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00:16 11.03.2017
Die Polizei verzeichnet in Burgwedel und Isernhagen einen Anstieg der Einbruchszahlen um mehr als 50 Prozent.
Die Polizei verzeichnet in Burgwedel und Isernhagen einen Anstieg der Einbruchszahlen um mehr als 50 Prozent. Quelle: Symbolbild
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Burgwedel/Isernhagen

Eingeschlagene Scheiben, aufgehebelte Terrassentüren, durchwühlte Räume und Bewohner, deren Sicherheitsgefühl im eigenen Zuhause plötzlich massiv gestört ist: 155 Einbrüche in Wohnhäuser musste die Polizei in Burgwedel und Isernhagen im vergangenen Jahr bearbeiten – ein Anstieg um mehr als 50 Prozent. 39 Einbrüche in Gewerbebetriebe kommen obendrauf (-18).

Die vielen Wohnungseinbrüche passen eigentlich nicht zur Kriminalstatistik für 2016 des Polizeikommissariats Großburgwedel, sind doch die Straftaten insgesamt um 512 auf 2424 Fälle gesunken. Im Anstieg der Einbruchszahlen sind aber auch positive Nachrichten versteckt: „In rund 40 Prozent der Fälle ist es beim Versuch geblieben“, bilanziert Kommissariatsleiter Günter Heller. Immer mehr Menschen würden die Beratung der Polizei annehmen und ihr Haus technisch aufrüsten. Im Februar konnte ein Einbrecher in Fuhrberg festgenommen werden, den Zeugen bemerkt hatten. Im April folgte eine Festnahme nach einem Einbruch in Altwarmbüchen, wo eine DNA-Untersuchung an einem zurückgelassenen Tatwerkzeug zum Ermittlungserfolg geführt hatte.

„Einbrecher wollen nicht bemerkt werden“, betont Ralf-Emil Bahn, Leiter des Kriminalermittlungsdienstes, dass es stets eine gute Prävention sei, nach Außen zu signalisieren, dass jemand zu Hause sei. „Wir bemerken, dass die Tatzeiten sich immer mehr in den Tag verlagern, weil die Menschen nachts zu Hause sind“, sagt Bahn. Die Polizei werde weiter bei Veranstaltungen Bürgern Präventionstipps geben und durch mehr Streifen – auch in Zivil – versuchen, Einbrecher abzuschrecken. Die Bitte an die Bevölkerung ist deutlich: „Zeitnahe Hinweise, wenn beispielsweise unbekannte Fahrzeuge in einem Wohngebiet unterwegs sind, helfen“, sagt Heller. Wer sich nicht traue, die Polizei gleich anzurufen, sollte sich zumindest die Kennzeichen notieren.

Neben Einbrüchen waren es vor allem Diebstähle (1081 Fälle), die die Polizei 2016 beschäftigten. Einen Erfolg verzeichnet das Kommissariat im Rückgang um fast die Hälfte bei Diebstählen aus Autos (136 Fälle). Ob die Polizeipräsenz – „wir haben jeden auf die Straße geschickt, den wir hatten“, so Bahn – Grund dafür ist oder aber Festnahmen im Stadtgebiet, ist unklar. Fest stehe, es habe sich um professionelle Diebe gehandelt, die mit Fachwissen Airbags und Navis ausbauen konnten. „Jetzt rücken wieder Aufbrüche von Handwerkerwagen in den Vordergrund.“

Eine „heile Welt“ will Burgwedel und Isernhagen niemand unterstellen, aber auch Körperverletzungen (190 Fälle) und Drogendelikte (103) haben deutlich abgenommen. Die Polizei berücksichtigt in ihrer Statistik zudem, wie viele Straftäter keine deutsche Staatsangehörigkeit haben. 338 der 1089 Tatverdächtigen waren demnach 2016 ausländischer Herkunft. 127 Straftaten haben die Täter begangen – darunter unter anderem 40-mal „Schwarzfahren“, 23 Ladendiebstähle und 34 Körperverletzungen. „Diese gab es vor allem unter Flüchtlingen selbst“, sagt Heller. „Das ist wohl auch der meist sehr beengten Wohnsituation geschuldet.“

So sieht die Kriminalstatistik des Polizeikommissariats Großburgwedel für das Jahr 2016 aus. Quelle: HAZ-Grafik: mw

Von Carina Bahl

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