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Umland Burgwedel Nachrichten Erneut Fehlalarm wegen Gasfackel
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19:06 01.10.2013
Von Martin Lauber
Mit der Leuchtkraft der Gasfackel der ExxonMobil-Bohrstelle, die am Hauptdamm nahe der Grüngutannahmestelle liegt, kann ein Osterfeuer nicht mithalten. Quelle: Dieter Siedersleben
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Burgwedel

Montagabend, kurz vor 20 Uhr: Erneut war es die Reflektion einer kilometerweit entfernten Gasfackel, die zum Auslöser eines Feuerwehreinsatzes wurde. Hinter dem Fenster eines Hauses am Meitzer Weg wollte ein Wettmarer Flammen gesehen haben. Er verständigte die Regionsleitstelle, die ihrerseits im Dorf Sirenenalarm auslöste und zusätzlich die Feuerwehren von Thönse und Engensen sowie die Burgdorfer Drehleiter in Marsch setzte.

Mit drei Fahrzeugen ließ Wettmars Ortsbrandmeister Karsten Weigt den Meitzer Weg nach der Brandstelle absuchen - vergebens. Wo der Fehlalarm herrührte, das war ihm längst klar: Am Alten Damm auf dem Hügel nördlich von Wettmar loderte die Fackel einer Erdgasbohrung im Zuge von Wartungsarbeiten, die ExxonMobil angekündigt hatte - allerdings nicht mit Tag und Uhrzeit. Die Leitstelle habe den Meitzer Weg und den Hauptdamm nicht automatisch in Verbindung bringen können, sagt Weigt. Wenn Menschenleben potenziell in Gefahr seien, seien Zweifel zweitrangig.

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Erst in der Nacht zum 12. September hatte es eine Fehlalarmierung nach gleichem Muster gegeben. Ein Feuer am Engenser Silberkuhlenweg stellte sich ebenfalls als Feuerschein aus - von der Exxon-Bohrstelle Auf der Horst.

Der Regionsleitstelle Hannover war bekannt, dass die Firma ExxonMobile am Montagabend in Wettmar Gas abfackeln und dadurch eine Flamme sichtbar sein würde. Das erklärte gestern Andreas Hamann vom Lage- und Führungszentrum der Feuerwehr Hannover auf Anfrage. Allerdings habe die Brandmeldung nicht auf die Gasfackel schließen lassen, da sich die angegebene Einsatzstelle örtlich deutlich vom Standort der Fackel unterschied. Zudem habe der Anrufer einen Wohnungsbrand gemeldet.

Nur weil die Gasfackel angekündigt gewesen sei, könne die Regionsleitstelle eine solche Meldung, nicht ignorieren, erklärte Hamann. Ganz abgesehen davon, dass es im Rahmen des Möglichen gelegen habe, dass es – hier komme die genannte deutlich andere Örtlichkeit des gemeldeten Wohnungsbrandes noch hinzu – unabhängig von der angemeldeten Gasfackel einen anderen Brand im selben Ort geben kann.

Dass das vermeintliche Feuer durch eine Spiegelung in Fensterscheiben und an der Fassade eines Gebäudes nur „simuliert“ war, das könne aus der Ferne nicht beurteilt werden.

Martin Lauber

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