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Garbsen Klavierhaus beschenkt IGS mit E-Piano
Umland Garbsen

150 Jahre Klavierhaus Nagel: Familienunternehmen aus Frielingen und Neustadt stiftet E-Piano für die IGS Garbsen

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11:10 25.10.2019
IGS-Schulleiter Andreas Hadaschik bedankt sich bei Ulf Nagel (rechts) für die Spende eines E-Pianos. Quelle: Anke Lütjens
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Frielingen/Garbsen-Mitte

Offizielle Übergabe mit einen Minikonzert: Die IGS Garbsen hat am Mittwoch vom Klavierhaus Nagel ein E-Piano geschenkt bekommen. Das Geschäft mit Sitz in Frielingen und Neustadt wird seit 150 Jahren als Familienbetrieb geführt. Die Inhaber, Ulf und Heidrun Nagel, haben zu diesem Jubiläum aber auf eine große Feier verzichtet und dafür lieber dem Fachbereich Musik der IGS das Instrument gespendet. Die Schüler sangen und spielten „Je ne parle pas français“ von Namika. Nagel sagte zu, die Schule auch weiterhin zu unterstützen.

Gründung des Klavierhauses Nagel war in Hannover

Lange Laube 8 in Hannover: Das Bild zeigt das Klavierhaus Klussmann im Jahr seiner Gründung 1869. Quelle: privat

„Tradition bedeutet für mich, mit dem Wissen unserer Vorfahren und der Technik von heute Instrumente nicht nur zu verkaufen, sondern rundum zu betreuen“, sagte Nagel, der das Klavierhaus in vierter Generation leitet. Rund 4000 Kunden in ganz Niedersachsen hat das Unternehmen, das am 8. Oktober 1869 von Wilhelm Klußmann in Hannover gegründet worden war. Dieser wurde sogar zum Hoflieferanten des Fürstenhauses Schaumburg-Lippe ernannt. Da sein einziger Sohn früh starb, gab es keinen leiblichen Nachfolger.

Bombenangriff zerstört die Firma

Agnes Nagel, Großtante von Ulf Nagel, führte ab 1920 die Geschäfte. Da Frauen zu dieser Zeit nicht in die Handwerksrolle eintreten durften, übernahm ihr Bruder und damit der Großvater von Ulf Nagels Vater, Ferdinand Nagel, die Firma. 1931 trat Nagels Großvater als Angestellter in die Firma ein und übernahm diese fünf Jahre später. Ein Bombenangriff zerstörte 1943 das Klavierhaus an der Langen Laube mitsamt 40 Klavieren. Nach der Rückkehr aus der Kriegsgefangenschaft baute Heinz Nagel die Firma an gleicher Stelle wieder auf.

Mutter und Sohn führen das Geschäft

Da sein Sohn Friedhelm Nagel über ein absolutes Gehör verfügte, wurde er zum Klavierbauer und Konzertstimmer ausgebildet. „Er war für 40 Jahre im Umkreis von rund 100 Kilometern um Hannover herum ein gefragter Klavierstimmer – auch in Stadthalle und Opernhaus“, berichtete Ulf Nagel. Nach dem plötzlichen Tod seines Vaters übernahm Mutter Heidrun 2001 die Geschäftsführung. Bei ihrem Vater Curt Gilardoni lernte er das Klavierspielen. Als jüngstes Familienmitglied stieg Nagel 1989 nach Abschluss seiner kaufmännischen Ausbildung in das Klaviergeschäft ein.

Vier Generationen in einer Hand – das erleben nicht viele Firmen. Das Klavierhaus Nagel hat sein 150-jähriges Bestehen nur klein gefeiert und der IGS statt dessen ein E-Piano geschenkt.

Klavierhaus hat viele Stammkunden

Seitdem ist er nicht nur für Ein- und Verkauf der Instrumente zuständig, sondern auch für den Werkstattbetrieb und die Kundenbetreuung. „Für mich ist es wie eine Berufung, Klavier oder Flügel auf die richtige Stimmung zu bringen“, betont Nagel. Durch den Kundendienst betreue die Firma Stammkunden bereits seit Jahrzehnten, auch wenn die Zeiten nicht immer rosig waren.

Neues Standbein: Service

Immer mehr Käufe und Verkäufe erfolgen über das Internet – das geht an der Branche der Musikinstrumentenhändler nicht spurlos vorüber. Der Garbsener Ulf Nagel ist Geschäftsführer des Klavierhauses Nagel. Das Unternehmen verkauft seit 150 Jahren Klaviere. „Internet, PC-Spiele, der Wechsel auf den Euro und ein nachlassendes Interesse, selbst Musik zu machen: All das hatte zur Folge, dass die Geschäfte zurückgingen“, sagt Nagel. Die Firma musste sogar Mitarbeiter entlassen und hat ihre Geschäftsräume nach Neustadt verlegt.

Nagel stellte fest, dass den Kunden nach einem Onlinekauf der komplette Service fehlte. Damit hatte er eine Marktlücke entdeckt, welche die Firma wieder in die Spur brachte. Seitdem hat Nagel die Kundendienstbetreuung stets weiter ausgebaut. Mittlerweile betreut der Familienbetrieb einen Stamm von mehr als 4000 Kunden innerhalb Niedersachsens. / aln

Von Anke Lütjens

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