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Umland Burgwedel Nachrichten Förster bleiben auf Brennholz sitzen
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00:15 06.03.2016
"Unser Holz geht bis nach China und Südkorea": Förster Christian Oehlschläger. Quelle: Frank Walter
Burgwedel

Am Waldweg nahe des Würmsees liegt noch viel Stammholz. Manche Stapel sind übermannhoch und Dutzende Meter lang, andere umfassen fünf oder zehn Raummeter – die gängige Menge für Selbstabholer, die sich für 30 Euro pro Raummeter ihren Brennholzvorrat sichern.

Doch das sind deutlich weniger als in anderen Jahren. „Zum ersten Mal bleibe ich auf Brennholz sitzen“, sagt der für Burgwedel und Isernhagen zuständige Bezirksförster Christian Oehlschläger. Er vertritt gemeinsam mit zwei Kollegen in Ramlingen und der Wedemark die Interessen von rund 650 privaten Waldbesitzern und dirigiert den Holzeinschlag.

Etwa zehn bis 15 Prozent der Holzernte vermarktet der Forstverband Fuhrberg als Brennholz, doch die Nachfrage ist deutlich geringer als in anderen Jahren. Angesichts des zweiten milden Winters in Folge hätten viele Holzheizer offenbar noch genügend Holz zu Hause gelagert – „zumal die Deutschen ja alles gern reichlich bevorraten“. Der zweite Grund, den Oehlschläger ebenso wie Günter Schröder vom Enercity-Forstamt Fuhrberg sieht, ist der relativ niedrige Preis für andere Brennstoffe wie Heizöl. Mancher Kamin-Besitzer dreht offenbar eher mal die Zentralheizung hoch, statt mit Holz als Brennstoff zuzuheizen.

Schröder, bei dem Selbstabholer ebenfalls zum Zuge kommen, schätzt den Absatzrückgang beim Brennholz im Vergleich zu durchschnittlichen Wintern auf 20 Prozent. „Bei der Nachfrage ist es ein bisschen ruhiger als sonst“, meint auch Karl-Heinz Bremus, als Leiter des Forstamts Fuhrberg der Landesforsten der dritte Großanbieter.

Oehlschläger überlegt jetzt schon, Stapel älteren Holzes zum Sonderpreis anzubieten. Was dann noch über bleibt, wird zu Spanplatten verarbeitet. „Dafür kriegen wir dann aber nur 22 statt 30 Euro.“

Dabei wurde beim Forstverband im vergangenen Jahr mit etwa 16 300 statt der üblichen 20 000 Festmeter deutlich weniger geschlagen. Orkan „Niklas“ hatte im März 2015 vielerorts Sturmschaden angerichtet, der aufwändig aufgearbeitet werden musste. Andere Bezirksförstereien drosselten ihren Holzeinschlag, um den Markt nicht zusätzlich zu belasten.

Die Lage auf dem Holzmarkt sei dennoch angespannt, so Oehlschläger. Auf der einen Seite stünden allgemein fallende Rohstoffpreise, ein verstärkter Einschlag in Süddeutschland, Österreich und Tschechien aus Sorge vor Käferschäden sowie der verstärkte Holzimport beispielsweise aus Russland. Andererseits hätten Absatzrückgänge in den Krisengebieten im Nahen Osten und Nordafrika die Holzpreise unter Druck gesetzt.

Die Auswirkungen sind bis in die Wälder des Forstverbands Fuhrberg zu spüren. Denn das meiste Holz, das dort geerntet wird, landet nicht im Kamin, sondern beispielsweise als Palettenholz in der Industrie oder als Brett im Baumarkt. Vieles wird auch über den Wismarer Hafen in andere Länder verschifft – „bis nach Korea und China“, wie Oehlschläger sagt. Und das in den USA alljährlich zur Hurrikan-Saison die Nachfrage nach OSB-Platten anziehe, „das merkt man auch hier“. Doch momentan hätten auch große Zwischenhändler Probleme, ihr Holz abzusetzen – das dann, obwohl schon bezahlt, auch erst einmal im Wald liegen bleibt. „Das habe ich in 20 Jahren noch nicht erlebt“, sagt Oehlschläger.

Nachfrage nach Wald übersteigt das Angebot bei weitem

Der 1937 gegründete Forstverband Fuhrberg vertritt 655 private Waldbesitzer mit fast 7300 Hektar Forstflächen in Burgwedel, Isernhagen, Wedemark und Burgdorf. Trotzdem ist die Waldbörse überschaubar: Gerade einmal 1,3 der 7300 Hektar stehen zum Verkauf. Erstmals wird Förster Christian Oehlschläger bei der Mitgliederversammlung am Freitag, 18. März, ab 19 Uhr im Gasthaus Bludau in Wennebostel keine neuen Angebote vermelden können.

Dabei sei die Liste der Interessenten lang. In Zeiten niedrigster Zinsen und großer Nachfrage nach Immobilien wollten viele ihr Geld sichern, indem sie Wald kauften, beschreibt Oehlschläger die Gründe. Durchschnittlich würde etwa 1 Euro pro Quadratmeter bezahlt. Die 2,50 Euro pro Quadratmeter, die eine Frau für die 1,3 Hektar Forstfläche in Engensen verlange, weil ihr Mann damals wohl 5 Mark bezahlt habe und sie keinen Verlust machen wolle, seien utopisch.

Von Frank Walter

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