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Umland Burgwedel Nachrichten Bus gerät außer Kontrolle – vier Verletzte
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00:16 19.05.2017
Von Martin Lauber
Tragischer Unfall in Großburgwedel: Ein Busfahrer hat am Dienstagnachmittag die Kontrolle über sein Fahrzeug verloren und ist quer über den neuen Busbahnhof, die Hannoversche Straße und schließlich gegen einen Baum gefahren. Quelle: Martin Lauber
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Großburgwedel

Der Unfall ereignete sich um 13.36 Uhr, 16 Minuten nach Ende der sechsten Stunde – die meisten Kinder waren schon Richtung Zuhause unterwegs. Aber viele befanden sich auch noch auf dem ZOB-Gelände. „Wir haben unendlich viel Glück gehabt, gleich mehrere Schutzengel“, sagte Gesa Johannes, Leiterin des Gymnasiums.

Denn der außer Kontrolle geratene Bus der Linie 930 schlingerte offenbar ungebremst über den Busbahnhof, räumte einen der Bussteige fast komplett ab, bevor die Fahrt vor einem Baum an der Hannoverschen Straße jäh endete.

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Dass drei Jugendliche verletzt behandelt werden mussten, davon hatte Johannes bei ihrem Stoßseufzer der Erleichterung noch keine Kenntnis. Eine 15-Jährige wurde durch Glasscherben des zersplitterten Wartehäuschens verletzt, ein 16-Jähriger zog sich eine Verletzung zu, als er sich mit einem Sprung zur Seite rettete. Ein weiterer 16-Jährige wurde verletzt, als das Unfallfahrzeug einen wartenden Bus rammte, in dem der Jugendliche saß.

Der einzige Passagier in dem von Glassplittern übersäten Unfallbus, auf dessen Fahrerseite keine einzige Scheibe ganz blieb, kam mit einem Schock davon. Der Polizei sagte er, dass er den Eindruck gehabt habe, dass der Busfahrer über dem Lenkrad zusammengesackt sei.

Das passt zur Spur der Verwüstung, die die Schlingerfahrt hinterlassen hat. Schon bei der Einfahrt auf den ZOB überfuhr der Bus einen Baum, rammte ein Wartehäuschen, dann traf es eine Laterne und die vordere Einstiegstür des wartenden Gelenkbusses, dessen Fahrer später von einem Notfallbegleiter von Regiobus betreut werden musste.

Bei der Ausfahrt zurück auf die Hannoversche Straße überfuhr der 930-er Bus noch ein Schild auf dem Bordstein, schließlich kreuzte er die Kreisstraße, auf der glücklicherweise kein Auto fuhr, im rechten Winkel. Ein Baum auf der Westseite der Hannoverschen Straße stoppte die Fahrt.

Bis kurz vor 15 Uhr waren Rettungssanitäter und Feuerwehr damit beschäftigt, den Busfahrer, dessen Beine eingeklemmt waren, zu befreien. Der schwer, aber laut Polizei nicht lebensbedrohlich verletzte Mann wurde in die MHH transportiert. 17 Einsatzkräfte der Ortsfeuerwehr Großburgwedel beseitigten auch die Ölspur, den der Unfallbus hinter sich her gezogen hatte. Erst gegen 17 Uhr konnte die Bergung des Busses beginnen.

Nach dem Unfall wurden die rund um den gesperrten ZOB wartenden Kinder in ihre Schulen eingeladen, damit sie von dort ihre Eltern benachrichtigen konnten. Der Unfall machte in den sozialen Netzwerken schnell die Runde. Per Rundmail informierten die Schulleitungen alle Eltern. Johannes schrieb: „Ihre Kinder müssten bereits gesund zu Hause eingetroffen sein oder kommen demnächst an, so sie denn keinen Unterricht mehr haben.“ In den nächsten Tagen werde im Unterricht über den Unfall gesprochen. Lehrer und Sozialpädagogen stünden als Gesprächspartner zur Verfügung.

Der Busverkehr lief am Nachmittag für mehrere Stunden zwar mit leichten Verspätungen, aber laut Regiobus-Sprecher Tolga Otkun „einigermaßen regulär“. „Wir tun alles, dass der Busverkehr am Mittwoch reibungslos läuft“, sagte Stadtsprecherin Michaela Seidel. Otkun geht davon aus, dass alle Schulbusse am Mittwoch das Schulzentrum anfahren werden.

Fotostrecke Burgwedel: Bus gerät außer Kontrolle – vier Verletzte
Martin Lauber 18.05.2017
Martin Lauber 18.05.2017