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Garbsen 50 Jahre IGS: Wer hat Dokumente?
Umland Garbsen 50 Jahre IGS: Wer hat Dokumente?
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06:30 20.04.2019
Wer hat noch solche Bilder? Im Januar 2000 begrüßt Ministerpräsident Sigmar Gabriel den IGS-Schulzirkus Bumm Balloni beim Neujahrsempfang der niedersächsischen Landesregierung. Quelle: Archiv (Harald Koch)
Garbsen

Ein landesweit extrem erfolgreicher Schulversuch wird im Spätsommer 2021 ein halbes Jahrhundert alt: Die IGS Garbsen – und mit ihr zahlreiche weitere Gesamtschulen in Niedersachsen. Uwe Toepfer, ehemaliger Lehrer und Jahrgangsleiter, war seit 1971 dabei und nimmt die Fäden für eine Chronik in die Hand. Seine dringende Bitte für diese Arbeit: Wer hat noch Fotos? Wer hat Berichte und Erzählungen beizusteuern? Wer erinnert sich noch an Demos und Streiks, an Planspiele und Feiern?

Jedes Dokument hat historischen Wert

Der Aufruf ist von besonderem Wert: Das Gebäude der IGS, 1972 bezogen und mehrfach umgebaut, steht vor einer Grundsanierung oder einem Abriss, das steht noch immer nicht fest. Fest steht aber: Die Schule wird nach ihrem Jubiläum ein völlig anderes Gesicht erhalten, sie wird nie mehr so sein wie früher. Jede Erinnerung, jedes Ton- oder Bilddokument aus privaten Archiven und Fotoalben wird historischen Wert erhalten. Was in der Chronik nicht Platz findet, könnte am Ende die Quellensammlung im Stadtarchiv bereichern.

Wer sich mit einem Beitrag aus der Geschichte der Schule an der Chronik-Arbeit beteiligen will, erreicht Uwe Toepfer per E-Mail unter UweToe@t-online.de. Toepfer lebt inzwischen im Raum Stadthagen. Er ist neben Horst Oelze, dem ehemaligen Ratsherrn der Grünen, einer der wenigen, die die Gesamtschule von Beginn an erlebt haben. Toepfer und Oelze wurden 2002 nach mehr als 40 pädagogischen Dienstjahren pensioniert. Allein ihre Erinnerungen würden ein Buch füllen.

Eltern und Lehrer fordern Gesamtschule

Die Geschichte der IGS beginnt in Garbsen 1966. Fünf Jahre, bevor der damalige Kultusminister Richard Langeheine (CDU) seine Unterschrift unter die Genehmigung setzte, saßen in Garbsen Stadtdirektor Jan Höötmann und Bürgermeister Ekkehard Wagler mit Schulleitern und -politikern zusammen. 1968 war das Gymnasium Garbsen gegründet worden, daneben Haupt- und Realschulen. Das Gymnasium Berenbostel folgte erst 1976. Garbsen war im Umbruch, es gab mehr Schüler, als das Gymnasium aufnehmen konnte. Allein 10.000 Menschen waren in diesen Jahren in den Stadtteil Auf der Horst gezogen. Es waren maßgeblich Pädagogen dieser Schulen in Garbsen, die den Aufbau einer IGS forderten – und 85 Prozent der Grundschuleltern. Höötmann und Wagler unterstützten dies. Garbsen war eine der ersten Kommunen im Land, die beim Kultusministerium die Einführung dieses „Schulversuches“ beantragten.

Es gab keine Vorbilder

Denn mehr als ein Versuch war es am Beginn nicht. Schulpolitiker im Landtag spürten deutlich, dass das Regelschulsystem mit der strikten Aufteilung der Kinder nach Leistungsniveau auf Haupt- und Realschulen sowie Gymnasien nicht jedem Kind gerecht wird. Also wollten Landesregierungen unterschiedlicher Couleur abwarten, wie sich die Form entwickelt. Es gab keine Vorbilder. Die Gesamtschule wurde völlig neu erfunden – maßgeblich und beispielhaft in Garbsen. Universitätsprofessoren, Experten der Bildungspolitik aus dem gesamten Bundesgebiet sowie Landespolitiker trafen sich hier zu Kongressen, um Gesamtschule zu erfinden.

Bis jetzt nur vier Schulleiter

606 Kinder starteten 1971 in ihr erstes IGS-Schuljahr am Schulzentrum Garbsen am Planetenring. Die Stadt konnte erst 1971 den Antrag zum Bau der IGS an der Meyenfelder Straße stellen, weil die Finanzierung völlig unklar war. Am Ende kostete der Bau 42 Millionen Mark, davon stemmte Garbsen 16 Millionen. Der erste Bauabschnitt wurde schon ein Jahr später bezogen, der Rest 1973. Erster IGS-Leiter war Siegfried Dahlke (1971-1984), gefolgt von Dieter Roggenkamp (1984-2004), Günther Herweg (2004-2016) und Andreas Hadaschik (seit 2016).

Von Markus Holz

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