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Burgwedel Tafel besteht seit zehn Jahren und versorgt 300 Burgwedeler
Umland Burgwedel

Tafel Burgwedel: Tag der offenen Tür zum zehnjährigen Bestehen

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16:02 28.10.2019
Barbara Wübbels (von links), Waltraud Kalodziej und Johannes Wübbels werden von Peter Stenert im Lager über die Bestände informiert. Quelle: Sybille Heine
Großburgwedel

Bereits seit zehn Jahren gibt es die Burgwedeler Tafel und somit auch Menschen in Hannovers „Speckgürtel“, die in Armut leben. Das Jubiläum feierte der Trägerverein der Lebensmittel-Ausgabestelle am Sonntagnachmittag mit einem Tag der offenen Tür. Es war der vierte seit der Gründung 2009.

Bereits seit zehn Jahren gibt es die Burgwedeler Tafel. Das Jubiläum feierte der Verein mit einem Tag der offenen Tür – und viele Interessierte kamen an die Gartenstraße, um sich zu informieren.

Etwa 100 Besucher nutzten das Angebot, sich über die Arbeitsweise der Tafel zu informieren. 16 der insgesamt 54 Ehrenamtlichen waren im Einsatz. Sie betreuten das Kuchenbüfett und leiteten Führungen durch die Tafelräume neben der Seniorenbegegnungsstätte an der Gartenstraße in Großburgwedel.

Im Zentrum der Einrichtung liegt der Arbeitsraum, von ihm zweigen Ausgaberaum, Aufenthaltsraum und Lager ab. Zwei Kühlwagen stehen für den Transport zur Verfügung. In großen Kühlschränken wird die Ware, deren Mindesthaltbarkeitsdatum abgelaufen ist und die die Geschäfte deshalb nicht mehr verkaufen können, frisch gehalten.

Besucher loben Professionalität der Tafel

Die Besucher zeigten sich beeindruckt von der Professionalität, mit der bei der Tafel gearbeitet wird. „Es hat mich interessiert, wie die Abläufe hier organisiert sind. Alles ist sehr sauber und macht einen perfekt durchgeplanten Eindruck“, lobte Besucherin Karin Ocker.

Den Tag der offenen Tür nutzte das Tafelteam auch, um über die globale Lebensmittelverschwendung aufzuklären. Zu diesem Thema wurde ein Film gezeigt. Schauwände informierten außerdem über die 490 Tafeln in ganz Deutschland und speziell über die Einrichtung in Großburgwedel. So erhielten die Besucher einen guten Überblick über den Sachverhalt.

„Es muss ein Umdenken geben“, forderte Besucherin Susanne Kiesewetter, die in der Lebensmittelbranche arbeitet. Es sei beispielsweise unnötig, in Supermärkten bis 21 Uhr ein Vollsortiment an Backwaren anzubieten. „Wenn die Regale leer sind, sind sie leer. Das ist besser, als immer Überschuss vorrätig zu haben, der dann zwar an die Tafeln geht, aber vermieden werden könnte“, betonte sie. Kunden sollten auch bereit sein, ihren Anspruch auf Perfektion bei Obst und Gemüse aufzugeben. „Eine krumme Gurke schmeckt genauso wie eine gerade“, meinte sie.

Auch die Jugend zeigt Interesse an der Tafel

„Wir wären gerne überflüssig“, sagte der Tafel-Vorsitzende Gerd Duckstein. Doch auch in Burgwedel lebten viele Menschen, die mit 423 Euro monatlich auskommen müssten. 300 dieser Menschen versorge die Tafel. Es gebe aber sicher eine größere, verdeckte Armut. Die Scham, zur Tafel zu gehen, sei noch immer groß.

„Wir haben unsere Arbeit in den letzten zehn Jahren optimiert“, sagte Duckstein. Ihn freue es, dass inzwischen auch immer mehr Jugendliche Interesse am Engagement der Tafel hätten. Sie würden zwar nicht aktiv helfen, aber sich zumindest informieren. Das Sozialpraktikum bei der Tafel sei bei Gymnasiasten sehr gefragt. Häufiger klopften auch Konfirmandengruppen an, die sich mit der Materie auseinandersetzen wollten.

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Von Sybille Heine

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