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Nachrichten Platz an der Sonne für seltene Reptilien
Umland Burgwedel Nachrichten Platz an der Sonne für seltene Reptilien
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15:41 30.05.2018
Von Martin Lauber
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Fuhrberg

Noch sind die Tiere, um die es nördlich der Betriebsgebäude des Wasserwerks der Stadtwerke Hannover (enercity) geht, nicht in die Winterstarre gefallen. So können Waldeidechsen, Schling- und Ringelnatter vor den breiten Ketten der Moorraupe flugs Reißaus nehmen.

Bei diesen drei geschützten Arten sind die Polder, in die das Wasserwerk seit den fünfziger Jahren in größeren Abständen mangan-, eisen- und humushaltiges Filterwasser pumpt, sehr beliebt. Bei einer Kartierung im Vorfeld des Landschaftsrahmenplans 2013 war das Vorkommen nachgewiesen worden. Auch die Dämme rund um die Schlammbecken gehören zu dem Biotop, denn sie dienen den wechselwarmen Reptilien als im wahrsten Sinne des Wortes heiß begehrte Sonnenplätze.

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Die beiden am stärksten bewachsenen der insgesamt sieben Filterwasserpolder nimmt sich seit Montag Hannes Lehnhoff mit seinem speziellen Kettenfahrzeug vor. Andere Arbeitsgeräte würden auf dem schlammigen Grund absaufen, mit der Moorraupe ist er auf solche Naturschutzeinsätze vorbereitet. Der Greifarm packt die Stämme ausgewachsener Weiden, Erlen und Pappeln in der Mitte, knipst sie mit hydraulischer Kraft durch und holt sich im zweiten Zugriff auch den unteren Teil des Baums. Im dritten Arbeitsgang werden dann mit der Schaufel die Stubben ausgegraben. Die in Jahrzehnten aufgelaufenen Sträucher und Bäume schlucken nicht nur Licht, sondern legen auch den jetzt noch moorigen Untergrund mehr und mehr trocken.

Doch die Ringelnattern zum Beispiel brauchen Nässe und jagen gerne in Gewässern, berichtet Stadtwerke-Förster Olaf Zander. Deshalb werden die Forstleute von enercity in Abstimmung mit der Region die Schlammbecken künftig von Baumbewuchs freihalten und abschnittsweise einmal jährlich mähen. Dasselbe gilt für Dämme, die in den nächsten Wochen ebenfalls von Kiefern befreit werden sollen. Mit einer Seilkrananlage werden die gefällten Bäume dann an den Rand der Polder gehievt und dort weiter zu Rundholz und Hackschnitzeln verarbeitet. Besuchern der Ausstellung „Heizen mit Holz“, die jährlich am letzten Oktoberwochenende auf dem Wasserwerkgelände stattfindet, will enercity diese Technik diesmal live vorführen.

Im Burgwedeler Stadtgebiet gibt es weitere Projekte, die aus dem 400.000-Euro-Topf zur Förderung der Artenvielfalt mitfinanziert werden. So unterstützt die Region den Nabu bei der Umwandlung ehemaliger Fichtenschonungen im Hastbruchgebiet in Feuchtgrünland. Auch am verlängerten Grasbruchdamm in Fuhrberg werden weitere Gewässer geschaffen. Das Budget sei erst zur Hälfte abgerufen, berichtet Regionssprecherin Christina Kreutz. Auch Kommunen und anerkannte Naturschutzverbände könnten Förderanträge an die Region Hannover stellen.

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