Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Nachrichten Bus außer Kontrolle: Mehr als 330.000 Euro Schaden
Umland Burgwedel Nachrichten Bus außer Kontrolle: Mehr als 330.000 Euro Schaden
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:15 20.05.2017
Von Frank Walter
Markierungen der Polizei auf dem Asphalt des Busbahnhofs erinnern am Tag nach der folgenschweren Irrfahrt an den Unfall. Quelle: Frank Walter
Großburgwedel

Für die beiden Fünftklässler sind die Hinterlassenschaften des verheerenden Busunfalls mit einem Schwer- und drei Leichtverletzten am Schulzentrum interessant. An Splittern des Sicherheitsglases hängt noch der Aufkleber, der eine der Bustüren für behinderte Fahrgäste markiert hatte: „Guck’ dir das an!“

Wem man auch zuhört am Tag danach, die Irrfahrt des 52-jährigen Regiobus-Fahrers am Dienstagmittag auf dem Busbahnhof ist das Thema Nummer eins. „Die Leute sind zurückgesprungen, ein Klassenkamerad stand ganz vorn. Ich hatte richtig Angst“, sagt eine Elfjährige. „Ich hab’ mich gleich gefragt: Was ist bloß mit dem Fahrer los?“, meint ein Fünftklässler. Eine 17-Jährige hat den finalen Einschlag des Busses am Baum miterlebt. „Alle sind sofort hingelaufen, um zu helfen.“

Etwa 100 Schüler sollen sich laut Polizei zum Unfallzeitpunkt um 13.30 Uhr auf dem Busbahnhof aufgehalten haben. Wie viele andere war Gesa Johannes, Leiterin des Gymnasiums, sofort zum Busbahnhof gelaufen. Viele Kollegen hätten großartig reagiert, sich vorbildlich um die Schüler gekümmert.

Wie das Gymnasium haben auch die anderen weiterführenden Schulen Krisenmanagement betrieben: mit Rundmails und Hinweisen auf ihren Internetseiten direkt nach dem Unfall und mit Gesprächsangeboten am Morgen danach. Die Klassenlehrer hätten den Unfall in den ersten Stunden angesprochen, die Schulsozialarbeiter seien in den Pausen verstärkt auf die Schüler zugegangen, berichtet Marco Schinze-Gerber, didaktischer Leiter der IGS. „Die Schüler sind sehr gefasst“, so sein Eindruck.

Doch warum hat der Regiobus-Fahrer der Linie 630 die Kontrolle verloren, warum kam es zu der Schneise der Verwüstung? Laut Polizei liegt der Schaden bei rund 330.000 Euro, aber die Ursache steht auch am Mittwochnachmittag noch nicht fest. Der einzige Fahrgast hatte der Polizei gesagt, dass der Fahrer am Lenkrad zusammengesackt war. Der Verkehrsunfalldienst sicherte Spuren, die Hannoversche Straße war bis kurz vor 19 Uhr gesperrt.

Zur Klärung der Unfallursache beitragen soll nun die Befragung des Busfahrers, seine Vernehmung steht noch aus. Er war schwer verletzt in die Medizinische Hochschule gebracht worden, die Klinik wollte sich zum aktuellen Zustand des Mannes gestern nicht äußern. Der Betriebshofleiter des Fahrers habe aber schon mit ihm sprechen können, sagt Regiobus-Sprecher Tolga Otkun. Ob der Mann wegen einer akuten Erkrankung zusammengebrochen sei, darüber wolle er nicht spekulieren.

Grundsätzlich sei es so, dass die Fahrer sich alle fünf Jahre einem Gesundheitscheck unterziehen müssten. Ab 50 Jahren beinhalte dies auch Reaktionstests, und ab 65 Jahren gebe es jährliche Überprüfungen. „Damit gehen wir über die gesetzlichen Vorgaben hinaus“, so Otkun. Technische Sicherungen wie Spurassistenten oder Einrichtungen, die das Fahrzeug abbremsten, wenn der Fahrer nicht mehr reagiere, seien in den Regiobussen hingegen nicht verbaut. „Das gibt es bei Reisebussen. Bei Linienbussen ist das unüblich und gesetzlich nicht vorgeschrieben.“

Man werde sich genau angucken, ob irgendetwas den Unfall hätte vermeiden können. Aber wo der Faktor Mensch eine Rolle spiele, „gibt es keine 100-prozentige Sicherheit“, so Otkun.

Die folgenschwere Irrfahrt des Busses endete an einem Baum. Quelle: Frank Walter

Großer Andrang herrschte bei der Besichtigung des Neubaukomplexes am Montagnachmittag in Kleinburgwedel. Rund 40 Nachbarn schauten sich die Wohnungen an, die zunächst für Geflüchtete bestimmt sind. Positive und kritische Stimmen waren über das Projekt zu hören.

22.05.2017

Noch teilen sich Radfahrer zwischen Neuwarmbüchen und Thönse die Fahrbahn mit den Autofahrern, doch das soll endlich ein Ende haben: Seit Jahren geplant, soll der Radweg entlang der K 116 im nächsten Jahr gebaut werden. Aktuell führt die Region Gespräche, um sich die nötigen Grundstücke zu sichern.

Frank Walter 19.05.2017

Vier Personen wurden verletzt, als am Dienstagnachmittag ein Bus über den Busbahnhof am Schulzentrum Großburgwedel schlingerte und großen Schaden anrichtete. Der 53-jährige Fahrer soll vor dem Unfall über dem Lenkrad zusammengebrochen sein. Aber es hätte alles viel schlimmer ausgehen können.

Martin Lauber 19.05.2017