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00:16 11.12.2015
Rund 60 Bürger kommen in den Amtshof zur Versammlung. Quelle: Frank Walter
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Burgwedel

So sperrig der Begriff Regionales Raumordnungsprogramm auch ist, für Stadtplaner ist das RROP entscheidend: Wo können Siedlungen erweitert werden, wo neue Firmen sich ansiedeln, welche Bereiche bleiben der Naherholung vorbehalten? Zehn Jahre lang wird die Neuauflage des RROP, an dem die Regionsverwaltung in Hannover gerade arbeitet, dafür den Rahmen vorgeben.

Das Interesse der Bürger, die am Montagabend scharenweise zur Infoveranstaltung in den Amtshof kamen, fokussierte sich nur auf einen einzigen Punkt: die Vergrößerung der Vorrangfläche für Windkraftanlagen bei Fuhrberg von 53 auf 89 Hektar. Zu den fünf bestehenden Windrädern mit 100 Metern Höhe könnten fünf weitere hinzukommen - mit ganz neuen Dimensionen: 200 Meter bis zur Flügelspitze, das seien die Größenordnungen, die jetzt umgesetzt würden, so die Fachleute.

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Ausführlich erläuterte Wolfgang Jung, Teamleiter für Regionalplanung bei der Region, wie man von der Gesamtfläche durch den Abzug rechtlich vorgegebener Tabuzonen zu eben jenen Potenzialflächen für Windenergie gekommen sei, die jetzt im RROP-Entwurf stehen. Für Fuhrberg bedeute das ein größeres Areal, das mit 800 Metern Abstand allerdings auch etwas weiter weg rücke vom Ort. Zwischenzeitliche Überlegungen, Windräder auch östlich der L 381 zuzulassen, habe ein Schwarzstorch-Horst verhindert. „Da sind riesige Abstände einzuhalten“, so Jung.

Für die Fuhrberger, die geschätzt zwei Drittel der Zuhörer im Amtshof stellten, ist die jetzt im Entwurf verbliebene Fläche immer noch überdimensioniert. Gelte die alte Zusage der Stadt Burgwedel nicht mehr, dass es das für Fuhrberg mit Windrädern gewesen sei? Akzeptanz dürfe als Kriterium in Flächenermittlung nicht einfließen, sei auch gar nicht messbar, so Jung.

Warum brauche es Vorranggebiete? Weil Anlagen sonst überall im Außenbereich genehmigungsfähig wären - auch 400 Meter von Fuhrberg entfernt. Störten solche Anlagen nicht Flug- oder Wetterradar? „Das verraten uns die Betreiber erst im konkreten Genehmigungsverfahren“, erläuterte der Fachmann. Habe man die Bereitschaft der Flächeneigentümer abgefragt? Nein, auch das sei kein Kriterium. „Aber bei landwirtschaftlichen Flächen ist die Bereitschaft zu verkaufen erfahrungsgemäß groß“, so Jung. Wer will überhaupt mehr Windkraft? Bund und Land im Zuge der Energiewende ebenso wie die Region, lautete die Antwort. Sei Repowering nicht sinnvoller als die Ausweisung neuer Flächen? Ja, aber das passiere ohnehin. Die Anlagen würden größer und leistungsstärker, dadurch aber auch die Abstände zueinander größer. „Es werden also weniger Anlagen“, so der Regionalplaner. Muss an jeder Anlage nachts eine Warnlampe blinken? Die Genehmigungsbehörde könne beispielsweise eine Lichteinschaltung nur beim Nähern eines Flugzeugs vorgeben.

Doch welche Einflussmöglichkeit hat die Stadt überhaupt mit ihrer Stellungnahme zum RROP, die der Rat am Dienstag beschließen muss? „Wenn Sie uns auf Fehler hinweisen, fachliche Gründe liefern, dann fließt das in den Entwurf ein“, so Jung. Zumindest in der Infoveranstaltung waren diese nicht zu erkennen.

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