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Nachrichten SuedLink-Infos: Strom elektrisiert Hunderte
Umland Burgwedel Nachrichten SuedLink-Infos: Strom elektrisiert Hunderte
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19:35 02.04.2014
Von Martin Lauber
Fast fünf Stunden lang herrscht in der Aula undauf dem Schulhof derGrundschule Großburgwedel Hochbetrieb.
Fast fünf Stunden lang herrscht in der Aula und auf dem Schulhof der Grundschule Großburgwedel Hochbetrieb. Quelle: Martin Lauber
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Burgwedel

Große Ansammlungen engagiert diskutierender Menschen - sie stehen vor einem Dutzend großer Landkarten auf dem Schulhof und in der Aula: Dem mehr als 20-köpfigen Tennet-Team sind beim sechsten von insgesamt 22 Infoterminen entlang der 800 Kilometer langen SuedLink-Plantrasse Atempausen kaum vergönnt. Die Betroffenheit in den Nachbarkommunen Burgwedel und Isernhagen ist groß: Immerhin soll Burgwedel nach dem von Tennet favorisierten Trassenkorridor 8a zwischen den östlichen Dörfern vom Norden nach Süden durchteilt werden. In Isernhagen leben 60 Bürger in Stelle/Kirchhorst - im Bereich des ein Kilometer breiten Plankorridors. Trunnen-, Oldhorster und Altwarmbüchener Moor, Wasserschutz- und Waldgebiete wären betroffen. Anders als bei allen früheren der sogenannten Infomärkte von Tennet haben sich die Kommunen selbst mit eingeklinkt in die Präsentation und dokumentieren die wichtigsten Knackpunkte auf der Trasse.

Kein Wunder, dass es in den meisten Gesprächen um die Frage nach grundsätzlich anderen Varianten geht. Beim Blick auf den bisherigen Trassenverlauf will nicht nur unmittelbar betroffenen Bürgern nicht einleuchten, warum SuedLink bei Schwarmstedt aus der Parallellage zur A 7 auf einmal nach Osten abknickt, um erst südlich von Isernhagen wieder zur Autobahn zurückzuschwenken. Selbst für die Großkopfeten aus der Politik bleibt das erklärungsbedürftig, bekennen die Bürgermeister Axel Düker und Arpad Bogya wie auch Landtagsabgeordneter Rainer Fredermann. Sie wollen die Begründung von Tennet schriftlich haben.

Die Ansprechpartner des Stromnetzbetreibers - Techniker, Umwelt- und Genehmigungsplaner - bleiben keine Antwort schuldig, machen die Abwägungsprozesse transparent, ermuntern dazu, Anregungen aufzuschreiben, für die es eine Plexiglasurne gibt. „Beteiligen Sie sich hier!“, steht darüber. „Wir stehen erst am Anfang. Alle Anregungen werden aufgenommen und abgeprüft“, verspricht Tennet-Sprecher Markus Lieberknecht. In circa anderthalb Jahren sollen die Korridore stehen, „danach kommen wir wieder mit noch kleinräumigeren Karten.“ Anregungen zur SuedLink-Trasse sammeln die Kommunen auch im Internet auf burgwedel.de und isernhagen.de. Burgwedel plant außerdem eine Bürgerversammlung zum Thema nach Ostern.

Umfrage: Was haben Sie beim Infomarkt gemacht?

Horst Hagenberg (75), Großburgwedel/NABU: Die Trasse berührt das Oldhorster Moor. Ich will wissen: Wird man dort Strommasten bauen? Und wird dabei die wasserundurchlässige Schicht durchbrochen? Die Fragen habe ich Tennet mit der Bitte um Antwort schriftlich hinterlassen.

Heike Uphoff (46), Isernhagen/Bauamtsleiterin: Der Infomarkt ist sehr gut. Know-how zur Trasse ist gebündelt abrufbar. Als Gemeinde führen wir hier konstruktive Gespräche auch mit Burgwedeler Bürgern. Wir werden unsere Interessen bündeln und gemeinsam agieren müssen.

Thomas Chlouba (59), Engensen/Bürgerforum: Die geben sich Mühe, kein Vergleich mit der Bahn bei derY-Trasse. Wir machen uns Sorgen um die Naturschutz- und Waldgebiete. Wenn noch eine Stromtrasse kommt, sind hier irgendwann keine natürlichen Naturräume mehr übrig.

Ilse Kuckelkorn (71), Oldhorst/Ortsrat: Ich habe Gespräche über die Oldhorster Belange geführt. Die wissen gar nicht, dass unser Friedhof betroffen wäre und dass es eine Kranichkolonie gibt. Tennet hat versprochen, mich künftig übers Internet auf dem Laufenden zu halten.

Martin Lauber 01.04.2014
Martin Lauber 31.03.2014