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Umland Burgwedel Nachrichten Heimatstadt hält sich beim Wulff-Buch zurück
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06:16 15.09.2012
Von Martin Lauber
Buchhändlerin Gabriele von der Linden (rechts) mit dem Buch von Bettina Wulff. Quelle: Martin Lauber
Burgwedel

Die Regalwand neben dem Eingang ist für besondere Neuerscheinungen reserviert - „Im Gespräch“ steht groß darüber. Darunter blickt die zeitweilige First Lady des Landes exakt 33-mal im Halbprofil vom Buchtitel. „Natürlich interessiert mich das“, sagt Kundin Gesine Vesterling. „All diese Vorwürfe, denen das Ehepaar Wulff ausgesetzt ist - ganz schrecklich.“ Zumal sie die Autorin mag: „Sie ist so offen und ein bisschen frech.“

Noch ist Böhnert-Filialleiterin Heike Zielinski die einzige im Geschäft, die weiß, was Bettina Wulff, die kaum 200 Meter Luftlinie entfernt lebt, auf 217 Seiten mitzuteilen hat. „Ich glaube, was ihren Kindern widerfahren ist, lässt niemanden kalt“, erklärt sie einer Kundin. Eben noch hat die Buchhändlerin einer Reporterin der Süddeutschen Zeitung ein Interview gegeben. Nach der ersten Belagerung der Stadt während der Wochen vor und nach dem skandalumwitterten Rücktritt Christian Wulffs vom Amt des Bundespräsidenten rücken nun die Bekenntnisse seiner in Großburgwedel aufgewachsenen Ehefrau ins mediale Rampenlicht.

Ingrid Koch ist Käuferin Nummer drei am Mittwoch. Für sie war es keine Frage, wofür sie ihren Buchgutschein anlegt: „Jenseits des Protokolls“ nimmt sie mit in den Urlaub. Auch der Rest der Familie sei ungeduldig auf die Lektüre - ihr Ehemann aus politischem Interesse, der Sohn hat mit Bettina Wulff die Schulbank gedrückt, sie selbst will wissen, „wie das ist, in Berlin zu sein“.

Die - moderate - Nachfrage sei mehr von persönlichem Interesse getragen als von der Hoffnung auf Reißerisches, sagt Buchhändlerin Zielinski: Die Großburgwedeler sähen das ganz entspannt.

Bettina Wulff zum „Wulff-Tourismus“ in Großburgwedel: Der Boulevard munkelt von Eheproblemen. Im vorletzten Kapitel ihres Buchs schreibt Bettina Wulff: „Mindestens in den kommenden drei bis fünf Jahren wird Großburgwedel ... sicher auch der Standort sein, wo wir bleiben werden. Gerade die Kinder brauchen jetzt etwas Ruhe ... “ Sie selbst habe sich nach „schöner Kindheit“ in Großburgwedel als 17-Jährige keine Minute lang vorstellen können, „hier sesshaft zu werden. Heute bin ich es wieder und darüber glücklich“.

Sogar mit dem „Wulff-Tourismus“ in ihrer Straße hat sich die 38-Jährige arrangiert: „Mittlerweile winke ich jenen Herrschaften einfach freundlich zu, was denen dann zumeist peinlich ist und sie schnell verdutzt weiterradeln.“ Wie insbesondere Sohn Leander (8) unter der medialen Belagerung gelitten hat, gehört zu den eindrucksvollsten Schilderungen in dem Buch. Selbst der Grundschul-pausenhof war keine Schutzzone. Leander musste sich anhören: „Deine Eltern sind Lügner, hat mein Papa gesagt.“

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