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Burgwedel Versicherungsmakler verrechnet sich beim Betrug
Umland Burgwedel

Prozess in Burgwedel: Teure Fälschungen: Wie sich ein Versicherungsmakler beim Betrug verrechnet

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00:20 20.06.2019
Das Amtsgericht Burgwedel hat einen 57-Jährigen zu zwei Jahren auf Bewährung wegen 100-fachen Betrugs verurteilt. Quelle: Symbolbild
Burgwedel

Auch Betrug will gelernt sein. Das musste ein 57-jähriger Versicherungsmakler erfahren, der jetzt vor dem Amtsgericht Burgwedel gelandet ist. Der Mann hatte 100 Versicherungsverträge gefälscht, um Provisionen von mehr als 200.000 Euro zu kassieren. Allein: Mit Zahlen konnte der Betrüger trotz Studiums der Volkswirtschaftslehre offenbar nicht umgehen. Denn damit der Betrug nicht auffiel, überwies der Makler monatlich fleißig die Versicherungsbeiträge für die gefälschten Verträge – und hätte am Ende sogar draufgezahlt, wenn er nicht aufgeflogen wäre.

Weil er aber nicht nur alles falsch gemacht hatte, sondern ein umfassendes Geständnis ablegte und fleißig half, alle Taten aufzuklären, kam der Mann noch einmal mit einer Bewährungsstrafe davon. Und das, obwohl er in 100 Fällen wegen Betrugs und Urkundenfälschung angeklagt worden war.

208.000 Euro Provision für gefälschte Versicherungen kassiert

Die Anklageverlesung dauerte rund 35 Minuten: Zwischen Oktober 2012 und Juli 2016 hatte der Versicherungsmakler insgesamt 100 Verträge gefälscht. Die Namen der Versicherungsnehmer dachte er sich frei aus oder bediente sich aus der Datenbank seiner Bestandskunden. Rund 208.000 Euro Provision kassierte der Makler so von der Versicherung. Weil er die Provision hätte zurückzahlen müssen, wenn die Verträge innerhalb von 60 Monaten gekündigt worden wären, überwies der 57-Jährige regelmäßig vom seinem eigenen Konto die Beiträge für die gefälschten Verträge.

Betrüger hat mit Geld seine sieben Kinder versorgt

„Das wäre doch ein Zuschussgeschäft für Sie geworden“, stellte Amtsrichter Michael Siebrecht fest. Tatsächlich hätten die Provisionen nie ausgereicht, um alle Beiträge 60 Monate lang zu bedienen und am Ende noch etwas übrig zu behalten. „Ja, das stimmt. So weit hatte ich nicht gedacht“, sagte der Angeklagte. Überhaupt sei es wie ein Teufelskreis gewesen: Er habe mit einem Vertrag angefangen, und als der Versicherung nichts auffiel, den nächsten angefertigt. „Ich habe über meine Verhältnisse gelebt, aber es ging nicht um Luxus“, sagte der 57-Jährige. Vielmehr habe er das Leben seiner Patchworkfamilie samt sieben Kindern von dem Geld finanziert.

Revision der Versicherung wird auf den Mann aufmerksam

Bevor der schlecht durchdachte Plan des Maklers tatsächlich unwirtschaftlich für ihn wurde, flog er auf: Im August 2016 wurde die Versicherung auf Unregelmäßigkeiten aufmerksam. Rund 44.000 Euro hatte der 57-Jährige von seiner erbeuteten Provision bis dahin bereits als Beiträge zurückgezahlt. „Ab diesem Moment haben Sie wirklich für einen guten Eindruck gesorgt“, bilanzierte der Richter. Denn statt seine Taten zu leugnen, gab der 100-fache Betrüger gegenüber der Versicherung alles zu und unterschrieb ein notariell beglaubigtes Schuldeingeständnis – lange, bevor die Staatsanwaltschaft die Ermittlungen aufnahm. „Sie haben der Versicherung sogar die Fälle gemeldet, die bei der Prüfung gar nicht aufgefallen waren, und Sie haben Reue gezeigt“, sagte Siebrecht.

Urteil: Zwei Jahre auf Bewährung und 300 Sozialstunden

Das tat der Mann auch vor Gericht: „Es tut mir alles sehr leid“, sagte der Angeklagte unter Tränen. „Ich versuche, alles wieder zurückzuzahlen.“ Tatsächlich macht der Angeklagte das in Raten schon seit 2016. Seine Zulassung als Versicherungsmakler ist futsch – aktuell verdient er mit einem Bürojob Geld. Im Urteil standen am Ende zwei Jahre auf Bewährung – nicht zuletzt, weil der Mann zuvor unbestraft war. Außerdem muss er 300 Stunden gemeinnützige Arbeit leisten.

Lesen Sie auch: Ein Interview mit Amtsrichter Michael Siebrecht über seinen Gerichtsbezirk.

Von Carina Bahl

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