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Nachrichten Kunstverein eröffnet Doppelausstellung
Umland Burgwedel Nachrichten Kunstverein eröffnet Doppelausstellung
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11:00 12.11.2017
Der Kunstverein Burgwedel-Isernhagen eröffnet seine neue Ausstellung mit Fotos von Schülern und Uwe Stelter (im Hemd). Quelle: Jürgen Zimmer
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Großburgwedel

 Der Kunstverein Burgwedel-Isernhagen zeigt in einer neuen Doppelausstellung im Rathaus und in der Volksbank in Großburgwedel Fotoserien von Uwe Stelter und Arbeiten aus einem Schülerprojekt.

 „So voll war es hier noch bei keiner Ausstellungseröffnung“, stellte Burgwedels Bürgermeister Axel Düker zufrieden fest, als er am Freitagabend die Besucher der Ausstellung mit dem langen Titel „Alles ist möglich im Spiegel des heiteren Himmels“ im Rathaus begrüßte. „Und so jung war das Publikum auch noch nie“, spielt er auf die anwesenden Kinder und Jugendliche an.

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Die Ausstellung im Rathaus und in der Volksbank in Großburgwedel zeigt Bilder des bekannten Fotografen Uwe Stelter und Schülerarbeiten

Da nicht nur Fotoserien und konzeptionelle Arbeiten von Uwe Stelter aus Hannover gezeigt werden, sondern auch Arbeiten aus einem Kunstprojekt des Fotografen zusammen mit Schülern des Großburgwedeler Gymnasiums, wurden letztere klangvoll von den Bläsern der sechsten Klasse unterstützt. Stefan Rautenkranz, Vorsitzender des Kunstvereins Burgwedel-Isernhagen, war zu Recht stolz auf das gemeinsame Projekt der Schüler mit dem renommierten Fotokünstler.

Uwe Stelter war im Sommer einen Tag lang mit ihnen durch Burgwedel gezogen und hatte sie ihren Heimatort mit den Augen eines Profis sehen lassen. Ganz gezielt, denn die Ausstellung des Kunstvereins ist bereits die vierte unter dem Oberbegriff „Heimat“. „Für mich war es spannend zu sehen, wie Achtklässler ihre Heimat sehen, ob sie überhaupt etwas mit dem Begriff anfangen können“, meinte Stelter. Sie konnten durchaus, wie die Ergebnisse der Fotowand „Mit den besten Grüßen aus Großburgwedel“ zeigen. An die 100 Fotografien haben die Beteiligten ausgesucht und präsentieren sie nun. „Den Kindern hat die Arbeit viel Spaß gemacht“, sagte deren Kunstlehrerin Lisa Lillpopp –“und ich habe auch noch eine Menge gelernt“, fügte sie mit einem Lachen hinzu. Dass sie von Rautenkranz die Fotowand der Schüler zusammen mit einem Blumenstrauß als Geschenk erhielt, freute sie besonders.

Stelter zeigt unter anderen Arbeiten aus seinem Zyklus „Skyline Walk“, der auf exakt 104 Kilometern entlang der Stadtgrenze Hannovers entstand. Nach jeweils 500 Meter fotografierte er einmal in Richtung Stadtmitte und, nach einer Drehung auf der Stelle um 180 Grad, in Richtung „Land“ - auf Brachflächen, Schallschutzwände, Einkaufszentren oder Einfamilienhaus-Idyllen.

Vorgestellt wurden der Künstler und seine Arbeiten von Thomas Kaestle, Kulturwissenschaftler und als freier Journalist für die HAZ tätig. Kaestle lobte Stelter auch für dessen Verführungskünste: „Er verführt zu Gedankenwanderungen, auch im übertragenen Sinne.“ Tatsächlich wandert Stelter bei seiner Arbeit viel - wie bei seiner Serie „Niemandszeit“, entstanden 1990 in drei Monaten entlang des Sperrgebiets zur DDR.

Die Ausstellung ist im Rathaus, Fuhrberger Straße 4 und in der Volksbank, Hannoversche Straße 6, beide in Großburgwedel, noch bis 20. Dezember während den jeweiligen Öffnungszeiten zu sehen.

Von Jürgen Zimmer