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Nachrichten Nadelöhr in Fuhrberg: Ferienbeginn ist Zeitlimit
Umland Burgwedel Nachrichten Nadelöhr in Fuhrberg: Ferienbeginn ist Zeitlimit
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00:31 26.05.2018
Teimuraz Kuchuchvili regelt den Baustellenverkehr von Hand, kann aber nicht verhindern, dass bei der Tankstelle Giesche zeitweise Zu- und Abfahrt blockiert sind. Quelle: Martin Lauber
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Fuhrberg

Begeisterung klinge anders: Auf diesen Nenner bringt Harald Rietz vom Burgwedeler Bauamt das erwartbare Echo auf die vor Pfingsten wieder eröffnete Kanalbaustelle in Fuhrberg. Seit dem 16. Mai stehen erneut Autos vor dem Nadelöhr auf der L 310 in der Ortsmitte im Stau. Doch so groß wie im vorigen Herbst sei das Chaos diesmal nicht, meint Ortsbürgermeister Heinrich Neddermeyer. Viele Pendler suchten sich andere Wege.

Wenn der Verkehr tatsächlich besser fließen sollte als im Herbst, dann hat Teimuraz Kuchushvili seinen Anteil daran. „Mein Ziel heißt: Zeit gewinnen“, sagt der Mann, der morgens zwischen 6 und 9.30 Uhr und nachmittags von 14.30 bis 18 Uhr versucht, die automatische Steuerung der Baustellenampel von Hand zu optimieren. Von seinem Posten auf dem zentralen Knotenpunkt aus hat er die stark befahrene L 310 im Blick und ebenso die L 381, die von Großburgwedel kommt. Möglichst lange Grünphasen seien am effektivsten, das hat er quasi empirisch mit der Stoppuhr ermittelt. Wenn möglich, lässt Kuchushvili die jeweiligen Autoschlangen komplett durchlaufen. Sobald der letzte Wagen in den Baustellenbereich fährt, drückt er den Knopf für die Gegenrichtung, ohne zu vergessen, dass auch der Verkehr auf der L 381 nicht ewig auf Grün warten will. Zur Rush Hour stoße dieses System allerdings an seine Grenzen.

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Die Pumpen laufen durch

Mitte November 2017 hatte die Stadt Burgwedel die Erneuerung des maroden Abwasserkanals abgebrochen, weil nach anhaltenden Niederschlägen der Grundwasserpegel in der Baugrube stieg und stieg. Die Pumpen wurden abgestellt – seit vergangenem Mittwoch arbeiten sie schallisoliert in einem Holzgehäuse wieder auf Hochtouren: 600 bis 1.200 Kubikmeter Wasser ziehen sie durch 30 Lanzen pro Tag aus der engen Baugrube ab. Sie bleiben auch in Betrieb, wenn in vier Meter Tiefe wieder trockenen Fußes gearbeitet werden kann. „Sonst säuft die Baustelle wieder ab“, erklärt Bauleiter Nico Ebert.

Aktuell kommt die Isernhagener Tiefbaufirma MTB zügig voran. Am Donnerstag wird das alte Kanalrohr verschlossen und werden die Abwässer oberirdisch „umgeleitet“, so dass ein neues Rohrstück eingesetzt werden kann. Dann wandert die Baustelle weiter in westlicher Richtung bis zur Bushaltestelle vor dem Heidehotel Klütz, das jederzeit über eine seiner beiden Zufahren erreichbar bleibe, wie Bauleiter Ebert versichert.

Manchmal ist der Vekehr nur „Hölle“

Stadt und Tiefbaufirma haben eine klare Ansage der Landesbehörde für Straßenverkehr: Vor Beginn der Sommerferien soll der Verkehr auf dem A-7-Zubringer wieder ungehindert fließen. Harald Rietz zufolge ist das zu schaffen. Für die Firma Giesche, die vis-à-vis des L-310-Nadelöhrs eine Tankstelle mit Abschleppdienst und Autohandel betreibt, sind fünf Baustellen-Wochen indes keine rosige Aussichten. Ein Mitarbeiter berichtet von regelmäßigen Hupkonzerten. Autofahrer aus Richtung Celle ignorierten regelmäßig die Haltelinie vor der Baustellenampel und blockierten so die Zufahrt zur Tankstelle. Stocke der Verkehr auf der A 7, seien derzeit auch in Fuhrberg die Verkehrsverhältnisse „die Hölle“.

Von Martin Lauber