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Burgwedel Landwirt erweitert das Nahwärmenetz
Umland Burgwedel Landwirt erweitert das Nahwärmenetz
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11:06 18.10.2018
Quer durch den Garten: Christian Büchtmann und Neukunde Jörg Bartlau begutachten die Verlegung eines neuen Anschlusses an das Fernwärmenetz.
Quer durch den Garten: Christian Büchtmann und Neukunde Jörg Bartlau begutachten die Verlegung eines neuen Anschlusses an das Fernwärmenetz. Quelle: Thomas Oberdorfer
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Thönse

Rot-weiße Baken zur Sicherung im Rechteck aufgestellt, in der Mitte klafft ein großes Loch im Erdboden: An etlichen Stellen in Thönse wird dieser Tage kräftig gebuddelt. Derzeit lassen sich weitere Häuser in dem 1600-Einwohner-Ort an die Nahwärmeversorgung von Landwirt Christian Büchtmann anschließen.

Hier wird gebuddelt: An der Bruchstraße werden gleich mehrere Häuser an das Nahwärmenetz angeschlossen. Quelle: Thomas Oberdorfer

Seit 2012 werden in Thönse Häuser mit Wärme aus der Biogasanlage von Büchtmann und seinen beiden Partnern versorgt. Bislang waren es 59 Häuser, nun kommen 25 weitere hinzu. „Wir erschließen nicht komplette Straßen neu, vielmehr verdichten wir das bestehende Netz“, sagt der Landwirt.

Nach anfänglicher Skepsis im Ort findet diese Art der Versorgung mit Warmwasser und Heizwärme immer mehr Anhänger. Rund 110 Haushalte werden am Ende der jetzigen Ausbaustufe angeschlossen sein. Sie erhalten 75 Grad heißes Wasser aus dick in Isoliermaterial eingepackten Leitungen. Es kommt direkt aus der Biogasanlage auf Büchtmanns Hof an der Langen Reihe. Rund 5000 Meter Länge umfasst nach dem Ausbau das Nahwärmenetz in Thönse. Neu angeschlossen werden derzeit unter anderem die Alte Schule und das Feuerwehrhaus an der Bruchstraße. Mit einem weiteren Ausbau des Netzes ist aber vorerst nicht zu rechnen. „Unsere Anlage ist zu 90 Prozent ausgelastet“, erklärt der Biostrom-Produzent.

In diesen Leitungen kommt die Wärme: Dicke Isolierschichten ummanteln die Wasserleitungen. Quelle: Thomas Oberdorfer

Genau genommen ist die Wärme ein Abfallprodukt seiner Anlage. Eigentlich produziert Büchtmann Strom. Dazu wandern jährlich 6000 Tonnen Mais, 800 Tonnen Gras und 4000 Tonnen Rindergülle in seine Anlage, um daraus Biogas herzustellen. Das wird im nächsten Schritt dazu eingesetzt, um in einem Blockheizkraftwerk Strom zu erzeugen. Dabei fällt nebenbei Wärme ab. Diese nutzt Büchtmann, um das Wasser für das Nahwärmenetz auf 78 Grad aufzuheizen und auf den Weg durch das 5000-Meter-Netz in Thönse zu seinen Kunden zu schicken. „Dabei kühlt sich das Wasser unterwegs um maximal drei Grad ab“, erklärt er. Und die Wärme aus der Anlage ist durchaus günstig. 4,05 Cent kostet derzeit die Kilowattstunde.

Am Ende des Produktionsprozesses bleibt Biogas-Gülle übrig. Die wird zur Düngung auf den Feldern eingesetzt. „Damit schließt sich der Kreislauf wieder, denn wir stellen einen Großteil der benötigten Biomasse für unsere Anlage selber her“, sagt der Landwirt.

Zurück zu den Bauarbeiten in Thönse: Die werden noch einige Wochen andauern, aber „Weihnachten sind wir fertig. Dann sind alle neuen Kunden angeschlossen, bekommen die Wärme aus unserer Biogasanlage geliefert“, sagt Büchtmann: „Versprochen.“

Von Thomas Oberdorfer

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