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Nachrichten Klinikum: Jetzt geht es ums Geld
Umland Burgwedel Nachrichten Klinikum: Jetzt geht es ums Geld
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17:59 25.07.2017
Von Frank Walter
Das KRH hat beim Land Fördergeld für einen Neubau in Großburgwedel beantragt.
Das KRH hat beim Land Fördergeld für einen Neubau in Großburgwedel beantragt. Quelle: Archiv
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Großburgwedel

"Wenn es so kommt, dann würde das die Belegschaft im Krankenhaus Großburgwedel sehr freuen“, äußert sich die stellvertretende örtliche KRH-Betriebsratsvorsitzende Parwin Thormann. Sie ist überzeugt: „Wir bringen gute Leistungen, liefern gute Zahlen – schön, wenn das durch diese Perspektive belohnt würde.“ Dass Thormann dabei den Konjunktiv benutzt, ist Absicht, „denn die Belegschaft ist eher verunsichert“, betont sie. Bereits 2013 habe der Krankenhaus-Park für das damals geplante Bettenhaus weichen müssen. Seitdem habe es viel Hin und Her gegeben, alles habe sich immer wieder verschoben. „Noch fehlt uns ein wenig der Glaube.“

Bürgermeister Axel Düker kann diese Zurückhaltung verstehen, schließlich habe der Betriebsrat „eine Berg- und Talfahrt“ hinter sich“. In den nächsten Jahren werde es sicherlich noch die eine oder andere Entscheidung geben, „ob es zehn Betten mehr oder weniger werden. Und das werden wir genau betrachten.“ Im Grundsatz ist sich der Bürgermeister jetzt aber sicher, dass „die Entscheidung steht, mit einem starken Signal der Regionsversammlung“. Was die Landesförderung angeht, ist Düker vorsichtig optimistisch. Zwar habe Niedersachsen in der Region Hannover zuletzt viel investiert. „Die Region ist aber auch ein extrem dicht besiedelter Raum“, sagt er und geht davon aus, dass das Land die Notwendigkeit anerkennen werde.

Ebenso wie Düker hofft auch der Burgwedeler SPD-Chef und Regionsabgeordnete Andreas Strauch darauf, dass es vielleicht bereits am Mittwoch, 26. Juli, ein erstes Signal gibt, wie das Land auf den KRH-Antrag reagieren wird: Am Vormittag wird der Staatssekretär im zuständigen Sozialministerium, Jörg Röhmann, den SPD-Landtagsabgeordneten Marco Brunotte bei einem Besuch des Klinikums Großburgwedel begleiten. Die KRH-Neustrukturierung im Osten der Region werde für Zukunftssicherheit sorgen, so Strauch. „Das ist eine sehr gute Lösung, für die wir uns intensiv eingesetzt haben – und ich bin zuversichtlich, dass es auch so kommt.“

Ob dabei allerdings das Land unterstützen wird, davon ist der Burgwedeler CDU-Vorsitzende und Landtagsabgeordnete Rainer Fredermann noch nicht überzeugt. Auch andere Regionen Niedersachsens wollten Geld aus dem Landestopf für die Krankenhausfinanzierung, „wir sind da nicht allein“, sagt er. Immerhin: „Die Pläne sind jetzt stimmig, politisch sind sich alle einig – die Chancen haben sich verbessert“.

Dass die Region als KRH-Eigentümerin in jedem Fall auch eigenes Geld in die Hand nehmen muss, davon ist der CDU-Regionsabgeordnete Helmut Lübeck überzeugt, und das deckt sich auch mit dem, was vom KRH selbst zu hören ist: Eine rund 50-prozentige Förderung wie beim Klinikum Siloah sei schon gut, sagt KRH-Sprecher Bernhard Koch. Eine Summe sei im Förderantrag nicht genannt, und es gebe auch keine festgelegten Quoten.

Die FDP-Regionsabgeordnete Christiane Hinze, die selbst im KRH-Aufsichtsrat sitzt, erinnert an den Beschluss der Regionsversammlung: „Wir wollen das Konzept umsetzen, egal wie“ – auf diese Aussage könne sich auch das Krankenhauspersonal in Großburgwedel verlassen. Und was die Chancen auf die Landesförderung angeht: „Die Region Hannover ist ja auch der größte Einzahler.“

Davon, dass zusätzlich zu den Neubauplänen auch im Altbestand des Großburgwedeler Krankenhauses weiter investiert werden muss, ist Hinze ebenso überzeugt wie der stellvertretende Patientenfürsprecher Wilhelm Schultheis. Man müsse die Unterbringung den aktuellen Bedürfnissen anpassen, sagt Schultheis. Und da entspreche auch eine Privatstation mit zukaufbaren Leistungen, wie sie derzeit im Klinikum Großburgwedel entsteht, dem heutigen Standard in Krankenhäusern.