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Umland Burgwedel Nachrichten Rat bittet Region: Dauerwohnen am See erlauben
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18:06 01.04.2014
Ob in der Wochenendhaus-Siedlung am Würmsee Dauerwohnen geduldet werden wird, ist fraglich. Das ist für Kaufinteressenten wichtig.
Ob in der Wochenendhaus-Siedlung am Würmsee Dauerwohnen geduldet werden wird, ist fraglich. Das ist für Kaufinteressenten wichtig. Quelle: Kai Knoche
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Burgwedel

In der öffentlichen Sitzung am Montagabend setzten sich alle Fraktionen dafür ein, dass Volljährigen, die zum Jahresende 2013 mit Hauptwohnsitz in dem Kleinburgwedeler Wochenendhausgebiet gemeldet waren, ein – nicht vererbbares – Dauerwohnrecht in den von ihnen genutzten Liegenschaften eingeräumt wird. Ortsbürgermeister Jürgen Schodder argumentierte: Viele der Anwohner lebten in der Siedlung im Grünen schon seit Jahrzehnten – häufig in Unkenntnis der rechtlichen Brisanz und ohne, dass Behörden jemals Anstoß genommen hätten. Durch eine Räumung drohe diesen Kleinburgwedelern der Verlust ihres Lebensmittelpunktes und beträchtlicher finanzieller Werte. Eine Duldung würde dagegen keinerlei sachlichen Schaden darstellen.

Nach Ostern wird geredet: Wer darf noch „auswohnen“?

Es ist ein doppeltes Problem, vor dem viele der 56 Würmsee-Anwohner stehen. Nach dem bisherigen Bebauungsplan sind in dem Wochenendhausgebiet im Grünen nur Gebäudegrößen bis 60 Quadratmeter zulässig. 42 Objekte überschreiten diese Marke aber. Um wenigstens einen Großteil von ihnen vor einer Rückbauverfügung zu bewahren, will die Stadt die zulässige Größe per Bebauungsplan-Änderung auf bis zu 100 Quadratmeter anheben. Das baurechtlich viel schwierigere Problem aber ist das bis dato nicht rechtmäßige Dauerwohnen in den Häusern – und das betrifft die allermeisten der Anrainer. Würde das Dauerwohnen nicht geduldet, wie Rat und Ortsrat Kleinburgwedel es erbitten, stünden viele der Eigentümer vor dem Nichts. Die Petition weist denn auch ausdrücklich auf diese drohende soziale Härte hin.

„Ich hoffe, dass das Signal in der Region Hannover vernommen wird“, sagte Ratsvorsitzende Ortrud Wendt (CDU) am Montagabend, nachdem die Eingabe einstimmig verabschiedet worden war. „Wir müssen erreichen, dass die Region erkennt: Hier muss etwas getan werden“, sagte Heinz Visel von den Grünen. Für die Unabhängigen führte Friedrich Wolff zugunsten einer Ausnahme für den Würmsee den Gleichbehandlungsgrundsatz ins Feld: Schließlich lasse die Region es zwecks Vermeidung eines wirtschaftlichen Schadens für Edeka auch zu, dass der Konzern in Wettmar baut, obwohl der Bebauungsplan nicht rechtens sei. Bei der zuständigen Bauaufsichtsbehörde war am Tag nach der Ratssitzung noch keine Stellungnahme zu haben.

„Auch die Region Hannover will Menschen, wenn sie denn das 65. Lebensjahr vollendet haben, ein „Auswohnrecht“ am Würmsee einräumen“, sagte Sprecher Klaus Abelmann auf Anfrage. „Dies wäre aus unserer Sicht ein Entgegenkommen und zudem rechtssicher.“ Rat und Ortsrat hingegen wünschen sich, dass alle Erwachsenen, die zum Jahreswechsel Anwohner des Würmsees waren, dieses Auswohnrecht bekommen. „Wie es weitergeht, werden wir nach Ostern in einem Gespräch mit dem Bürgermeister klären“, sagte Abelmann gestern. Der Termin stehe noch nicht fest.

Martin Lauber

Martin Lauber 01.04.2014
Martin Lauber 31.03.2014