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Garbsen „Irrsinn der Bürokratie“ oder „Gesetzesübertretung“? So diskutieren HAZ-Leser über den Anbau
Umland Garbsen

Anbau in Garbsen: Leser diskutieren bei Facebook über Abriss von Anbau in Altgarbsen

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13:21 06.12.2019
„Das ist unser Lieblingsort“: Ute und Wilhelm Sievert sitzen in dem Anbau, den die Stadt als "illegalen Bau" einstuft. Quelle: Gerko Naumann
Altgarbsen

Der Fall des nicht genehmigten Anbaus von Ute und Wilhelm Sievert aus Altgarbsen hat viele unserer Leser bewegt. Der überdachte Schuppen steht seit dem Jahr 1962 hinter dem Haus des Ehepaars und ist – vor allem im Sommer – zu dessen Lieblingsort geworden. Vor einigen Monaten ist Mitarbeitern der Verwaltung aufgefallen, dass der Bau vor 57 Jahren gar nicht genehmigt worden ist und zu nah am Nachbargrundstück steht. Das Ehepaar (65 und 91 Jahre) soll ihn nun auf eigene Kosten abreißen lassen. Familie Sievert ist verzweifelt, die Stadt pocht auf die geltenden Gesetze, die für alle Bauherren gelten.

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Bei unseren Lesern, die sich auf Facebook zu dem Fall melden, sind die Meinungen ebenso gespalten. Helga Wiebe findet etwa, dass die Stadt Garbsen in diesem Fall „auch mal beide Augen zudrücken kann“. Auch Sandra Reddig spricht vom „Irrsinn der deutschen Bürokratie“. Ihrer Ansicht nach gibt es seitens der Behörden immer einen Weg, das Problem zu lösen. Otto Goemann formuliert es noch drastischer: „Typisch deutsche Regeln. Beamte pennen Jahrzehnte lang und dann kommt das dicke Ende. Und alles schön nach Vorschrift.“

„Wundere mich über Zuspruch zu Gesetzesübertretung

Aber es gibt auch Kommentatoren, die das Vorgehen der Verwaltung verteidigen. So argumentiert Insa Kienast, dass es auch um Sicherheit geht, „nämlich um Brandüberschlag“. Aus diesem Grund müssten Wohngebäude immer mindestens drei Meter vom benachbarten Grundstück entfernt stehen. Und weiter: „Ich kenne die örtlichen Begebenheiten nicht, wundere mich aber, wie groß der Zuspruch zu einer Gesetzesübertretung ist. Wenn eine Familie nachts durch Feuer ums Leben kommt und nachträglich stellt sich heraus, die Verwaltung hat einen Schwarzbau geduldet, möchte ich mal die Kommentare lesen... Es gibt tatsächlich Gesetze, die auch einen tieferen Sinn haben.“ Jendrik Wüstenberg sieht das ähnlich und schreibt: „Das ist im Grundsatz erstmal keine unnötige Bürokratie und die Regelung zur Grenzbebauung gibt es schon länger als diesen Anbau.“

"Das ist unser Lieblingsort": Ute und Wilhelm Sievert sitzen in dem Anbau, den die Stadt als "illegalen Bau" einstuft. Quelle: Gerko Naumann

Von Gerko Naumann

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