stärker ins Bewusstsein der Bevölkerung gelangen, fordert er. Diese Aussage habe auch schon im CDU-Wahlprogramm gestanden. Da in der ersten Förderrunde lediglich eine 40-prozentige Förderung möglich ist, solle die Stadt die anderen 60 Prozent der Kosten tragen, so Müller.

Schnelle Ladestation bei Ikea

Wo die Strom-Tankstellen platziert werden sollten, das hat die Stadtverwaltung – unverbindlich – in ihrem Förderantrag benannt. „Zwei relativ günstige AC-Ladesäulen haben wir für die Standorte Hotel Klütz in Fuhrberg sowie Hotel Kokenhof in Großburgwedel als sinnvoll erachtet“, erklärt Umweltkoordinator Malte Schubert. Bei diesem Typ dauere die Ladezeit zwar etwas länger, aber: „Dies sollte aus unserer Sicht bei einem Hotel-Restaurant kein Problem darstellen“. Säule Nummer 3 soll aufs Ikea-Gelände. Die Kommune bewirbt sich dort für die Förderung einer deutlich teureren DC-Schnellladestation, weil sie kürzere Verweilzeiten von E-Mobil-Besitzern im Möbelhaus unterstellt.

Für die drei vorgeschlagenen Punkte auf Privatgrundstücken spricht aus Rathaussicht der Vorteil, dass wegen der hohen Werbewirksamkeit von E-Mobil-Ladesäulen mit den Betrieben über eine Kostenbeteiligung gesprochen werden könne. Der Antrag sei völlig unverbindlich, so Schubert. „Wir haben keiner politischen Entscheidungen vorgegriffen, sondern wollten auf alle Fälle die Frist wahren.“

Sooo leise - und auch Strom tanken darf Zoe schon

Die neue leise Familienkutsche findet Zoe (8) klasse, sogar das Stromtanken macht Spaß. Den E-Van haben die Willings aus Thönse erst seit vier Wochen. Als Jahreswagen gebraucht gekauft, passte der leise Sieben-Sitzer für die Familie mit drei Kindern gut ins Budget, zumal die Kosten unterm Strich – noch neun Jahre Steuerbefreiung inklusive – gar nicht so hoch seien, meint Tanja Willing. Für alle üblichen Fahrten sei die Reichweite der Akkus ausreichend. Für einen Trip nach Berlin hatte ihr Ehemann Sebastian zwar kürzlich vorsichtshalber zwei Stopps an Schnellade-Stationen eingeplant.

Dank der heimischen Steckdose sind die E-Mobilisten im Alltagsverkehr auf eine öffentliche Infrastruktur angewiesen. "Ganz im Gegensatz zu Ortsfremden“, sagt der Familienvater, dem die durch Verbrennungsmotoren verursachte Luftverschmutzung ganz und gar nicht gleichgültig ist. Vergangene Woche schrieb er deshalb Burgwedels Bürgermeister und einige Kommunalpolitiker persönlich an, um darauf hinzuweisen, dass zwischen Altwarmbüchen und Celle „ein großes schwarzes Loch der Elektromobilität“ existiere und dass das noch Ladestation-freie Burgwedel sich um Fördermittel bemühen könnte. Dort war die Botschaft allerdings schon angekommen. Dass entsprechende Anträge schon gestellt sind, findet Sebastian Willing „super“.

Die Zahl zum Thema E-Mobilität: 285

So viele reine E-Mobile gibt es zurzeit in der Region Hannover. Darüber hinaus fahren 992 Hybridautos mit Benzin und Strom sowie 56 mit Diesel und Strom. Bei 111 Plug-in-Hybrid-Fahrzeugen wird der Akku über Verbrennungsmotor und Stromnetz geladen.

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