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Burgwedel Oldhorst sucht neuen Ortsbrandmeister
Umland Burgwedel Oldhorst sucht neuen Ortsbrandmeister
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16:19 27.01.2019
Andreas Tietgen (von links), Matthias Will, Bärbel Lübbe und Manuela Tietgen wurden befördert, Hans-Jürgen Engelke für 60-jährige Mitgliedschaft geehrt. Quelle: Patricia Chadde
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Oldhorst

Stadtbrandmeister Ingo Motl kommt „gern zu meiner kleinsten Ortsfeuerwehr“. Das Interesse an der Jahreshauptversammlung am Freitagabend war groß, rund 50 Plätze in Oldhorsts Feuerwehrgerätehaus waren besetzt. Der stellvertretende Stadtbrandmeister Dirk Hemmann und Ehrenstadtbrandmeister Friedhelm Leisenberg hatten sich ebenso wie Hans-Jürgen Krüger, der stellvertretende Brandschutzabschnittsleiter, und Thönses Ortsbrandmeister Ingmar Franke eingefunden.

Allerdings fehlten zehn der 22 aktiven Mitgliedern, darunter Ortsbrandmeister Walter Rockahr. Er war aus gesundheitlichen Gründen entschuldigt. Nach 30 Jahren im Ehrenamt will er seinen Posten Ende Juni 2019 abgeben, weshalb die Oldhorster Brandbekämpfer im 69. Jahr ihres Bestehens auf der Suche nach einer Nachfolgerin oder einem Nachfolger sind. Doch Vorschläge gab es bei der Hauptversammlung keine, gewählt wurde nicht – obgleich die Beschlussfähigkeit gegeben gewesen wäre, wie der stellvertretende Ortsbrandmeister Andreas Tietgen feststellte.

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Aus Sicht der Oldhorster Ortsfeuerwehr war 2018 mit fünf Einsätzen ein durchschnittliches Jahr. Schäden durch Sturm Friederike mussten beseitigt und die Dieselspur eines Busses abgebunden werden. Ein Verkehrsunfall zwischen Oldhorst und Schillerslage mit einer Toten hat sich tief in die Erinnerung der Helfer eingegraben. „Man denkt nach so einem Einsatz anders über sein Leben nach“, berichtete ein Helfer.

Mit einer ansprechenden Fotopräsentation ließ die Ortswehr Oldhorst die geselligen Höhepunkte und Übungen, beispielsweise im Feuercontainer, Revue passieren. Anlass für Ortsbürgermeister Thorsten Rieckenberg, vor den Aktiven den Hut zu ziehen: „Ich danke Euch herzlich für tolle Erlebnisse beim Osterfeuer, Laternenumzug und auch für Euren Beitrag zum Totensonntag. Auch die Küchennutzung ist großartig – es gab noch nie Probleme“, schwärmte Rieckenberg. In seinen Dank bezog er die Angehörigen ausdrücklich mit ein, denn regelmäßige Übungen und 153 Stunden im Einsatz kosteten Freizeit.

Für seine 25-jährige Mitgliedschaft wurde Matthias Will ausgezeichnet und wie der stellvertretende Ortsbrandmeister Andreas Tietgen zum Ersten Hauptfeuerwehrmann befördert. Manuela Tietgen ist jetzt Oberfeuerwehrfrau. Besonderes Durchhaltevermögen bewies Hans-Jürgen Engelke, der seit sechs Jahrzehnten dazu gehört. Mit neun weiteren Mitgliedern stellt er die Altersabteilung, 26 Fördermitglieder sind ebenfalls Mitglied in Oldhorsts Freiwilliger Feuerwehr.

Bei so viel Engagement und Zusammenhalt machte sich Stadtbrandmeister Ingo Motl deshalb über die Nachfolge von Walter Rockahr noch keine Sorgen: „Uns bleibt ausreichend Zeit für den Findungsprozess“, sagte Burgwedels oberster Feuerwehrmann, der dazu Gespräche führen wird. Oldhorst ist übrigens nicht nur die kleinste, sondern auch eine fantasievolle Wehr mit einer reaktionsschnellen Köchin, weshalb Bärbel Lübbe die regionsweit wohl einmalige Auszeichnung „Goldener Kochlöffel“ erhielt.

Von Patricia Chadde