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17:29 11.12.2016
Cesare Piro steuert seinen Quadrocopter über den Parkplatz am Springhorstsee. Quelle: Frank Walter
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Großburgwedel

Beim Abheben vom Parkplatz des Springhortsees macht der dreieinhalb Kilogramm schwere Quadrocopter mächtig Wind. Innerhalb weniger Sekunden haben die vier Propeller das teure Fluggerät 50 Meter in die Höhe gehoben. Die vier rot und grün blinkenden Positionsleuchten machen an einem diesigen Tag durchaus Sinn. Der Blick von Pilot Cesare Piro reicht weit über den Springhorstsee – die unter dem Quadrocopter montierte Kamera schickt hochauflösende Bilder auf das Tablet, das Teil der Fernbedienung ist.

Seit 20 Jahren fliegt der Inhaber eines Großburgwedeler Bringdienstes Modellhubschrauber. „Der Modellbau hat mich schon immer fasziniert.“ Vor fünf Jahren entdeckte Piro dann seine Leidenschaft für Drohnen – und hat sein Hobby mit der Flugschule „Copter Expert“ mittlerweile zum (Neben-)Beruf gemacht. Zu den Kunden zählen auch Feuerwehren aus Oldenburg, Hamburg und Bremen, die Thermalkameras an Quadrocoptern befestigen, um Brandherde zu lokalisieren. Auch das DRK Uelzen ließ sich in Großburgwedel schulen, um Copterkameras bei der Suche nach vermissten Personen einsetzen zu können.

Rein technisch sind die Drohnen zwar so kinderleicht zu bedienen, dass man sofort loslegen könnte. „Man muss beim Filmen aber auch die Privatsphäre anderer beachten und nimmt rein rechtlich am Luftverkehr teil“, sagt Piros Kompagnon Julian Klumpp. Der Neustädter hat den fachlichen Hintergrund: Auf den Segelflug-Schein folgten die Verkehrspiloten-Lizenz und die Fluglehrer-Ausbildung, heute arbeitet Klumpp als Vorfeldlotse am Flughafen Langenhagen.

Erlaubt ist der Drohnen-Flug nur auf Sicht. Im 1,5-Kilometer-Radius um Flughäfen und Heliports gilt striktes Flugverbot. In der Flughafen-Kontrollzone, die weite Teile Burgwedels umfasst, dürfen Privatnutzer ihre Copter maximal 30 Meter hoch aufsteigen lassen – und auch für gewerbliche Nutzer ist bei 50 Metern Schluss, erläutert Klumpp. Dass sich nicht jeder an die Vorschriften hält, hat er als Fluglehrer in einer Cessna mitten über Hannover erlebt. Da habe ihn sein Schüler auf eine große Drohne in rund 500 Metern Höhe hingewiesen – der Höhe, in der auch das Flugzeug unterwegs war.

Was für Unfälle passieren könnten, wenn eine mehrere Kilogramm schwere Drohne abstürze und jemanden am Boden treffe, das möchte man sich nicht ausmalen, sagt Piro. Gerade, wenn Möwen in der Nähe seien, könne es kritisch werden: „Die Vögel attackieren die surrenden Copter, da muss man sofort landen.“ Den Start- und Landeplatz sollte man sorgfältig absperren, denn wenn die Akkuladung zur Neige geht, führt das GPS-Signal die Drohne automatisch zum Ausgangspunkt zurück. Dumm nur, wenn man sich zum Starten einen Supermarkt-Parkplatz ausgesucht hat und dort mittlerweile ein Porsche parkt – „das wird dann teuer“, so Piro. Wer sich eine Drohne kauft, sollte auf jeden Fall klären, ob Schäden durch die Haftpflichtversicherung gedeckt sind. „Ältere Policen kennen noch keine Copter.“

Fotostrecke Burgwedel: Drohnen-Experten schulen auch Retter

Von Frank Walter

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