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Nachrichten Mit Söndörgö klingt Ungarn ganz anders als Csárdás
Umland Burgwedel Nachrichten Mit Söndörgö klingt Ungarn ganz anders als Csárdás
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14:51 09.11.2017
Lamento und Tempo sind kein Widerspruch: Das Ensemble Söndörgö demonstriert das im voll besetzten Amtshof.
Lamento und Tempo sind kein Widerspruch: Das Ensemble Söndörgö demonstriert das im voll besetzten Amtshof. Quelle: Jürgen Zimmer
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  Was war das denn? Keine harmonische Melodien, kein Schenkelklopfen bei fiddelgetriebener Dorfmusik, kein Csárdás und kein Blasorchester! Stattdessen ein ganz anderer Balkan-Sound, der hierzulande weitgehend unbekannt ist. Vier Brüder und ein Vetter sind die Tamburitza-Band „Söndörgö“, mit denen am Mittwochabend die meisten Zuhörer im Amtshof musikalisches Neuland betraten .

Saiteninstrumente gibt es bei Söndörgo in bunter Vielfalt. Quelle: Jürgen Zimmer

Im Mittelpunkt steht ein kleines Zupfinstrument, das mit einem Plektrum gespielt wird. Dieses agile Instrumentchen, irgendwo zwischen Mandoline und Bazouki anzusiedeln, ist nicht gerade ein Klangwunder. Es klingt metallisch und die Töne verschwinden so schnell, wie sie gespielt werden. Spielt man die Tambura aber in irrwitzigem Tempo wie Áron Eredics, begleitet von Kontra Tambura an Gitarre, Bass und Akkordeon, entstehen mitreißender Rhythmen, die ohne Umwege direkt ins Blut gehen. Fremdartig, erregend und anregend.

In fliegendem Wechsel kommen weitere Instrumente dazu. Ob Trompete und Saxophon, oder Flöte und Pauke, ob Klarinette und Horn oder Posaune — die Vielfalt der Instrumente entspricht der Klangfülle der Musik der serbokroatischen Diaspora in Ungarn. Aber nicht nur die schmerzhaft leidenschaftliche Beiträge oder dramatischen Lieder sind bestimmend. Am besten klingt Söndörgö bei den ruhigen Lamento-Liedern. Diese beginnen langsam und tragend, sind aber nicht traurig und drückend, wie man es von einer Brass-Band kennt. Uund sie steigern sich über Minuten zu einem Stakkato, der im Klangrausch endet.

Die Brüder Áron, Benjamin, David und Salomon Eredics sowie Bassist Attila Buzás wollen diese Musik vor dem Untergang bewahren. „Lost Music of the Balkans“ lautet denn auch der Untertitel ihrer CD „Tamburising“. Begeisterte Pfiffe und anfeuerndes Gejuchze waren der anerkennende Dank der Besucher im vollbesetzten Amtshof.

Von Jürgen Zimmer