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Umland Burgwedel Nachrichten Vodafone-Kundin bekommt außgerichtlich Geld zurück
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17:53 10.01.2018
Der Flurschaden, den ein Verkäufer eines früheren -Vertragshändler in diesem von Vodafone zwangsweise geschlossenen Laden im Mitteldorf (Archivfoto) angerichtet hatte, ist aus Sicht des Mobilfunktbetreibers komplett bereinigt. Quelle: Martin Lauber
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Großburgwedel

  Den Termin beim Rechtsanwalt hatte Ulrike Rohwold schon für diese Woche perfekt gemacht. Aber kurz vorher klingelte ein Fleurop-Bote an der Wohnungstür der Großburgwedelerin – mit Blumen und einer Entschuldigung des Mobilfunkanbieters Vodafone, nachdem das Ratinger Unternehmen bereits tags zuvor rund 900 Euro auf ihr Konto überwiesen hatte. Möglicherweise war dies der endgültige Schlussstrich unter eine Betrugsaffäre, die im Juni 2017 mit der Verurteilung eines Handyverkäufers zu einer Bewährungsstrafe vor dem Amtsgericht Burgwedel endete.

Rohwold war es im Februar 2016  nicht besser ergangen als insgesamt 75 weiteren Vodafone-Kunden seit Januar 2014 , die Anzeige erstatteten, weil ihnen der betrügerische Verkäufer in der Großburgwedeler Vodafone-Partnerfiliale  einen oder mehrere ungewollte Handyverträge untergejubelt oder deren Unterschriften er gefälscht hatte. Nur hatte sie die ganze Zeit brav für beide Verträge gezahlt, Monat für Monat 92,94 Euro –nach dem Motto: „selbst schuld“.

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Als sie im September 2017 dann beide Verträge fristgerecht kündigte und trotz ihrer Negativerfahrungen einen  neuen bei Vodafone abschließen wollte, ließ sich das zunächst positiv an. Laut Rohwold bot ihr ein Kundenberater Rabatte (einen auf die Monatsgebühr  und einen auf den Eigentanteil fürs neue  iPhone) quasi als "Entschädigung" für die Betrügereien an. Weil das Gerät dann aber mit falschem Zubehör gekommen und der Vertrag ohne klaren Rechnungsbetrag zugesandt worden sei, habe sie von ihrem Widerrufsrecht Gebrauch gemacht, das Smartphone zurück gesandt und das überzahlte Geld für den ungewollten Zweitvertrag zurück gefordert. Trotzdem trudelte kurz vor Weihnachten nach regem SMS-Verkehr und einer Sperrung ihres Zugangs zum Kundenkonto noch eine für sie erneut undurchschaubare Rechnung ein. Außer an einen Anwalt wandte sie sich nun auch an die Redaktion dieser Zeitung.

Mit durchschlagender Wirkung: Nach der Zeitungsanfrage klemmte sich eine erfahrene Kundenbetreuerin hinter den Fall, entschuldigte sich, verzichtete auf alle neuen Forderungen und ließ auch durchblicken, dass mit Rohwolds bisherigen Ansprechpartnern Arbeitsgespräche geführt würden. „Das hätte einfacher geregelt werden können, wenn man geklärt hätte, was Frau Rohwold eigentlich wollte“, räumt Vodafone-Sprecher Volker Petendorf ein. Dass sein Unternehmen rund 900 Euro zurück erstattet hat, sei trotzdem Kulanz. „Uns  lag ja ein Vertrag mit einer  nicht gefälschten Unterschrift und keine Beanstandung vor.“ Bei der Überprüfung habe sich aber gezeigt, dass die Burgwedelerin den Zweitvertrag kein einziges Mal beansprucht habe. 

Petendorf zufolge sind zwischenzeitlich alle Fälle, bei denen Burgwedeler Kunden vorsätzlich vom Verkäufer in der früheren Partnerfiliale im Mitteldorf  getäuscht wurden, reguliert worden.  „Wir haben einen Neuanfang in Großburgwedel gemacht und dafür zwischenzeitlich einen neuen seriösen Partner gefunden.“

Von Martin Lauber